Zitat von CocosPool: ich denke das Kind ist einfach in den Brunnen gefallen, leider.
Danke für deine wertschätzende Rückmeldung, CocosPool
Ich glaube selbst wenn merretich weniger duldsam gewesen wäre, wäre sie auf Dauer mit diesem Mann nicht allzusehr glücklich geworden, denn er zeigt ja, wenn auch recht hemmungslos, eine seiner authentischen Eigenschaften. Mit oder ohne ihr Zutun ist er einfach so, wie er ist.
Zitat von merretich: sie
dachte, wenn sie nur oft genug verständnisvoll mit meinem Vater redet, wird er den Missbrauch
einstellen, wenn er einsieht dass es falsch ist.
In diesem Denken bin ich auch sozialisiert. Ich war allzu lang fest davon überzeugt dass alle Menschen eigentlich im Kern gut sind, es gut meinen usw. und oft nur den "richtigen" Weg nicht wissen. Vor allem wenn sie mich z. B. in Konflikten sche*ße behandelt haben, habe ich es gern so interpretiert, dass dies nur aus deren innerer Not und Hilflosigkeit resultierte und dann noch versucht, denen da raus zu helfen... wenn ich denen nur verständlich machen würde, wie man es besser miteinander lösen könnte, würde sich deren Problemverhalten in Luft auflösen ... Himmel, war ich ein naives Schaf.
Habe auch bis Ende 30 noch oft Konflikte thematisiert und erklärt und versucht, durch Verständnis beim Gegenüber eine Verhaltensänderung zu bewirken... naja jede/r hier kann sich denken, mit welcher Erfolgsquote. Ein paar lebensverändernd tief einschneidende Erfahrungen haben mich letztlich dazu bewegt, meine Lernkurve steiler werden zu lassen.
Ich kann nur erneut dazu ermutigen sich in verschiedenen Varianten von Grenzsetzung auszuprobieren, die über reine Unmutsäußerung oder Wunschformulierung hinausgehen. Die Königsdisziplin besteht übrigens darin, nicht streng, radikal oder biestig bei seiner Grenzsetzung rüber zu kommen, sondern dies mit Charme, Wohlwollen und dennoch Klarheit und Konsequenz zu praktizieren. Noch so zwei bis zweihundert Jahre üben, dann kann ich das bestimmt richtig gut
