Zitat von FrauDrachin: "Dich gehen lassen" enthält eine extrem starke Wertung, und läßt keinen Raum mehr für Verstehen. Einzige Folgerung daraus: Das war schlecht und schwach, ich darf nächstes mal nicht mehr schwach sein. Wenn du eine andere Möglichkeit gehabt hättest, als "schwach" zu sein, wärest du es gewesen, keiner ist freiwillig schwach, keiner zerstört freiwillig seine Beziehung, keiner nimmt freiwillig 20kg zu, usw. Es gab Gründe warum du so gehandelt hast, und hier bieten sich echte Ansatzpunkte. Dafür musst du aber zwei ebenen tiefer, und nicht
Danke dafür das du dir Zeit nimmst. Habe heute 14 Stunden geschlafen und fühle mich das erste Mal seit 4 Wochen wieder ziemlich down. Sie geht mir nicht aus dem Kopf, alles was sie zu mir sagte, und Recht damit hatte. Aber ok. Weitermachen....
Zum dem Teil: Dann habe ich mich nicht präzise ausgedrückt. Die Gründe für das sich gehen lassen sind mir bekannt. Es ist primär die Einsamkeit und das Selbstmitleid, das die Gedanken in eine Bahn lenkt, in Kombinationen mit einen schweren Allkohol Missbrauch für das zum vollständigen Kontrollverlust. Es ist in der Tat ein Form von Selbstzerstörung, Selbstbestrafung aus fehlender Selbstakzeptanz. Hinzu kommt eine unglaublich hohe Frustration aus fehlendem Erfolg (Beruflich) und dem subjektiven Empfinden nicht 'gut' genug für die Beziehung zu sein. Für meine Partnerin. Kein Mann zu sein. Jedoch die Frustration über sich selbst, war mit Abstand die treibende Kraft´.
Das habe ich verstanden, heute, letztes Jahr konnte ich nicht so ehrlich zu mir sein, ich denke dass der Alk. einem keine Möglichkeit gibt das zu spüren und fühlen. Und wenn dann sind es emotionale Entgleisungen, zu denen man am nächsten Tag keinen Bezug herstellen kann bzw, sich schämt.
Die Einsamkeit ist unbeschreiblich und es fällt mir jetzt am Wochenende wieder auf. Kein Soziales Umfeld zu haben, niemanden mit dem man seine Sorgen, Gefühle, Bedenken, Niederlagen, aber auch das Gute, teilen kann ist ein zermürbender Zustand.
Der einzige Freund, war der Missbrauch Stoffgebundenen- und ungebundenen . Es ist nach wie vor, keine Sucht.
Die Erkenntnis letztes Jahr war, dass ich kein Leben besitze, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist als würde es an mir vorbeiziehen, und ich versuche verzweifelt irgendwie auf diesen Zug zu gelangen, immer ohne Erfolg.
Aus all den genannten Punkten, resultiert dann der Verlust des Glaubens an mich selbst, an meine Fähigkeiten, zu leben, lieben, fühlen, spüren, teilnehmen, kämpfen, aufstehen, verantwortlich sein----> sich gehen lassen.
Zitat von FrauDrachin: ..fünf höher. Du hast also deine Identität zerstört. Hier ist der Luftschlossarchitket zu Gange, und bastelt sich eine Erklärung, gibt dem ganzen Sinn, noch mit einem nebulösen, auf den ersten Bick einleuchtenden, auf den zweiten Blick völlig substanzlosen Begriff: Identität. Da wäre doch schon mal die Frage, was ist eine Identität? Wie entsteht eine Identität, läßt sie sich überhaupt beeinflussen oder verändern? Wo sitzt sie? Was tut sie, wie fühlt sie sich an, wie fühlt es sich an, wenn man keine mehr hat? Ich bin zu wenig vom Fach, deine Psychotherapeutin könnte dir da vielleicht mehr sagen. Jedenfalls würde ich laienhaft sagen, dass eine zerstörte Identität eher in die Klapse führt, als zu einem gesünderen Leben.
