Picco,
mein Gefühl ist, dass so langsam eine Auseinandersetzung fällig ist. Knallhart Auf-Den-Putz-hauen ist eine Möglichkeit. Ein freundlich-sachlicher, aber sehr bestimmter Tonfall eine andere.
Du hast ihre Telefonummer. Und falls die nicht mehr funktioniert, wird ihre Adoptivmutter eine haben. Ganz pragmatisch betrachtet, kannst Du also mit ihr Kontakt aufnehmen. Du kannst ihr sagen, dass es Dir nicht gut tut, dass die Sachen immer noch bei Dir rumstehen. Und dass sie sich jetzt kümmern muss.
Mag sein, dass sie dann ein paar Karten zieht wie "ohh, was geht es mir schlecht" oder "du hast doch den Platz und das ist unfair".
Es ist dann Dein Job auf Kurs zu bleiben. Es darf Dir leid tun, dass es ihr schlecht geht, aber Du bist dafür nicht zuständig. Du musst wieder Dein eigenes Leben führen. Du brauchst das. Du hast auch Bedürfnisse. Und ja, der Platz ist da, aber es fühlt sich mies an, wenn ihre Sachen da rum stehen .... Das ist einfach so. Sie muss das nicht mögen. Aber sie muss jetzt handeln.
Sie darf höflich fragen, ob Du noch eine Weile mitmachst ... Du kannst ihr eine Frist einräumen, weil Du ja ein Netter bist. Aber vergiss über den Nettigkeit nicht Dich selber. Stell Bedingungen. Z.B. dass sie Dir ihre Meldeanschrift nennt, weil Du keine Lust mehr hast wieder monatelang wie ein Fisch auf dem Trockenen zu sitzen.
Wenn die Idee einer persönlichen Auseinandersetzung sich zu heftig anfühlt, gibt es auch Alternativen.
Rechtlich gibt es den Begriff der freiwilligen Besitzaufgabe. Wenn jemand geht und sich 7 Monate nicht um seinen Krempel kümmert, ist das meiner Meinung nach gegeben. Vermutlich darf Du inzwischen die Sachen einfach vor die Tür stellen. Aber ich bin keine Juristin. Auf so einem Pfad sollte man sich sauber absichern. Für mich persönlich käme so ein Weg nur als allerletztes Notfallszenario in Frage. Bin nämlich selber so eine Nette

Aber ich hätte vollstes Verständnis, wenn jemand nach so langer Zeit so handelt.
Könntest auch einen Mischweg gehen. Über ihre Adoptivmutter einen sachlichen Brief routen, indem Du sie aufforderst, sich um ihre Altlasten zu kümmern. Sie muss Dir mindestens eine Planung vorlegen, wann die Sachen abgeholt werden. Frist für die Planung setzen.
Soll heissen - wenn Du Deine Grenze ziehen willst, für Dich, um emotional frei zu werden, dann wirst Du einen Weg finden.
Vielleicht aber bist Du ja nicht soweit. Alles ok. Jeder in seinem Tempo.
Liebe Grüsse