Zitat von Ortrere:Einerseits schreibst Du von Partys und Übernachtungsgästen, dann wieder von großer Einsamkeit.
Die beste Freundin (unsere gemeinsame Freundin) ist die Frau des Mannes, der mich vor 2 Jahren aus der Selbstständigkeit in seine Firma holte. Wir lebten bis dahin 60 km weit von ihr entfernt und sie sahen sich nur selten.
Ihr Mann ist wie gesagt Unternehmer. Und seine Freunde und Bekannten sind es zum Großteil auch (aber keine Handwerker). Dieser Kreis hat uns nach und nach aufgenommen, weil Ex die Patentante des Kindes ihrer BF ist und Trauzeugin der BF war. Dieser Kreis feiert gern, und wir wurden immer öfter eingeladen.
Vor 2 Jahren dann der Schritt in dessen Firma. Der tägliche Weg mit dem Auto hin und zurück war fast 100 km (knapp 2h). Seit diesem Schritt kam in uns die Idee auf, den Lebensmittelpunkt zu verlagern - an den Ort, an dem ihre BF und der neue Bekanntenkreis leben. Der Ort liegt mehr in der Natur. Wir waren gern und oft draußen in der Natur (Spazieren, Bärlauch sammeln für Bärlauchbutter und Pesto, Holunderblüten sammeln für Marmelade und Getränke, Blumen pflücken für zuhause, Pilze suchen, Picknicken, Radfahren, etc. aber auch Reden, wenn es das brauchte. Früher wollte sie immer nur in die große Stadt - Berlin, Leipzig. In den letzten Jahren wandelte sich das.
Am vorherigen Ort gab es keinen Freundeskreis. Wir sind beide nicht Menschen, die regelmäßig ausgehen und andere Leute treffen müssen. Sie sagte nicht selten. Die h bin so froh, dass du nicht so eiber bist, der ständig auf die Piste will, dass wir beide Couchpotatoes sind. Klar sind wir auch regelmäßig zu in die Stadt oder ins Kino oder Essen gegangen. Aber lieber haben wir uns was bestellt und es uns gemütlich gemacht.
Wir hatten keine Langeweile, weil wir die Zeit nach der Arbeit entweder wie beschrieben verbrachten oder die Familien besuchten. Es war stimmig!
Zitat von Ortrere:Weshalb seid Ihr so weit weg von Eurem bisherigen Umfeld gezogen?
Um näher an den gerade beschriebenen neuen Kreis zu rücken und aus meinen 100 km Fahrtweg 40 zu machen und, weil uns am letzen Ort nichts hielt. Sie sagte nach unserem Einzug mal zu mir.
Zitat:Ich hab mal geprüft, ob ich die alte Heimat vermisse. Aber dem ist nicht so. Ich fühle mich überall zuhause, wo wir sind. Das zeigt mir, es braucht nicht einen bestimmten Ort sondern nur uns, damit ich mich zuhause fühle.
Wie gesagt, das sagte sie mir im vergg. Herbst hier im Haus.
Zitat von Ortrere:Das schließt der TE doch gerade aus, er geht doch von einer spontanen Eingebung aus, die sich lediglich durch den Patienten angekündigt hatte, wo ja aber die Ex noch sehr verantwortungsvoll die Betreuung abgegeben hatte. Das liest sich auch für mich von Anfang an nicht wie ein Doppelspiel.
Moment, das hast du missverstanden. Ich schließe das ganz und gar nicht aus. Von einer
spontanen Eingebung war auch nicht die Rede sondern von einer Anstauuung des auf ihr lastenden Drucks, der auch durch die parallel laufende Geschichte mit dem Anderen zunahm, sodass es nur noch den letzten Streit brauchte, um eine Art Affekthandlung zu vollziehen, die im fremden Bett endete.
Zitat von Ortrere:in einem gebe ich den Damen hier allerdings absolut recht: mit jeder Betroffenheits- und Jammeraktion treibst Du Deine Ex weiter weg. [...] Hör auf mit Nachrichten oder Briefen.
Das weiß ich. Dergleichen mache ich auch nicht mehr. Wir haben keinen Kontakt. Sie hält Funkstille, ich tue es auch. Wenn was kommt, dann von ihr, um das Gespräch über das Haus auf den Weg zu bringen.
Zitat von Ortrere:Wäre sie so abgebrüht, hättest Du in 17 Jahren schon Hörner gehabt.)
Tja, vielleicht hatte ja wirklich sie die Hosen an und ich habe es echt nicht geblickt. Dann frage ich mich aber, warum sie gut an mir fand, dass ich kein Weichei und JA-Sager bin sondern genau so einer wie sie es brauche - einer der ihr auch mal ne Ansage macht und Grenzen setzt und sich nicht alles gefallen lässt.