Ich habe Bilder von mir und meiner Wohnung gemacht letztes Jahr. Als Dokumentation, für die Zeit, falls ich wieder rauskommen, falls ich überlebe, es anzusehen, mich anzusehen.
Diese Bilder sind fürchterlich. Rein äußerlich, innerlich, war ich Reif für die Klapse, das ich in der Tat nicht mehr wusste, was passiert. Das ist der Moment des Suicides. Zwangseinweisung. Dagegen habe ich mich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Warum?
Wenn ich ehrlich bin war es der Hund. Wenn, hätte ich ihn mit mir genommen, hatte alles schon vorbereitet, aber es ging nicht.
Ich erinnere mich an eine Abend, an dem ich völlig über meine Grenzen, mich dem Selbstmitleid ergab und einfach trank, bis ich nicht mehr stehen konnte. Da lag ich auf dem Boden und bat meinen Hund um Hilfe- ja, unfassbar. Die Balkontüre war offen, 3. Stock. und der Hund ging hinaus, stellte sich auf die Hinterläufe an dem Balkon hoch und schaute links , rechts, zog sich weiter hoch um nach unten zu sehen. Sie stand da, wie lange weiß ich nicht. Es war Nachts gegen 3, niemand war draußen.
Das war der Moment, als ich entschied zu kämpfen. Das geht mir noch heute sehr nah.
Die Identität wird im Kindesalter geprägt und über die Jahre entwickelt sie sich durch Wechselspiel von Zugehörigkeit und Abgrenzung, in den ersten Jahren primär von der Mutter. Sie beschreibt ein Zugehörigkeitsgefühl; Familie, Freunde, Interessen, Religion usw.
Der Verlust einer Identität beschreibt den Verlust dieser Zugehörigkeit, in meinem Falle in Form von Gewalt des Vater und Missbrauch der Mutter, von außen an mich getragen. Das hängt auch eng mit dem Selbtwert zusammen.
Wenn du dich nicht mit dir selbst, deinem Umfeld, deinen Freunden, deinen Hobbys, Arbeit, usw identifizieren kannst führt das zwangsläufig zu einer psychischen Belastung, die über Jahre, massive schäden anrichtet.
Mit einer starken, mit sich selbst übereinstimmenden Identität, hat weder Missbrauch, noch Sucht eine Chance.
Wie es sich anfühlt, keine zu haben, beschrieb ich weiter oben.
Zitat von FrauDrachin: ..und soso, ein intuitiver Prozess. Intuition sind ja erst mal Informationen, die von ich weiß nicht wo aus mir heraus kommen. In meinem Verständnis aus unterbewußten Bereichen, wo eben der Luftschlossarchitekt nix verdrehen kann. Vielleicht von KingKong? Da aber diese Bereich ebenso, vielleicht noch viel mehr deine "Identität" ausmachen, würde das bedeuten, dass deine Identität sich unbewußt selber zerstört hat? Heißt das, dass nur noch der Luftschlossarchitekt übrig ist? Irgendwie keine so gute Arbeitshypothese, wenn du verstehst, was ich meine.
Richtig, ich vermute es ist eine unterbewusste Selbstschutzreaktion, existenziell, um am Leben zu bleiben.
Weder KingKong noch der Architekt haben damit zu tun. Der 7te Sinn, Bauchgefühl, alls das was mir nicht fassen können, beschreiben können. All das hat dazu geführt, diesen Selbstzerstörungsprozess bis kurz vor knapp, aufrecht zu halten um Platz für neues zu machen. Es klingt merkwürdig und eine Erklärung dafür habe ich nicht. Muss man ja auch nicht immer haben.
Es ist ein Gefühl. Ob ich das aufnehme um daran zu arbeiten, weiß ich nicht, momentan möchte ich nur nach vorne Blicken, das fällt mir schwer genug.
