Zitat von Shakur:Ich denke nicht, dass sie hätten zusammenwachsen können, weil sie von Anfang an nur ein Mittel zum Zweck war. Er wollte durch die Heirat eine bessere Zukunft für sich und seine Familie. Ähnlich wie bei 20 Jährigen, die einen 90 jährigen Multimillionär heiratet. Da ist selten Liebe im Spiel und dementsprechend gibt es kein Zusammenwachsen oder reale Ehekrisen.
Und ja Jasmin, wissen können hättest du es nicht, ahnen schon. Und ja, da wir nicht emotional involviert sind, fällt es uns leichter, dahinter zu sehen. Auch ich gehöre zu der Sorte Mensch, der bis zum bitteren Ende an das Gute in Menschen glaubt. Irgendwann ist aber genug.
Sollte es dir einfacher fallen, ihn einen Narz zu nennen, dann bitte. Wie du durch deine Netzrecherchen aber sicherlich weisst, ist es unmöglich, mit einem Narz eine glückliche und gesunde Beziehung zu führen.
Vergangenheit ist Vergangenheit. Das, was du jetzt tust, bestimmt über deine Zukunft. Und nur du entscheidest, wie deine Zukunft aussehen soll.
Also glaubst du nun an des Gute im Menschen, oder eher nicht?

Wir wissen viel zu wenig zu den Umständen. was seine Motivation genau ist, kann man tatsächlich nur ahnen.
Aber drehen wir es mal um. Ein junger Mann wird auf Facebook von einer Frau aus einem anderen Kulturkreis angeschrieben (das scheint vielen hier ein wichtiger Aspekt zu sein). Er findet sie nett, erfährt, dass sie gemeinsame Hobbies haben und dass sie aktuell in einem Hotel in der Türkei als Animateurin arbeitet. Er sagt sich, warum nicht? Und besucht sie dort. Es scheint zu passen, die Umgebung ist westlich aufgeschlossen und er verliebt sich. Er besucht sie noch einmal und sie möchten heiraten.
Das passiert in einer tollen Zeremonie in ihrem Heimatland, die Familie scheint arm, aber nett. Jetzt würde der erste bereits unken, naja, sie will nur sein Geld. Okay. Sie ziehen nach Deutschland und sie hat Schwierigkeiten die Sprache zu erlernen, Freundinnen zu finden (merke: die meisten wähnen ja, dass sie nur sein Geld will und so hält man sich lieber fern und spricht in ihrer Gegenwart lieber schlecht von ihr oder wirft wissende Blicke...). Sie hat auch keine valide Ausbildung und ergattert schließlich einen Job als Gartenhilfe. Sie, die Frau, die ehemals Applaus als Animateurin genossen hatte, die umschwärmt war und in ihrer Familie für den beruflichen und privaten Aufstieg Anerkennung genießt. Für sie ist es unvorstellbar hier in Deutschland das Leben zu genießen solange sie weiß, dass es ihrer Familie nicht so gut geht. Sie nimmt daher ihr Geld und schickt es nach Hause. Ihre Familie sieht das Geld als Geschenk von ihr UND ihrem Mann an. Sie ist also von vielen Seiten unter Druck. Sie ist sich bewusst, dass sie keinen Platz im Umfeld ihres Mannes finden wird. Sie wie von vielen hier auch zur Goldgräberin abgestempelt wird. Also bleiben ihr Landsmänninnen zum sozialen Austausch und das Internet.
Sie bemerkt auch, dass ihr Mann sie nicht mehr so schätzt wie zuvor, denn sie hat das gemeinsame Hobby aufgegeben. Er führt es jedoch mehrere Stunden am Tag ohne sie fort. Sie wird nicht in einer Position der Stärke sein.
Ihre Familie erwartet Versorgung. Ihr Mann erwartet mehr Gemeinsamkeit. Das Umfeld erwartet, dass sie eine ganz andere Person ist. Jemand, die sich 100% integriert, die Sprache sehr gut erlernt und Geld hat ohne reich zu sein. Also jemand, den es unmöglich so geben kann.
Ich verstehe schon, dass jemand in einem anderen Land sich Bestätigung sucht. Insbesondere wenn das Land sozial und klimatisch kälter ist als man es gewohnt ist. wenn Menschen von vornherein werten und abwerten. Ein Freund von mir hat eine Frau geheiratet, deren Eltern vor sehr langerZeit aus Vietnam nach Deutschland gekommen sind. Sie und ihre Geschwister sind hier geboren, der Vater Arzt, die Mutter hat ein Geschäft. Und trotzdem glauben Fremde immer noch ihren Mann auf der Straße offen mitleidig anzusehen. Da fallen Begriffe wie Katalogbraut, thailändische Professionelle. Deswegen, wir wissen hier nicht alles und helfen Jasmin mit Vorurteilen glaube ich nicht so sehr.