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8 Jahre Ehe mit einem Alk, sind 8 Jahre verlorene Lebenszeit für dich.
Das sieht danach aus, aber die TE hat durch diese lange Zeit auch ihre Erfahrungen gemacht, die unerfreulich waren und wohl doch einiges gelernt. Auch über sich und die eigene Wirksamkeit und über das Aufgeben und die Schwierigkeiten bis man selbst dorthin kommt. Auch negative Lebenserfahrungen sind nie umsonst. Aber Jahre zu brauchen, bis man die Segel streicht, sagt auch etwas über die eigene Unfähigkeit aus, zu erkennen, dass man machtlos ist. Es ist schwer das anzuerkennen und oftmals noch schwerer sich daraus zu lösen, weil man das Gefühl hat, ein sinkendes Schiff mit einem Passagier zu verlassen und egoistisch zu sein.
Um Suchtkranke würde ich künftig einen möglichst großen Bogen machen. Man verbrennt sich daran leicht die Finger, wenn man zu nahe kommt.
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#46
B
Bud Mitglied
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Zitat von Margerite:
Das sieht danach aus, aber die TE hat durch diese lange Zeit auch ihre Erfahrungen gemacht, die unerfreulich waren und wohl doch einiges gelernt. ...
Ich finde nicht, dass man um Suchtkranke einen grossen Bogen machen sollte. Das haben sie nicht verdient. Sie sind krank. Oft sind es genetische Dispositionen, die sie anfällig machen. Jedem, der sich den Arm gebrochen hat, wird verständnisvoll Hilfe angeboten. Und dann soll man Millionen von Kranken sich alleine überlassen und bietet gleichzeitig an jeder Ecke Alk. und Dro. an? Nein, Suchtkranke brauchen Hilfe. Am besten ist es, wenn sie sich selbst Hilfe suchen. Selbsthilfegruppen und professionelle Angebote sind der beste Weg.
@Bud hey guten Morgen. Ich war ein paar Tage nicht hier, weil ich mir das Thema durchs mit euch teilen natürlich auch wieder in den eigenen Fokus geschubst hab. Das ist gut, weil man ja damit arbeiten muss, aber auch anstrengend.
Ich weiß nicht, ob mein Mann irgendwas dagegen tut, oder überhaupt darüber nachdenkt. Wir haben schon sehr lange nicht mehr miteinander gesprochen. Manchmal hat er Songs im Status die uns gemeinsam etwas bedeutet haben, aber das als Kommunikation zu sehen ist dann doch etwas weit hergeholt. Soweit ich weiß, lebt er nach wie vor dieses Leben für das er sich entschieden hat. Mittlerweile bedingt durch suchtinzidierte Verhaltensweisen auch arbeitslos. Ansonsten hat sich sein Alltag nicht geändert. Nachbarn und Freunde sind größtenteils ja noch da. Und auch die neuen, falschen Freunde, die kommen weil man in unserer Garage so schön umsonst trinken und rauchen und Musik hören kann. Relativ direkt nach meinem Auszug ist meine Schwiegermutter für die Wochenenden eingezogen. Wäscht, kocht, bezahlt Rechnungen und öffnet versteckte Post, putzt und bietet sozialen Anschluss. So lange diese liebevoll gemeinten Handlungen nicht überdacht werden, hat er keine Chance etwas zu ändern. So lange bleibe ich eben die böse Frau, die ihn einfach verlassen hat 🤷🏼♀.
Ich kenne ihn nicht mehr. Aber ich erinnere mich gerne an ihn. Ihn ohne den Alk.. Das hat nichts mit wirrer Romantik zu tun. Ich sehe die Dinge recht klar, und weiß mittlerweile ne Menge über das alles und mich. Ich trauere um die Person, die mich damals so tief getroffen hat. Und das ist okay. Für Außenstehende ist das manchmal schwer nachvollziehbar, aber wenn man jemanden der einem nahe stand an die Sucht verliert, ist das nicht „einfach“ eine Trennung. Das ist ein wenig, als wenn diese Person gestorben wäre. Nur ohne Grab, an dem man trauern kann. Also macht man das hier und da im Alltag. An gemeinsamen Orten, in Songs, in Erinnerungen. Das wird noch ein wenig dauern. Vielleicht bleibt es auch. Das ist mir gar nicht wichtig, ich gehe damit liebevoll um. Er war es mir wert, und wird es mir immer wert gewesen sein.
Und bitte, macht keinen Bogen um Suchtkranke. Genau diese Stigmatisierung macht es so unendlich schwer, Hilfe anzunehmen. Viel mehr sollte man aufhören, problematischen Konsum zu ignorieren oder schön zu reden. Das Thema totzuschweigen macht es so zerstörerisch.
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x 4#48
M
Margerite Mitglied
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Zitat von Bud:
Ich finde nicht, dass man um Suchtkranke einen grossen Bogen machen sollte
Das bezog sich auf Beziehungen, nicht darauf, dass man Suchtkranke nicht behandeln sollte.