Zitat von FrauDrachin: Ok, weiter, diese Identität war also von anderen bestimmt. Wieder so ein Begriff. FREMDBESTIMMT. Schlecht, böse, fort aus meinem Leben! Echt? In einer Beziehung z.B. bestimmen immer zwei. Sobald ich jemanden in mein Leben lasse, Eltern (!), Freunde, Kollegen, Dro., Partner... wird mein Leben zu einem gewissen Teil fremdbestimmt. Das ist mE normal und nicht ungesund. Außer bei den Dro., logischerweise. Das entscheidende ist, seine Identität, sich selber, dabei nicht zu verlieren. Ich würde sagen, sorum wird ein Schuh daraus.
Also wäre eine wichtige Frage, wie sollen genau die Dinge, die einen wirklich ungesund fremd bestimmen, und einen sich selber verlieren lassen, nämlich Dro. im weitesten Sinne, dazu führen, dass man bei sich selber ankommt? So ne Art /format c: ? Und dann besseres Betriebssystem aufspielen? Ich befürchte, so funktioniert unser Gehirn nicht.
Ok, weiter.

!
Ja, Fremdbestimmt, dann wenn es zu einem Verlust kommt. Ein Zugehörigkeitsgefühl wird von außen aufgehoben. In dem der Partner zb Fremdgeht, oder die Verbindung einfach kappt. Es geht nicht um schlecht oder böse. Die Identität ist immer in Abhängigkeit zum Außen. Und ja, Dro. (welche ich 2 Jahre konsumierte!, mit einem dennoch positiven Nebeneffekt) als auch alle anderes Missbrauchsformen unterbinden die Identifikation mit dem Außen.
Ich weiß nicht warum du so auf diesen Dro. Begriff fixiert bist. In dem Fall, in meinem Fall, waren es nicht die Suchtmittel die zu einer fehlenden Identifikation geführt haben. Sie haben verhindert dass ich es erkenne, ja, aber die Ursachen dafür liegen in meiner Kindheit.
Ob es hierher passt oder nicht, dennoch möchte ich ein Beispiel nennen, das während meinem ganzen Leben immer wieder aufpoppt. Insbesondere in letzter Zeit beim Schwimmen, und dann rede ich mit mir, dem Jungen, genau in der Situation die wie folgt stattfand;
Vorab, ich schreibe das zum besseren Verständnis von Identifikation, nicht um Mitleid oder sonst was zu erhaschen. Verarbeitet habe ich es, und verziehen auch, dennoch werden mir nun eben die Folgen bewusst.
Ich war 8, sportlich sehr aktiv, wurde sehr gefördert, spielte Tennis und trainierte wie ein irrer- ja damals schon.
Nebenbei spielte ich Tischtennis mit meinem Vater, er hatte extra eine Luxustischtennisplatte besorgt, an der ich Abends teils Stunden alleine trainierte um, eines Tages meinen Vater in einem Spiel zu schlagen:). Denke es war ein Jahr später, und ich war richtig gut, und dann kam der Abend, lustig wie immer, wir haben uns warm gespielt, und dann ging es los. Es war ein super Spiel, wir machten kaum Fehler und ich war ebenbürtig. Dann hatte ich Matchball, und gewann! Meine Freude war riesig, ich feierte mich, doch das war von kurzer Dauer. Mein Vater freute sich gar nicht, im Gegenteil, er ging zur Kellertür, schloss ab, kam zu mir, packe mich am Arm, legte mich über seine Knie und schlug mich solange auf Po und unterer Rücken, bis ich das Bewusstsein verlor. Das war der Auslöser für die Scheidung, mit Anzeige, Körperverletzung usw.
Das war einer von dem Momenten in dem meine Identität zerstört wurde, von Außen und es war mir bis heute nicht möglich, den Zusammenhang herzustellen. Das ist auch das wovon e-clair in ihrem ersten Post sprach.
