Zitat von Worrior: Bis ich begriff dass ich manche Dinge einfach nur akzeptieren muss.
Manchmal ist es wie es ist, da gibt es dann nichts zu verstehen.
Das ist oft das Schwerste. Die Akzeptanz, dass man manche Dinge einfach nicht ändern kann und noch weniger Menschen. Akzeptanz bedeutet ja auch, dass ich in eine gewisse Distanz gehe und mir dann sage, gut, ich habe vieles probiert, aber ich bin machtlos. Und ehe ich mich deswegen fertig mache und schlechte Gedanken und Gefühle habe, lass ich das so stehen.
Manche Dinge kann man nicht verstehen. Z.B,. dass manche Menschen in eine Sucht geraten, die ja irgendwann ihren Anfang nimmt, ehe der Mensch mehr und mehr dort hinein rutscht, bis das Suchtmittel über den Menschen bestimmt, der manchmal sein Leben damit zerstört und unter Umständen das von anderen.
Ich kannte zwei Fälle von Alk.. Der eine war ein Kollege, der einer der liebsten Menschen war, die ich jemals kennengelernt habe. Er fing mit dem Trinken an, als ihn seine Frau verlassen hatte und mit den 3 Kindern sitzen ließ. Der andere war ein Onkel, der aber nicht mehr hier wohnte, verheiratert, zwei Töchter, guter Job.. Er begann irgendwann mit dem Trinken und zwei Entzüge änderten nichts. Er starb an einem Hirnschlag in Verbindung mit dem Sturz von einer Treppe. Ob ein Hirnschlag den Sturz auslöste oder der Hirnschlag eine Folge des Sturzes war, wurde wohl nicht geklärt.
Und der Kollege fiel im Suff von einer Treppe und starb dann. Er war auch auf einer Entziehungskur und war sich damals so sicher, dass er nie mehr trinken würde. Ich hätte es ihm gewünscht. Aber nach der Kur kam ja wieder der altbekannte Alltag mit seinen Problemen und da war der Griff zur Flasche naheliegend.
Die meisten Entzüge helfen nicht, weil die Sucht ja doch da ist.
Zitat von Bud: Partner von Suchterkrankten sind mE gar nicht in der Lage zu helfen. Denn Sucht ist eine Krankheit. Er muss er erkennen, dass er krank ist. Und sich selber helfen bzw. professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Das glaube ich auch. Ein Partner ist emotional mit dem Süchtigen verbunden und kann keine therapeutische Hilfe leisten. Er wird höchstens coabhängig oder grenzt sich rechtzeitig ab. Aber das würden viele als Verrat und unterlassene Hilfeleistung sehen und das nicht zu Unrecht. Man glaubt und hofft ja immer, dass man irgendwann doch was ändern könnte usw.
Bis man erkennt, dass man selbst mit runtergezogen wird, weil die Sucht der eigentliche Herrscher geworden ist, der das Leben des Süchtigen und des Partners bestimmt.
Solange der Süchtige nicht bereit ist anzuerkennen, dass er süchtig ist und keinen Willen zu einem Entzug hat, bleibt alles wie es ist. Deprimierend in jeder Hinsicht. Und selbst wenn der Süchtige bereit ist, so ist die Rückfallquote doch erschreckend hoch.
Ich meine, dass Alk. eines der schlimmsten Suchtmittel ist und auf einer Stufe mit Rauschgiften steht. Er wird oft nur verharmlost, weil er leicht zu bekommen ist und gesellschaftlich akzeptiert ist.