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Verloren gegen die Sucht

MissLilly
Zitat von Neeela:
Aber Achtung, mit einem Happy End kann ich nicht dienen

Ich fürchte du irrst dich, denn es ist sicher nicht das schönste, aber definitiv das beste Happy End was dir passieren konnte.

x 6 #16


Fenjal
@Neeela 8 Jahre Ehe mit einem Alk, sind 8 Jahre verlorene Lebenszeit für dich.
Sei froh, dass es zu keinem Nachwuchs gekommen ist, was erlebt ein Kind für einen Vater, dessen beste Freunde die Flaschen sind, der sich lieber die Kante gibt als mit ihm Ausflüge, Sport zu machen, ihm die Natur, Wälder, Fruchtstände, Tiere nahe zu bringen.

Dein Happy End ist die Trennung.

Die Spätschäden, die dieser Typ bei weiterem Konsum, erleben wird, bleiben dir erspart.
Hak ihn ab, was du schon viel früher hättest tun müssen, nach dem Kennenlernen, -ca 6 Monate-, wäre er im Nirwana gut aufgehoben gewesen.
Jetzt lebe und zieh durch, du hast dich befreit und DAS ist es was zählt.

x 5 #17


A


Verloren gegen die Sucht

x 3


Ema
Zitat von Neeela:
Ich fühle, wie die Traurigkeit zurückkommt. Die Leere darüber, womöglich nichts bedeutet zu haben

Doch, doch, du hast etwas bedeutet. Aber du kannst niemals gegen die Sucht gewinnen. Die ist immer stärker.
Die wahre Geliebte eines jeden Alkis ist der Alk. Das weißt du doch. Dagegen hat niemand eine Chance.

Zitat von Neeela:
Heute habe ich Superkräfte. Ich erkenne funktionale Alk. an Bewegungen, dem Ton in der Stimme und all dem, was das ungeschulte Auge nur bei offensichtlich Betrunkenen erkennt.

Ich weiß, wovon du sprichst. Aber willst du das hier nicht mal genauer beschreiben, für all jene, die in einer ähnlichen Situation stecken wie du und die sich das immer noch schönreden? Die immer noch zweifeln, ob ihr Partner wirklich ein Alki ist?
Es steckt ja immer noch in einigen Köpfen, dass ein Alki erst dann ein richtiger Alki ist, wenn er völlig verwahrlost jeden Tag mit der Flasche in der Hand am Bahnhof abhängt.
Die sich selbst einreden: Solange er ja noch jeden Tag (oder fast) zur Arbeit fährt, kann er ja nicht wirklich ein Alki sein. Oder solange er noch dies oder das macht, ist er ja nicht wirklich süchtig.

Damit könntest du vermutlich einigen helfen, die hier still mitlesen.

x 10 #18


N
@Ema ein große Danke für deine Worte. Ich würde mir gerne mehr Zeit nehmen, um deine tolle Idee umzusetzen, und ein wenig mehr auf die Co Abhängigkeit und meine Glaubenssätze aus dieser Zeit eingehen. Das mache ich heute Abend in Ruhe, denn die verdient das

x 5 #19


Ema
Zitat von Neeela:
Das mache ich heute Abend in Ruhe

Ich freu mich drauf.

Und bis dahin: Halt deinen Kopf oben. Du warst genug (vermutlich viel mehr als nur genug) und du hast etwas bedeutet. Und bedeutest immer noch etwas.
Nur nicht das, was du eine Weile gehofft hast zu bedeuten.

Dein stärkster Schritt war der, dass du begonnen hast dich zu lösen. Damit hast du nun die echte Chance, dir selbst zu zeigen, wie viel du wirklich bedeutest.

x 6 #20


Z
Zitat von Worrior:
@Neeela Selten so einen ergreifenden Text gelesen. Jetzt hilfst Du anderen Menschen damit sie aus Deinen Fehlern lernen, Respekt. Aber diese ...

Doch die Geschichte hat ein Happy End und zwar sie hat sich selbst gerettet. Und sie wird nach der Scheidung definitiv am Ende stärker raus gehen als er.

x 6 #21


S
@Neeela
Ein Schulfreund *beep* mit 13 , dann kamen andere Dro. dazu. Irgendwann kam der Alk dazu.
Ich selbst habe nie getrunken oder Dro. genommen.

Irgendwann machte ich meine Lehre , war damit fertig und die anderen , machten das was sie schon die ganzen Jahre taten.

