Susanna
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Zitat von thegirlnextdoor:Klingt für mich nach "Sahnehäubchen-Liebe" inkl. Gleichgültigkeit gegenüber der dritten unfreiwillig involvierten Person.
Es spricht doch rein gar nichts dagegen, Liebe für sich so zu definieren - und natürlich muss man keine klassische Beziehung führen. Dazu wird doch niemand gezwungen, der es nicht möchte. Aber es muss ja deswegen nicht zwingend eine Affäre sein.
So eine Art Beziehung oder nicht-Beziehung/freie Liebe ließe sich doch auch mit einem anderen Single leben.
Du meinst, die Menschen sind austauschbar?
Ich erzähl Dir mal eine Geschichte:
Eine Freundin meiner Mutter - nennen wir diese Freundin mal generationsbezogen "Gertrud" - hatte eine Affäre, die ging etwa 50 Jahre bis zum Tode ihres Geliebten.
Er war der Mann der schwerkranken bettlägerigen ehemaligen guten Freundin jener Gertrud.
Als sie noch jünger war, trennte sie sich von dem Geliebten und heiratete einen anderen Mann, von dem sie ziemlich rasch Zwillinge bekam. Als die Kinder ungefähr 1 Jahr alt waren, ließ sie sich scheiden, um wieder mit dem Geliebten zusammen zu sein und die Affäre weiterzuführen.
Ihr Leben lang hat sie mit dem schlechten Gewissen gelebt, da ihre ehemalige Freundin nichts wußte. Der Geliebte wollte die kranke Frau nicht verletzten und nicht verlassen. - Frau Gertrud konnte ihn weder zuhause anrufen (da gabs kein Handy) noch spontan sehen, das lief nur über feste Termine, und natürlich nie zu Feiertagen.
Das war der Preis. - Der Gewinn aber war, dass sie eine in dieser Zeit sehr eigenständige Frau war. Sie erzog ihre Zwillinge allein (die zu Eistanz-Cracks wurden) - der Geliebte unterstützte sie finanziell. Er war ein bekannter Künstler - so kam auch sie an ihr eigenes Kunstschaffen.
Ich habe Gertrud erst als alte Frau kennengelernt, der Geliebte war da schon über 80. Wenn sie von ihm sprach, leuchtete ihr Gesicht wie bei einem jungen verliebten Mädchen. 🍀🌹🔥