Zitat:Alles unvorstellbar für Menschen die nie in dieser Situationen waren/sind.
So pauschal kann man das nicht sagen. Ich war auch schon in der Situation, einen Mann zu lieben und von einem Mann geliebt zu werden, der gebunden war und eine kleine Tochter hatte.
Und dennoch waren wir es uns jeweils selbst und auch der andere uns wert genug, irgendwann die Finger voneinander zu lassen. Das hat eben ganz viel mit Selbstwertgefühl zu tun. Er führte ein Doppelleben. Unter der Woche führte er es mit mir und am Wochenende mit seiner Familie, die woanders lebte. Das war für mich okay, denn ich konnte meine Wochenenden auch hervorragend ohne ihn verbringen. Er war nach 15 Jahren der Erste, den ich liebte. Ich war in diesen Jahren mit anderen Männern zusammen, aber richtige Liebe habe ich erst wieder für ihn gefühlt. Er wollte sich trennen, doch dann verlor er seinen Job hier und fand keine neuen. Er fand einen neuen Job ein Dreivierteljahr später etwa 600 km von hier und wollte unsere "Beziehung" unter der Woche fortsetzen. Ich sollte ihn dort regelmäßig besuchen. Das hätte geheißen, ICH hätte reisen müssen. Es wäre immer auf MEINE Kosten gegangen. Auf Kosten meines Urlaubs, meiner Zeit, meines Portemonnaies, meiner Nerven. Er hätte mich empfangen und ich wäre unterwegs und dort nie zuhause gewesen.
Das war der Punkt, an dem ich es endgültig beendete. Liebe hin oder her. Aber zu dieser Form einer Geliebten wollte ich mich nicht degradieren lassen und ich fand es unanständig, dass er mir diese Idee überhaupt zumutete. Er bekannte mir noch lange seine Liebe, doch gab schließlich meinen Bitten nach, das sein zu lassen, damit wir beide nach vorn sehen können. Auf gewisse Weise liebe ich ihn noch immer, aber er ist kein Bestandteil meines Lebens mehr. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass es ihm gut geht.
Was ich sagen will. Es ist nicht die Situation, die dafür verantwortlich ist, wie man damit umgeht. Es ist die Liebe, die man für sich selber empfindet und der Wert, den man sich beimisst. An der Stelle musst Du an Dir arbeiten.
Was glaubst Du, könnte Dir helfen?