Ich fing mein Job an , machte meine Nebenjob , und irgendwann nach 2-3 Jahren meldete sich mein schuldfreund mit einer Geschäftsidee, was ziemlich schnell in die Hose ging wegen seiner undisziplinierten Art und weise.

Ich ging zur Steuerberaterin die die Mutter eines anderen Schulfreundes war …. Wie ich da saß schaute sie mich an und sagte „ mit Süchtigen macht man keine Geschäfte“


Ich dachte nur „ ich Idiot , Ich habe es doch die ganze Zeit gewusst“ und erst wie die Mutter das sagte kam es an.

Beruflich hatte mit Suchtis 26 Jahre zu tun. Sie taten mir anfangs leid. Meine Kolleginnen sagten irgendwann „sei nicht so nett zu denen“.

Ich dachte , kann man zu nett sein zu so einem Menschen ?

JA , das kann man.

Du würdest heute nicht sehen wollen wie ich mit solch Person rede.
Ich bin nicht gemein , nicht laut , nicht unfreundlich.

Sie wollen was von mir ? Dann stell den Antrag.

senden sie mir den Antrag ? Habe ich getan , ziehen sie den jetzt aus dem Internet.

ich habe meine eindeutigen Grenzen, und lasse mich nicht von dieser Person herunter ziehen.

Was ich dir hier mit sagen möchte , ist das ich auch auf solch Person im überragenden Sinne reingefallen bin weil ich zu nett war. Weil ich dachte es ist doch ein schul Freund…..

Nein auch bei normalen Freunden hat man seine Grenzen. Und man muss nicht entschuldigen dass diese Person ja eine sucht hat.

Du bist die wichtigste Person in deinem Leben !

Und du bist kein schlechter Menschen weil du an einen anderen Menschen geglaubt und fest gehalten hast.

Nur hat du dich dabei leider selbst vergessen.

Du bist es wert das du Menschen um dich hast die dir gut tun. Die dich wertschätzen , die dich sehen. Und dich nicht für selbstverständlich sieht und nimmt.

x 5 #22


Z
Was ich dir als Mama von 2 kleinen Kindern versprechen kann ist, das du froh sein kannst kein Kind mit dem zu haben. Ruf dir das jedes mal wenn du traurig bist zurück.
Stell dir vor was das mit deinen Kindern macht wenn ihr Vater trinkt? Stell dir vor sie machen das ihm nach?
Unterhalt kannst du auch vergessen meistens streiten mit dem Amt wegen Vorschuss. Stell dir vor er macht jetzt Schulden stirbt und deine Kinder müssten mit 18 direkt seine Beerdigung bezahlen...

Man kann auch sich zb in Dänemark als Single befruchten lassen. Meine Kinder haben Geschwister wo die Mama eine Single Mom ist. Ich finde das gar nicht so schlecht. Man muss sich nicht absprechen hat keine Streits entscheidet alles allein. 1000x besser als ein Kind mit so einem

x 2 #23


CanisaWuff
Wenn erst mal mehr Abstand zwischen Euch ist, dann wird es besser.
Ich hab alleine drei Jahre gebraucht um die Kraft zu haben, um überhaupt die Scheidung einzureichen.

x 2 #24


GreenTara
@Neeela
Zitat von Neeela:
Rückblickend hat das nicht geholfen. Egal wie gut ich war, wie informiert, wie wohlwollend und aufopferungsvoll

Es war ein Fass ohne Boden. Du hast gegeben, bis du selbst leer warst.
Zitat von Neeela:
Alles an und in mir war dunkel, und der Wunsch nicht mehr aufzuwachen war damals sehr präsent. Mein Mann kommentierte dies nicht. Er verlies wortlos den Raum nachdem ich ihm davon erzählte.

