planless
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Zum ersten mal antworte auch ich auf einen Beitrag. Fühl dich gedrückt. Auch ich hatte vier Jahre lang eine Affäre. Vier Jahre! Ohne Versprechungen, ohne Geschenke, gemeinsame Urlaube...auch ich war Anfang 30, als ich ihn kennen gelernt hatte. Vor ihm hatte ich weitere vier Jahre eine extrem übergriffige und distanzlose Beziehung mit einem psychisch kranken Mann, die mich an den Rande des Abgrund getrieben hatte und von der ich mich zu diesem Zeitpunkt gerade erholt hatte. Ich bin zwei mal durch die Hölle gegangen. Es wundert mich zwar im nachhinein kein bisschen, dass ich von einem distanzlosen zu einem extrem distanzierten Mann "übergelaufen" bin, aber wovor ich immer noch fassungslos und verklemmt ehrfürchtig stehe ist, wie lange ich beide Konstellationen ausgehalten habe. Ich habe mittlerweile andere Sorgen, bin gerne hier im Forum und lese über Dating Probleme etc. Und einfach ein bisschen quer. Aber aufgrund dieser Fassungslosigkeit und weil es eben Teil meines Lebens ist, suche ich nach anderen Affärengeschichten, die meiner vergleichbar sind. Ich bin auf deine gestoßen, alleine aufgrund des zeitlichen Rahmens. Du tust mir sehr leid in deiner Situation, und ich weiß, wie schwierig es ist, da rauszukommen. Bei mir war es so, ich wurde wirklich ziemlich krank. Ich hatte richtige Depressionen, ging nicht mehr raus, habe meine Freunde gemieden, wollte nicht immer mit dem gleichen Mist ankommen, habe nix mehr gegessen, nur noch geraucht. Lag tagelang nur noch auf dem sofa nach der Arbeit oder saß auf dem Balkon zum Rauchen. Die Affäre neigte sich damals dem Ende entgegen, aber das tat sie ja eigentlich immer, vier Jahre lang....erst vor kurzem meinte er zu mir, "wir können noch Jahre weitermachen", er, der immer Schluss machte, wenn es ihm trotz der Distanz zu nahe wurde. Ich bekam Haarausfall, Atembeschwerden, im letzten Jahr bin ich von Arzt zu Arzt gerannt, keiner konnte mir helfen.
Ich frage mich im nachhinein "WOZU?" Und kenne die Antwort und doch wieder nicht. Ich habe mich kaputt gemacht, körperlich. Ich sehe gut 10 Jahre älter aus, als ich bin, was sehr schade ist, da ich eigentlich ganz hübsch wäre und das nimmt mir ein paar Chancen auf dem Datingmarkt. Mit 30 steckt man die Sachen nicht mehr so gut weg, das meine ich ernst. Man fängt an, das Leben und die Enttäuschungen, die man hatte, auszustrahlen. Es brennt sich im Gesicht ein. Das ärgert mich im Nachhinein am meisten. Ich habe meine Zeit verschwendet, wartend auf ihn und in Depressionen oder im ständigen on-off-modus. Ich habe verlernt, was es heißt, geliebt zu werden, sich auseinander zu setzen, ein Recht zu haben, gehört zu werden. Ich habe mir keine gute Basis geschaffen für mein jetziges Singlesein. Bei der kleinsten Kleinigkeit drehe ich durch, werde hypernervös und mache die Anbahnungsphase aufgrund meiner Ängste und schlechten Erfahrungen kaputt.
Weißt Du, wie oft ich mich seitdem gefühlt verliebt habe? Einige Male... wo ich doch dachte, er sei der einzig richtige. und auch diese Erfahrungen waren schmerzhaft, scheinbar liegt eben hier das Problem, aber ich habe gar keine Kraft mehr, sie auszusitzen. Gerade fange ich an, wieder eine Vorstellung zu entwickeln davon, wie es ist, verliebt zu sein und vor allem, wie es sein müsste, geliebt zu werden....langsam, ganz langsam kommen mir meine Beziehungen, die ich davor hatte, wieder in den Kopf.
Und er? Weil mir das ja so immens wichtig war, dass wir im Guten auseinander gehen, haben wir noch gelegentlich Kontakt. Er ist immer noch der gleiche. Hat halt nun andere Affärchen. Hatte er immer schon auch. Wir waren sogar einmal noch im bett dieses Jahr. Aber da war ich schon entliebt. Da war es mir schon gleich. Und Nein, er bräuchte nicht noch einmal ankommen, ich würde ihn nicht haben wollen, für nix, auch das hätte ich nie gedacht und er weiß das auch.
Aber die Zeit, Meine liebe Feder, all die Jahre und eben mein Körper. Nein, das war es nicht wert...