Hola15
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es tut mir so leid für dich, was du erleben musstest.
Wenn ich deine Beiträge so durchlese meine ich zu spüren, wieviel Schuldgefühle auf dir lasten und wie du dich zum Teil auch schlecht für deine Reaktionen auf dieses schlimme Ereignis fühlst oder fühltest.
Zu deine Reaktionen nach dem Unfall. Du beschreibst, dass du nun besser mit Triggern zurechtkommst. Das freut mich sehr! Ich hoffe, dass du dich auch nicht verurteilst oder schämst für deine damaligen Reaktionen. Kannst du diese denn richtig einordnen? Weisst du, dass das ganz normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis waren?
Du wärst fast gestorben. Dein System hat alles dafür getan, dass dies nicht mehr passiert. Es hat dich beschützt und auf dich aufgepasst. Es war dann etwas übereifrig, aber ist ihm das zu verdenken?
Falls du es noch nicht hast, sei wohlwollend und danke deinem Angstzentrum dafür, so gut auf dich aufgepasst zu haben. Schön, wenn es nun gelernt hat, dass nicht mehr jeder Scheinwerfer deinen Tod bedeutet.
Die Situation im Auto beim Heimfahren: ich hatte die gleichen Körperreaktionen mal als Kind in einer Traumasituation. Mein Therapeut meint es war so bedrohlich, dass mein Körper sich (durch Entleerung) auf den existenziellen Kampf bzw. den Tod vorbereitet hat. Mich verwundert die Reaktion deines Körpers gar nicht in Anbetracht der Wucht deiner Erfahrung.
Mir hilft es manchmal Wissen über die Mechanismen und Traumadynamiken zu haben und Einordnen zu können. vielleicht könnte dir das auch helfen.
Beim Lesen deiner ersten Beiträge dachte ich unwillkürlich an „Überlebensschuld“.
Dann kamen deine Beschreibungen über die unfassbaren Kommentare seiner Mutter….
Das Thema Schuld klingt bei dir sehr oft an. Du entschuldigst dich auch bei den Forumsteilnehmern sehr schnell und unnötig. Bitte verstehe das nicht im geringsten negativ bewertet. Es fällt nur auf.
Ich denke wir können dir tausendmal sagen, dass du keine Schuld hast. Es sitzt - wie bei vielen Hinterbliebenen- ganz tief und komplett irrational.
Ich würde dir sehr wünschen, dass du das Thema be- und verarbeiten kannst. Ich würde dir dazu auch von Herzen weitere therapeutische Unterstützung ans Herz legen. In deinem Tempo. Geschützt und gehalten durch den Therapeuten.
In Sachen Traumatherapie: kein (guter) Traumatherapeut wird dich der Gefahr der Überflutung aussetzen. An den Rand gehen- dir helfen es zu halten- das vllt, ja.
Aber nicht mit der Brechstange. Oder du schaust echt nach bottom- up Formen der Körpertherapie wie schon hier vorgeschlagen.
Vllt wäre auch eine Selbsthilfegruppe was für dich?
Die Beiträge von @Razor_cgn : mir ist klar, dass sich in dir alles wehrt gegen seine Kommentare. Du bist in deiner Loyalität (durch Schuldgefühle?) zu deinem damaligen Partner noch total verhaftet. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Diese Loyalität oder auch Schuld hält dich jedoch noch gefangen und auf ihn wütend zu sein ist undenkbar und fühlt sich an wie Verrat.
Ich denke das ist die Kette an der du dich noch selbst fesselst und nicht befreien kannst.
Wut auf ihn zu entwickeln, weil - und das ist ja tatsächlich so und wäre auch absolut gerechtfertigt- er DICH so extrem gefährdet und fast getötet hätte, könnte dich aus dieser Loyalität befreien. Ebenso wie Wut z.B. nach Trennungen oder auch bei der Ablösung von den Eltern ein oft hilfreicher Schritt ist sich lösen zu können… nach diesem auch irgendwann der nächste Schritt kommen darf zu einer versöhnlichen, friedvollen Haltung.
Welchen Weg du auch gehst. Ich würde dir wünschen, dass du einen Weg findest ihm seinen Platz zu geben - in deiner Vergangenheit- und ihn nicht mehr deine Zukunft gestalten zu lassen. Das hätte er mit Sicherheit auch nicht so gewollt.