Nein, es kam nichts zurück. Es hat nichts zu geben, weil ihm selbst die Sucht alles nimmt.
Da hilft keine falsch verstandene Loyalität, kein einseitiges Unterstützung, keine Appelle, kein Betteln, kein Drohen. Nichts hilft, man kann sich nur selber retten. Sich der Energie der Situation entziehen, bevor die Situation dir die Energie entzieht. Ich denke, du musst jetzt lernen, auf deine Bedürfnisse zu schauen. Bislang war er im Fokus. Jetzt bist du dran. Der Anfang davon ist das Loslassen. Es ist nicht nur Liebe. Es ist auch das Bedürfnis, gebraucht zu werden. Das ist eine starke Fessel. Durch Selbstliebe und Selbstachtsamkeit wirst du frei davon.

x 2 #25


S
Hallo @Neeela ,
ich habe mich vor Jahren auch mit Alk. beschäftigt und habe verstanden, dass man den natürlichen Tiefpunkt eines Alk. nicht verzögern sollte. Denn nur im Tiefpunkt ist es für einen Alk. möglich, sich Hilfe zu holen. Da du ausgezogen bist, hat er jetzt niemanden mehr, der ihn auffängt. Das könnte seinen Tiefpunkt auslösen. Ich würde ihm die Telefonnummer der Anonymen Alk. geben, die er im Tiefpunkt anrufen könnte.

x 4 #26


GreenTara
Zitat von Sincerite:
Ich würde ihm die Telefonnummer der Anonymen Alk. geben, die er im Tiefpunkt anrufen könnte.

Das ist ein guter Gedanke. Das sollte dann aber auch alles sein.
Die Einsicht und der Wunsch nach Hilfe könnte auch eine Strategie sein, um @Neeela umzustimmen. Einem Süchtigen kann man nicht unbedingt alles glauben.

x 1 #27


N
@Ema nun habe ich genug Ruhe, und nehme mich deiner tollen Idee an Lachendes Gesicht
Zitat von Ema:
Aber willst du das hier nicht mal genauer beschreiben, für all jene, die in einer ähnlichen Situation stecken wie du und die sich das immer noch schönreden? Die immer noch zweifeln, ob ihr Partner wirklich ein Alki ist?


Ich finde, dass das ein total guter und wichtiger Punkt ist. Natürlich ist das Thema des Forums ein anderes, aber grad auch durch die Arbeit mit der Selbsthilfe Gruppe, und den Begegnungen rundherum hab ich gemerkt, wie viele Menschen eigentlich Berührung mit dem Thema Sucht erleben oder erlebt haben. Und ich empfinde dieses „gibt es ein Problem, oder bin ich zu empfindlich?“ noch immer sehr präsent in meiner Erinnerung. Das kneift, und treibt um, und zermürbt. Und deswegen teile ich jetzt hier die „Reise“ meiner Gefühle in dieser Zeit.
Sucht entsteht nicht von heute auf morgen. Und ja, mein Mann war sicher schon suchterkrankt als wir uns kennenlernten. Ich habe großes Verständnis für pauschale Gedanken dazu. Von „das wollte man nur nicht sehen“ bis hin zu „einen Süchtigen muss man fallen lassen, dann hat er eine Chance“ hat alles irgendwo seine Berechtigung. Aber alles ist auch ebenso falsch wie richtig. Menschen, auch suchterkrankte sind so individuell wie wir alle. Was dem einen hilft, kann dem anderen den letzten Halt nehmen. Da bin ich persönlich sehr vorsichtig geworden. Ich habe im laufe der Jahre viele Gespräche mit abstinenten Suchterkrankten geführt, und weiß nun ein bisschen um das Leid auf beiden Seiten. Das soll nichts entschuldigen, und bei Gott ich bin wütend auf diese Sche****. Aber ich weiß auch, dass das klassische Täter Opfer Ding ( explizit ausgeschlossen sind hier natürlich psychische und physische Gewalt im Zusammenhang der Sucht! ) nicht zutrifft. Wenn die Sucht gewinnt, gibt es nur Verlierer. Das ist keine Entschuldigung oder Glorifizierung für „eine Seite“ dieser Geschichte, sondern die Entscheidung neben all dem Frust, der Wut und der Verzweiflung menschlich zu sein. Für mich war und ist das wichtig, um nicht bitter zu werden.

Wo hatte ich angefangen? Mein Mann der schon Abhängig war, als wir uns kennenlernten, genau. Das wird so gewesen sein. Und bestimmt ist es grad in der Verliebtheitsphase schwer, so etwas zu erkennen. Durch die verschiedenen Phasen und Ausprägungen der Abhängigkeit kann es aber, wie in meinem Fall, auch sein, dass ein Alk. über lange Zeit nicht trinkt, weil es ihm gut geht. Die Veränderung des Konsums geht meist mit Belastungen, Stress und alten Geistern einher. So auch bei uns. Aus trinkfreien Wochen wurden Tage, dann halbe Tage, und dann war die trinkfreie Zeit weg. Über lange Jahre gab es immer Pausen zwischen diesen „Schüben“ - dann irgendwann nicht mehr. Das ist der Lauf der Erkrankung, eine Art Nächstes Stadium.

