Zitat von LichtundSchatten: Ich habe mich mir selbst, "wie ich ticke" angenähert und kann nun in gewissen Momenten entsprechend entgegen steuern.
Ja, wie ich ticke verstehe ich auch immer mehr. Ich beschäftige oder beschäftigte mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung. Hab Persönlichkeitstests gemacht. Auch mal etwas in die spirituellere Richtungen und konnte da schon Erkenntnisse gewinnen. Sei es nur, um mich nicht mehr so knallhart selbst zu bewerten im Kopf und Mitgefühl mir selbst gegenüber zu entwickeln.
Zitat von LichtundSchatten: Meine Intuition ist im zwischenmenschlichen oft Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil ich durch die feinen Antennen bereits "die Baustellen der anderen" 10 Meter gegen den Wind rieche und die Kompromisse mir einfach zu groß wären, die ich für eine Beziehung eingehen müsste. Segen, weil ich mich dadurch natürlich auch vor vielem schützen kann. Dies zum Thema Distanz im zwischenmenschlichen.
Ja, kenn ich. Ich "erkenne" auch schnell die Baustellen anderer. Ich glaube der Fluch ist, das man manchmal versucht dem Anderen das aufzuzeigen. Ich glaub, da geht auch manches an Augenhöhe verloren weil man sich dadurch schnell "überlegen" fühlt. Es geht einen aber nix an und man hat auch nicht das Recht, da zu urteilen und ungefragt drauf hin zuweisen. Habe mich in der Vergangenheit oft in sowas verbissen bzw erliege der Illusion das der Mensch nur xy lösen müsste und dann wäre die Beziehung gut. Weist du was ich meine?
Zitat von LichtundSchatten: manchmal erwische ich mich, wie ich beispielsweise kein Verständnis und Mitgefühl aufbringen kann und denke, das Problem des anderen ist hausgemacht.
Kann ich auch unterschreiben. Ich höre mir zwar die Probleme an, sag auch meine Meinung dazu oder versuche zu helfen wenn man mich fragt aber nach einer gewissen Zeit, geht es mir auf den Keks und frage mich, warum derjenige das Problem jetzt nicht einfach endlich mal löst. Ich block das dann ab.
Eine Freundin von mir meint, dass sei ein gesunder Selbstschutz weil das verhindert, dass die Probleme anderen Menschen einen selbst negativ beeinflussen.
Manchmal hab ich aber auch das Gefühl, dass mich das von anderen Menschen trennt.
Wobei ich mir hier denke, vielleicht ist das ein Muster aus der Vergangenheit. Vielleicht ist es wirklich gesund aber eben ungewohnt, weil man mit den Problemen der anderen aufgewachsen ist und sich als Kind damit arrangieren musste. Da konnte man sich ja nicht entziehen. Ist vielleicht so ne Art schlechtes Gewissen, dass einen dann denken lässt "Wenn ich da jetzt von weg gehe, mag mich der andere nicht mehr." / "Liebe heißt Aufopferung" ? Und dann fühlt man sich abgetrennt .. ?
Zitat von LichtundSchatten: Es kommen aber nach wie vor viele zu mir um mich nach Rat oder meiner Meinung zu fragen. Was aber auch vermehrt auffällt ist, dass die Menschen in meinem Dunstkreis gerne ihren Ballast von der Seele reden aber so gut wie nie mal ernsthaft nachfragen, wie geht es dir eigentlich?
Ansich ist es ja auch schön wenn Menschen sich einem anvertrauen möchten. Man sollte aber darauf achten, das es nicht zu einseitig wird und ich glaube man muss sich den anderen auch einfach mal zumuten und von selbst sagen, wie es einem geht. Oft ist man überrascht wieviel Zuspruch man erhält und wenn nicht, dann den Kontakt überdenken
