Liebe merretich, mir fällt erneut auf dass du meine Hinweise auf deine eigenen Anteile recht schnell beiseite wischst. Das ist schade, denn dadurch setzt du dich nicht mit Dingen auseinander, durch deren näherer Betrachtung ich bei dir ein hohes Potential für persönlichen Erkenntnisgewinn vermute. Du musst dir natürlich nichts davon annehmen, aber einen letzten Versuch möchte ich trotzdem gern noch starten in der Absicht, dir damit nützliche Impulse zu geben.
Zitat von merretich: Ich habe für mich gedacht, entweder kommt er im Urlaub mal
auf mich zu, oder das war s dann halt.
Hand auf's Herz liebe merretich, war das wirklich so klar für dich? Du bist hier mit einer doch etwas anderen Fragestellung aufgeschlagen - einer tiefen Verunsicherung, ob das unausgeglichene Verhältnis zwischen euch normal ist und du zu empfindlich bist, oder ob wirklich was nicht stimmig ist. Deine Zweifel waren sicher schon länger da, aber die Trennungsabsicht hast du, wenn ich das richtig verstanden habe, hier im Thread entwickelt.
Zitat von merretich: Was ist das für eine Beziehung wenn man dauernd Druck und fordern muss,
um "Liebe" zu bekommen? Dann lieber gehen...
Ja, natürlich kann man dir in dieser Beziehung hier nur noch raten zu gehen. Eine Kehrtwende erscheint sehr unrealistisch.
Das ändert aber nichts daran, dass du für deine zukünftigen Beziehungen sehr davon profitieren würdest wenn du dich in angemessener Grenzsetzung übst. Daran, dass das Ungleichgewicht in dieser Schärfe überhaupt zwischen euch entstehen konnte, bist du ja in gleichem Maße beteiligt wie er - WEIL du eben das einseitige Nehmen nicht sanktioniert und begrenzt hast. Im Gegenteil, du hast es dir nicht nur gefallen lassen, sondern es aktiv belohnt und unterstützt, indem du deine Investitionen teilweise noch verstärkt hast anstatt dich zurückzunehmen, wo es dringend angezeigt gewesen wäre.
Was er daraus für Schlüsse gezogen hat? Vermutlich, dass es für dich genauso okay ist wie für ihn, denn auch wenn du mal gemoppert hast, hast du ja doch sonst zuverlässig mitgezogen.
Weißt du, ich schrieb dir ja schon sinngemäß dass man nicht
den besonders tollen Mann finden muss, um in einer Beziehung nicht sche*ße behandelt zu werden, sondern einfach nur einen ganz normalen, der ausreichend große Gefühle entwickelt und sich deswegen bemüht, die Frau seines Herzens glücklich zu machen oder zumindestens nicht zu verärgern.
Dazu ist es äußerst hilfreich, wenn dieser Mann weiß woran er ist und wo seine Narrenfreiheit endet. Glaub es oder nicht aber die meisten Männer testen gern mal aus, was sie sich ihrer Angebeteten gegenüber herausnehmen können. Kriegen sie im übertragenen Sinn dabei wohlwollend, aber spürbar auf die Finger, ist das oft in hohem Maße förderlich für den Respekt des Mannes gegenüber der Frau. Respekt wiederum ist eine tragende Säule dafür, Verliebtheit und später Liebe für einen anderen Menschen entwickeln zu können.
Klare Grenzsetzung schon zu einem frühen Zeitpunkt in einer Beziehung gehört also zwingend zum Fundament einer glücklichen Beziehung, denn damit setzt man die Grundlage für die Art und Weise, wie man im weiteren Verlauf der Beziehung behandelt zu werden gedenkt. Und das hat
rein gar nichts damit zu tun, Druck zu machen oder Forderungen zu stellen.