Liebe Karin,
zurück vom Kindergeburtstag.... war niedlich, lauter kleine Mädels zwischen 3 und 5.... schöne Ablenkung (MMB: ja die braucht man ab und zu!)
Also Selbstwertgefühl:
daran arbeite ich auch immer noch, Rückschläge kommen leider dauernd....
Was mir bisher geholfen hat:
- seeehr viel mit Freunden reden die mich, und möglichst auch meinen Noch-Mann kennen, und keine Ja-Sager sind sondern ihre eigene Sichtweise und Meinung haben und mir diese auch offen und ehrlich sagen
- ich habe mehrere Gespräche mit unserem Traupfarrer gehabt. Ein lebenskluger Mann der selbst schon durch die Beziehungshölle gegangen ist, also weiß wovon man erzählt
- hier viel gelesen, dann auch geschrieben
- mir wurden sehr viele Zufallsbegegnungen geschenkt bei denen sich wertvolle Gespräche ergaben
Irgendwann habe ich ganz langsam angefangen den Gedanken zuzulassen daß ich meinen Blickwinkel ändern muß; also meine Position anders zu beleuchten und meine "Schuld- Rolle" in Frage zu stellen.
Also: Wo habe ich tatsächlich Schwächen, und welche "Fehler" sind eigentlich gar nicht meine, sondern die des Gegenübers gewesen?
Wo ist mein "Fehlverhalten" nur in der Wechselwirkung mit dem Verhalten des Partners entstanden, also ohne dieses gar nicht vorhanden?
Welche meiner Stärken hatte ich "vergessen" und - aus welchem Grund auch immer- nicht mehr eingebracht?
Wo wurden meine Erwartungen an die Partnerschaft im Grunde gar nicht erfüllt? Was habe ich vermißt? Und wo hatte ich falsche Erwartungen und war dadurch unzufrieden?
Wo habe ich zuuu viele Kompromisse zugelassen die mich Kraft in jeder Richtung gekostet haben?
Wo habe ich mich - aus falsch verstandener Anpassung- kleiner gemacht als ich bin, und wo/wann habe ich zugelassen daß ich klein gemacht wurde?
Was sind meine wirklichen Träume und Wünsche? Welche Dinge die mir wichtig waren/sind habe ich (dem Partner zuliebe) vernachlässigt oder sogar unterdrückt? Wo habe ich sogar Werte zurechtgebogen, nur damit es paßt?
Warum habe ich verlernt mit mir alleine zurechtzukommen? Etwas was früher für mich gar kein Problem war?
Tausend Fragen, durch die aber im Laufe der Zeit eine "do" -Liste geworden ist, u.A:
ich gehe z.B. wieder regelmäßig joggen
ich halte wieder regelmäßiger Kontakt mit meinen Freunden (es gibt ja keinen mehr der eifersüchtig auf die Zeit ist die das kostet....)
ich entschuldige mich nicht mehr dafür daß meine selbstständige Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt
ich lerne ein neues Instrument
ich werde eine neue Sprache lernen
Bisher nur relativ wenig habe ich mit "Profis" geredet, das kommt jetzt im November, wenn ich mehr Zeit habe das auch zu verdauen was u.U. an die Oberfläche kommen wird. Aber schon die bisherigen kurzen Kontakte (unter den Kunden waren im Sommer immer mal Ärzte die mir natürlich ansahen daß etwas nicht stimmt und mich netterweise ansprachen) waren sehr hilfreich.
Ich fürchte das Wichtigste ist, daß im Gehirn ankommen muß daß die Bestätigung von außen zwar nett und das "Sahnehäubchen" ist, aber eine positive Ausstrahlung nur aus uns selbst kommen kann. Und die zieht dann wieder die Männer an wie die Motten das Licht.....
Und dann müssen wir zusehen daß der Partner uns genau so zu schätzen weiß, einen wirklich unterstützt und nicht nur benutzt und letztlich abwertet weil er Angst hat sonst selber schlechter dazustehen....
Alles Gute, und gute Nacht für heute