Nun aber genug dazu. Eigentlich wollte ich ja erzählen, mit welchen Gedanken und Hindernissen ich von der ersten Idee bis zur Überzeugung gerungen habe.
Anfangs war ich einfach ein wenig genervt davon, dass viel getrunken wurde. Es störte mich, dass mein Mann dann abends früh schlief, und ich „alleine“ meine Abende verbrachte. In dieser Zeit fühlte ich mich in meinem Empfinden nicht unsicher. Ich wusste, das nervt mich halt. Mit der steigenden Frequenz der Gespräche darüber ( an denen mein Mann von Anfang an nicht besonders freiwillig teilnahm ) verschob sich dort aber etwas. Durch äußere Einflüsse wie „sei doch nicht so streng mit ihm“ - „er arbeitet so hart, lass ihn doch entspannen!“ bis hin zu „er ist Handwerker, das gehört nun mal dazu!“ war alles dabei. Ich war mir also mehr und mehr unsicher, ob ich nicht einfach eine Spaßbremse war.
Als mein Mann dann irgendwann nicht mehr nur abends früh einschlief, sondern am Wochenende routiniert auch mittags, und auch an eher ungewöhnlichen Orten wie auf dem Teppich im Bad, wurde ich mir mit meinem Bauchgefühl wieder sicherer. Und auch die Einflüsse von außen, und die Reaktionen meines Mannes änderten sich. Von beiden kam nun recht gleichstimmig das erste Mal die Schuld dazu. Meine Schuld. Es wäre ja klar, dass er mehr trinken würde wenn ich so Druck mache. Und würde ich das nicht alles mit Adleraugen beobachten, dann wäre das auch nicht so. Das Gefühl dahinter? „Ich bin falsch“. Ein bekanntes, beinahe familiäres Gefühl, dass ich aus meiner Kindheit noch gut kenne. Und so auch das richtige Verhalten. Ich stellte mich mehr und mehr darauf ein, richtig zu reagieren. Ich begann auf Eierschalen zu laufen, mich zu Beginn von schwierigen Gesprächen prophylaktisch zu entschuldigen, und mich kleiner zu machen.

Ab einem bestimmten Punkt konnte ich nicht mehr unterscheiden, ob ich einfach ein irrsinnig beschissener Partner bin, oder ob wir mit dem Alk. in unserer Ehe Probleme haben. Ich bettelte um Nähe, ich kochte Lieblingsessen, gab mich betont entspannt, und bezahlte tolle Urlaube. Um zu gefallen. Um geliebt zu werden. Um Verbündete zu bleiben. Ich dachte, wenn ich ihm einfach der beste Partner der Welt bin, dann kämpfen wir zusammen gegen den Alk..
Als dann irgendwann das Umfeld die ersten Kommentare zum Konsum brachte, zog ich randvoll mit Löwenmut an die vorderste Front der Verteidigung. Niemand außer mir wusste um die Schmerzen und das Leid, dass an meinem Mann frass. Ich kannte diese Geschichten, nur ich verstehe ihn. So mein Slogan damals. Das er nicht verstanden werden wollte, und das Trinken eine Entscheidung war, hab ich - sagen wir mal - eher ignoriert. Das hätte mich auf meiner Mission nur unnötig ausgebremst.

Nachdem ich mich an Schuld allein gewohnt hatte, wurde die Unsicherheit an der Einschätzung der Lage wieder lauter. Und so schlich ich, sobald mein Mann schlief, ans Auto und in die Werkstatt und suchte Flaschen. Nicht um ihn zu verurteilen, sondern um zu sehen, dass ich nicht verrückt bin. Das getrunken wird. Denn der Mann der immer schlief begründete dies darin, dass er hart arbeitete, und nicht nur wie ich immer am Schreibtisch hocken würde.