Der Missbrauch von Substanzen war in diesem Fall, das Format c:, das loslösen dieser alten, zerstörten Identität. Um eine neue Aufzuspielen.
Zitat von FrauDrachin: Du hattest dir also diese Identität nicht gewählt. Trotzdem hat die Zerstörungsaktion etwas entfernt, was du sehr wohl gewählt hattest, nämlich deine Beziehung. Ich würde es viel eher so formulieren: Wie kannst du diese extremen Tendenzen so in deine Identität INTEGRIEREN, dass das zerstörereische Potential minimiert wird, und du im besten Fall die damit verbundenen Ressourcen nutezen kannst?
Mit Liebe zu mir selbst und Akzeptanz.
Zitat von FrauDrachin: Nächsten Absatz können wir uns vielleicht sparen, sonst wirds ein Roman, wenn du deine Identität nicht zerstören kannst, kannst du auch keine neue erschaffen. Mein Papa hatte immer den Spruch: "Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi" Nix mit, wenn mir das Ergebnis nicht passt, dann erschaffe ich mir einfach eine neue Identität.
Der Vergleich hinkt. Was du beschreibst sind Erfahrungen, die aus meiner Sicht nichts mit Identität zu tun haben.
Neue Identität heißt, ich lerne gerne viele Leute kennen, bzw, spreche sie überhaupt einmal an. Kalle, Frank, Holger, Oliver, Fhid, Mahjid ... und das erste Mal in meinem Leben, denke ich darüber nach, mit wem ich mich auf ein B. treffen möchte. Wie soll mein Freundeskreis aussehen, mit wem kann ich mich identifizieren, was oder wer entsrpicht meiner eigenen Identität, der neuen die ich entwickle. Vielleicht kannst du das nachvollziehen?
Zitat von FrauDrachin: Na gut, und dann noch ein bisschen Grant: Dass du über deine Psychotherapeutin lästerst, geht gar nicht. Die hat das lange studiert, und dann eine ebensolange Ausbildung gemacht. Vielleicht passt sie nicht zu dir, dann solltest du schleunigst eine andere suchen. Wenn ich dich richtig einschätze, wärest du vermutlich auch bei einem Kerl besser aufgehoben. Was ich dir zeigen kann, sind Dinge, die für MICH geholfen haben, das ist ABSOLUT keine Blaupause, die du einfach übernehmen könntest. Hörst du deiner Psychotherapeutin wirklich zu? Kommt sie ausreichend zu Wort? Oder hat der Luftschlossarchitket sofort ein Aber parat?
Die Therapeutin ist für die Aufnahme bzw, Differntial Diagnistik in der ADHS Ambulanz zuständig, sie sammelt und spricht mit dem Chef, was weiter von deren Seite Angeboten werden kann.
Sie ist aber ebenso ein wenig ratlos, das stand sie mir auch offen zu. In den letzten 5 Jahren war ich bei 15 Therapeuten, da sich jedoch so viele Dinge bei mir überschneiden, und die Medizin in diesem Bereich nach dem Ausschlußverfahren vorgeht, habe ich mich nicht 'gut' oder 'wohl' oder 'verstanden' gefühlt. Es ist sehr komplex, und Hilfe werde ich annehmen ja, dennoch spüre ich, dass es nur aus mir heraus stattfinden kann. Ich bin auf einem guten Weg, und wenn es mir gelingt meine Gedanken und Emotionen zu regulieren, dann werde ich es schaffen.
Nun ist es doch ein Roman geworden, noch einer. Warum mir meine Ex nicht aus dem Kopf will und ich noch immer die Verbindung spüre, ist, da sie all das erkannte, und mich immer wieder vorsichtig versucht hat darauf hinzuweisen. Verpasste Chancen, das verlorene Ich, Unachtsamkeit.....