Das einzige, das wirklich hilft, ist Abstand. Konsequenter Abstand. Und zwar so lange, wie nötig ist, um die rosa Brille (=Verliebtheitshormone

) zu verlieren. Danach sollte man sich das ehemalige Objekt der Begierde ruhig noch mal "nüchtern" anschauen ... in der Regel ist man dann froh und glücklich, aus der Nummer rausgekommen zu sein, bevor man sich ernsthaft an so jemanden gebunden hätte ... aber verliebte Frauen sind leider wenig rational, was für die Männer ein Segen ist (sonst würde ein Großteil von ihnen ein Leben lang alleine durch die Welt ziehen), für uns Frauen aber manchmal ein arges Los. Ich weiß noch nicht, wie man sich davor schützen kann, außer sich gar nicht mehr zu verlieben. Was wohl definitiv gesünder ist. Aber auf Dauer halt auch irgendwie - einsam.
Du hängst jetzt noch so dran, weil Du ja in dieser Beziehung die Unterlegene bist - die Macht ist ganz auf seiner Seite, denn er ist gebunden und Du willst mehr von ihm, als er Dir geben kann. Daraus resultiert Dein Gefühl der Ohnmacht, die emotionale Abhängigkeit, der ständige Liebeskummer, der immer wieder lindernd unterbrochen wird, wenn er sich auch nur mal kurz meldet ... da entsteht ein chemischer Teufelskreis aus einer Abhängigkeit von körpereigenen Dr. ogen und Entzugserscheinungen. Bringt jede Affäre so mit sich, und die wenigsten Affärenfrauen kriegen es hin, das Schema umzudrehen (und ihm die Entzugserscheinungen aufzudrücken, denn nur dann würde sich bei ihm überhaupt mal was bewegen in Richtung Trennung). Das kann aber ein guter erster Schritt auf dem Weg sein, wenn man sonst den Absprung noch nicht schafft.
Das Zauberwort lautet hier : Kontaktsperre. Light, wenn es erstmal besser zu verkraften ist. Heißt - Du meldest Dich nie bei ihm, sondern reagierst nur, wenn er sich bei Dir meldet. Du schlägst nie Treffen vor und fragst auch nicht danach, sondern reagierst nur, wenn er fragt. Und sagst dann auch nicht jedes Mal zu, sondern manchmal eben ab, weil Du was Besseres zu tun hast. So kannst Du Dich auch stückweise emotional distanzieren, Dich wieder stärker auf Dich selbst und Dein Leben konzentrieren und ihm nur noch eine kleine Nebenrolle einräumen. Meistens hilft das schon sehr, um irgendwann dann sauber den Schlussstrich ziehen zu können, weil man ihn gar nicht mehr so sehr "braucht". Aber es erfordert auch viel Disziplin und Selbstkontrolle, gerade am Anfang. Die rigorose Kontaktsperre ist natürlich vorzuziehen, aber das weiß ich von mir selbst, dass das oft sehr hart ist. Und dann ist es umso schlimmer, wenn man danach doch wieder einsteigt, weil man eben noch gar nicht stark genug war für den rigorosen Bruch ...