Der Wechsel aus Schuld, Unsicherheit und Hilflosigkeit begleitete mich über Jahre. Erst nach meinem Auszug und mit räumlichem Abstand konnte ich erkennen, dass ich niemals etwas hätte ausrichten können. Und auch, dass ich niemals so beteiligt war. Mein Fehler war, zu lange zu bleiben. Das ist das einzige, das man mir, wenn man denn will, sicher vorhalten kann. Aber manches braucht Zeit. Auch das lösen aus einer so funktional toxischen Beziehung braucht viele viele Versuche. Heute weiß ich, dass niemand viel trinkt, weil Du es nicht willst. Und auch, dass niemand körperliche Nähe verweigert, weil Du sie Dir zu sehr wünschst. Ich weiß ein bisschen genauer wer ich bin, und das Ich auch ohne Bestätigung Wert besitze. Und ich weiß, dass mein Bauchgefühl recht hatte.

Was sind also, für mich, klare Anzeichen einer Alk.?
- Trinken immer nur um den Kopf frei zu bekommen, und Gefühle leise zu stellen
- heimlich trinken. Mein Mann trank im Auto, auf Feldwegen, auf Toiletten. Nie vor mir, nie Zuhause.
- Wochenenden und Abende an denen eigentlich sofort, und ungewöhnlich tief geschlafen wird. Beim schlafen oft schwitzend, blass und extrem unruhig
- finanzielle Einbußen
- Lügen über Arbeitszeiten, freie Tage und Besuche bei Freunden ( stattdessen stundenlang im Auto irgendwo alleine getrunken )
- „aggressive“ Flucht aus Gesprächen über Alk. und klassische Schuldumkehr
- Trinken bis zu Bewusstlosigkeit

Vergesst nicht, denn das Umfeld bewertet gern danach, dass ein Alk. ja nicht
„betrunken“ ist. Er hat Mittel und Erfahrungen gegen die Fahne, lallt nicht, und ist körperlich nicht auffallend ausfallend. Bei meinem Mann waren einzig die Augen immer rot, und irgendwann kamen die geplatzten Adern um die Nase dazu.
Wenn jemand über lange Zeit trinkt, ist die Toleranz des Körpers hoch. Der Körper wurde trainiert. Und das Ziel ist nicht betrunken sein, sondern den Kopf leiser bekommen. Dass es dazu mit der Zeit immer mehr braucht, und es dadurch irgendwann klarer wird, bleibt lange Zeit verborgen.

Wer auch immer das hier liest, und in einer „ich weiß nicht, ob es ein Problem ist, oder ich zu empfindlich bin“ Situation ist: wenn Du das denkst, dann bist Du, meiner Erfahrung nach, schon mittendrin. Hör auf deinen Bauch, und lass Dir helfen. Lass dich nicht verunsichern, und fühle dich bitte nicht schuld ❤🫂

x 10 #28


N
@Ema ich danke Dir sehr, für das hier:
Zitat von Ema:
Und bis dahin: Halt deinen Kopf oben. Du warst genug (vermutlich viel mehr als nur genug) und du hast etwas bedeutet. Und bedeutest immer noch etwas.
Nur nicht das, was du eine Weile gehofft hast zu bedeuten.

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Ema
Unfassbar.
Ich kenne so gut wie alles, was du beschreibst. Nur so etwas habe ich mir von außen (also von scheinbar Unbeteiligten) nie anhören müssen:

Zitat von Neeela:
Durch äußere Einflüsse wie „sei doch nicht so streng mit ihm“ - „er arbeitet so hart, lass ihn doch entspannen!“ bis hin zu „er ist Handwerker, das gehört nun mal dazu!“ war alles dabei

Zitat von Neeela:
auch die Einflüsse von außen, und die Reaktionen meines Mannes änderten sich. Von beiden kam nun recht gleichstimmig das erste Mal die Schuld dazu. Meine Schuld. Es wäre ja klar, dass er mehr trinken würde wenn ich so Druck mache. Und würde ich das nicht alles mit Adleraugen beobachten, dann wäre das auch nicht so


Gab es echt Leute in deinem Umfeld, die dir so etwas erzählt haben?
Und woran - glaubst du - hat das gelegen? Wieso hat dir das Umfeld so einen Stuss erzählt, statt dich zu stützen und zu stärken?
Denkst du, das kam überwiegend von Leuten, die selbst so ein Problem zu Hause hatten (als Süchtiger oder Co-Süchtiger) und es sich selbst schönreden wollten, indem sie dich verurteilten? Glaubst du, dass sie dir quasi sagten, dass du das Problem oder "zu empfindlich" seist, hat damit zu tun, dass sie sonst mit der Nase auf ihre eigenen ungelösten und verdrängten Probleme gestoßen worden wären?

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