Zitat von Balu85: Aber dann besteht ja noch immer das Problem mit dem Kumpel. Ich weiß nicht....wenn man schon mehrmals knutscht was passiert wenn es dann bessere Gelegenheiten gibt? Wenn man sich öfter sieht?
Dieses "Problem", wie Du es nennst, scheint mir von keiner erstrangigen Brisanz zu sein, bedenkt man den Hintergrund. (Die TE war im Leid, der Kumpel hat sie getröstet, umarmt, die beiden haben sich geküsst ... naja, nicht gerade etwas, das den Kuckuck aus dem Kühlschrank haut. Dass dann ein gewisses Kribbeln - noch dazu nach 10 Jahren Ehe - bleiben kann, es vielleicht noch einmal zu einer näheren Begegnung kommt usw., auch das scheint mir noch kein Grund zu erhöhter Aufregung zu sein.)
Was passiert, wenn sich die beiden öfter sehen würden und günstigere Gelegenheiten hätten, würde sich zeigen.
Wer weiß das schon?
Sollte es letztlich zu einem Absprung der TE von ihrem Mann führen, dann ist es eben so. Wie und wozu sollte man es mit Gewalt oder ausgeklügelten Vorsichtsmaßnahmen verhindern wollen? Das Leben ist, nach meinem Verständnis, ja keine Verurteilung zu lebenslangem Zuchthaus. Und alles offen oder hintergründig Erzwungene hat zudem ohnehin keinen Wert. Liebes- und begehrensleere Menschenhülsen braucht wohl niemand um sich herum stehen zu haben.
Das Leben, scheint mir, ist etwas Flüssiges, kein Betonkonstrukt mit jenseitigem Ablaufdatum.
Zitat von Balu85: Und dann gibt es ja auch unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung. Ich z.B. würde meine Frau schon gern öfter in meiner Nähe haben wollen als nur am WE oder aller 2 Wochen.
Ja, fürwahr - es gibt ganz unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung.
Da unterscheiden sich Deine von den meinen. Aber das macht ja nichts.
Grundsätzlich glaube ich, dass man zumindest phasenweise auch etwas anschieben muss in sich, um über die Zwangsgrenzen des eigenen Ichs hinauszukommen und nicht einfach ein Statuenleben zu führen. Ja, ich glaube sogar, dass diese (wiederholte) Ich-Grenzen-Zersprengung einen wesentlich Teil des Sinnes des Lebens ausmacht. Betoniert man sich ein, endet man letzlich dort, wo man begonnen hat. Sofern nicht ein wohlmeinendes Schicksal diese abschottende Ich-Eierschale zersprengt oder zumindest löchrig macht.
Aber das nur so nebenher gesagt.