Zitat von Rosenfee:@Brausestäbchen vielen Dank. Weißt, es tut am Ende auch gut zu wissen, dass man mit der Erfahrung nicht alleine ist.
Nein, Du bist mit dieser Erfahrung nicht alleine. Auch ich habe ähnliches erlebt - ich habe mich, als meine Ehe bereits am Ende war, in einen anderen Mann verliebt, habe mit ihm eine Affäre begonnen, wir haben sogar beide tatsächlich unsere Partner verlassen - aber letztlich ist der Mann, in den ich mich verliebt hatte, doch wieder zu seiner Frau, zu seiner Familie, in den sicheren Hafen zurück. Er konnte es einfach nicht durchziehen. Konnte sich - anders als ich - letztlich nicht vorstellen, einen kompletten Neuanfang zu wagen, Haus, soziales Umfeld verlassen und nochmal bei 0 anzufangen. Er hat mich verlassen, und es hat keine 3 Tage gedauert, da kam er wieder an, jammerte wieder über seine Ehe und beneidete mich um meinen Mut. Am liebsten hätte er sich seine Ehe wieder erträglich gemacht mit einer erneuten Affäre. Das war sehr schwer für mich, hatte ich doch schrecklichen Liebeskummer, und ich kam so erstmal gar nicht richtig los von ihm. Gottseidank ist er damit aufgeflogen und muss nun den Kontaktabbruch eisern durchziehen, was eine unglaubliche Erleichterung für mich war - mir selbst fällt die Kontaktsperre tatsächlich gar nicht schwer, ich war nicht ein einziges Mal in Versuchung. Ich kann nun sehen, was für ein Riesen-A. er ist, und so, wie er seine Frau belogen und hintergangen hat, hat er mit Sicherheit auch mich belogen oder würde dies womöglich in der Zukunft tun, wenn wir eine gehabt hätten. Ich bin ehrlich mittlerweile froh, dass sie ihn zurückgenommen hat und ich ihn los bin, auch wenn ich das zu Beginn natürlich so nicht gesehen habe und es unendlich wehgetan hat.
Es gibt nur eine Sache, die ich in diesen Konstellationen immer nicht ganz nachvollziehen kann: warum beschränken sich die Beteiligten immer auf eine Entscheidung zwischen dem bisherigen Partner und der neuen Liebe? Eine solche Entscheidung kann man doch eigentlich gar nicht treffen, das lässt sich doch gar nicht vergleichen - auf der einen Seite die langjährige Beziehung, womöglich mit Kindern, einer gemeinsamen Vergangenheit, gemeinsamer Verantwortung, ein ganzer Lebensentwurf. Auf der anderen Seite die heftige Verliebtheit, das Neue, Aufregende, aber auch die Ungewissheit, die blinden Flecken, nur eine Zukunftsvision. Für mich persönlich war klar, dass ich, wenn ich mich für die Trennung von meinem Mann entscheide, dies vollkommen unabhängig davon tun muss, was mit dem neuen Mann ist und sein wird. Ich hab mich immer gefragt: will ich die Trennung auch, wenn er mir noch heute sagt: "das wars, wir können uns nicht mehr sehen?" Es gibt doch überhaupt keine Garantie dafür, dass die neue Beziehung hält, ob Wochen, Monate oder Jahre. Nach meinem Verständnis muss ich mich erstmal für oder gegen die bisherige Beziehung entscheiden, um dann ggf. eine Entscheidung für oder gegen eine neue Beziehung treffen zu können.