Zitat von Yingyang:Hattet ihr denn schon Erfahrungen in so einer Situation?
Ja. Und zwar ziemlich ähnlich zu Deinen Erfahrungen jetzt.
Ich weiss, dass klingt hart, aber ich kann Dir nur raten, den Kontakt sofort abzubrechen und zu versuchen keinen Gedanken mehr an .... hätte, könnte, wäre ... zu verschwenden.
Letztlich ist doch folgendes Fakt: Sie ist nicht da. Punkt. Daran gibt es nichts zu deuteln. Ihre Motive, die Motive Ihres Mannes, die Hochzeit, die Heulerei, der ganze Summs ... völlig egal, weil ... sie ist nicht bei Dir. Ich kann leider auch aus dem, was Du schreibst nicht entnehmen, dass sich das ändern wird.
Ich habe es ja schon öfter hier geschrieben. Das, was die ganze Sache so schwierig macht, ist zu akzeptieren, dass es tatsächlich Menschen gibt, die es schaffen, mit den Gefühlen von anderen in einer Weise umzugehen, die jenseits des Denkbaren liegt. Die so hochegoistisch unterwegs sind, dass man große Mühe hat, zu durchschauen, dass sie sich selbst meinen, wenn sie sagen, sie lieben jemanden. Die Wahrheit ist wohl eher: sie wissen gar nicht, was das ist. Und blöd, dass man ausgerechnet mit so einem Menschen zusammenkommt. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so blöd, sondern eine ganz persönliche Aufgabe?
Meine Affäre dauerte gut ein Jahr und ich habe in der Zeit sehr deutlich gemacht, dass das für mich kein Zustand ist und auch, dass ich es verstehe, wenn er sich nicht von seiner LG trennt, schließlich sind wir ja auch nicht mehr Anfang 20. Dann bin ich zwar weg, aber es herrschen klare Verhältnisse, ich weiß, woran ich bin und kann entscheiden. Ende vom Lied: ich habe letztlich die Affäre mit ihm beendet. Die erste Ausrede, warum er sich nicht trennen kann war: es kommt ja jetzt die dunkle Jahreszeit und Weihnachten und da ist eine Trennung wirklich nicht besonders nett.

Nach weiteren zwei Monaten saß er
heulend zwei Tage vor dem verabredeten Einzugstermin vor mir und sagte er könne sich jetzt nicht trennen, weil sein Schwiegervater in spe eine Krebserkrankung hätte. Die hatte er aber schon länger und in dem Moment, wo er mir das so sagte, ist etwas wirklich richtig kaputt gegangen bei mir. Ich konnte es tagelang kaum realisieren. Der Aufschlag war echt hart. Ist der Typ doch tatsächlich einer der feigesten Sorte. Das hätte ich in meiner Umnebelung nie gedacht. Wirkte er doch so authentisch.
Er hat mir so oft sehr überzeugend gesagt, wie sehr er mich liebt, was für ein Glück das ist, dass wir uns getroffen haben, dass ich ihm vertrauen kann, dass er mich noch nie angelogen hat etc. Er hat mir wochenlang dabei zugeschaut, wie ich seinen Einzug vorbereitet habe und hatte es doch nie wirklich vor. Ich habe in dem Zusammenhang auch schon öfter mal was von Momentwahrheiten geschrieben. Somit glauben solche Menschen sogar, dass sie nicht lügen, weil es für sie in dem Moment, in dem sie so etwas sagen, wahr ist. Solange, bis sie wieder in ihrer anderen Welt sind und verdrängen, was sie anrichten.
Yingyang Du hast noch Glück. Bei Dir dauert das Ganze noch gar nicht so lange. Klar tut das jetzt erstmal weh, aber glaube mir, je länger der ganze Sch... dauert, umso schlimmer wird es. Und wo Du jetzt noch recht kämpferisch klingst und kraftvoll, nutz das lieber für Dich und hau Dich da selbst raus. Ansonsten kann ich Dir nur an Herz legen, den großen Affärenthread zu lesen. Da gibt es viele Geschichten von Affären und wie es Ihnen ergangen ist.
Ich weiss, wie schwer es für Dich ist. Ich kann Dir aber als Ausblick geben, dass es besser wird und heute fühle ich mich zwar immer noch nicht frei von der ganzen Sache, aber mir geht es sehr gut. Und zwar ohne emotionale Dramen, Sehnsüchten, Hoffnungen und Träumen, die immer so geschmerzt haben, wenn sie zerplatzt sind. Außerdem bist Du "erst" Mitte zwanzig. Da wird sich doch eine tolle freie reizende Frau für Dich finden, die dich wirklich aufrichtig liebt? Das ist übrigens einer meiner wichtigsten Erkenntnisse aus der ganzen Sache: Ich möchte, wenn ich nochmal eine Beziehung eingehe, das mit einem Menschen tun, der aufrichtig ist und zwar in erster Linie zu sich selbst. Weil, wer nicht ehrlich zu sich selbst ist, kann es schwerlich zu anderen sein.