Schlotti
Gast
ich finde den Eingangsbeitrag furchtbar. "Ich liebe dich" sollte man nur sagen, wenn man es wirklich so meint und nein, das ist kein Satz den man sagt weil man das eben in dem Moment mal so empfindet. Liebe ist mehr als Schmetterlinge im Bauch in irgendeiner Situation. Liebe ist das was danach kommt. Nach den Schmetterlingen, nachdem die rosarote Brille ab ist, wenn man den Partner als Person wertschätzt. Seinen Charakter, seine Intelligenz, seinen Humor, sein Verständnis, seinen Fürsorge....das ist Liebe, nicht das Kribbeln im Bauch oder gerade mal eine schöne Zeit verbringen und nur dann, wenn man den anderen so zu schätzen weiß, sollte man von Liebe sprechen. Und da liegt auch der Knackpunkt. Wenn der andere sich nicht komplett in einen anderen Menschen verwandelt, dann kann Liebe auch nicht einfach so gehen, weil man nicht die Schmetterlinge im Bauch liebt, sondern die Person. Deshalb ist Liebe auch nichts, was sich in der Vergangenheit benutzen lässt. Entweder man liebt oder man WAR verknallt. Die Liebe zu Eltern, Kindern oder Freunden geht komischerweise nicht "verloren", aber die zum Partner schon? Da wurde das Wort Liebe wohl nicht richtig verstanden. Ich kann dieses Gerede von "in dem Moment war das aber ernst gemeint" einfach nicht mehr hören, da fehlt doch komplett die Selbstreflektion, wenn man mit so einer Ausrede ohne schlechtes Gewissen aus einer Beziehung geht. Liebe ist, wenn man mit dem anderen sein Leben verbringen will, eine gemeinsame Zukunft plant und das immer noch, wenn es mal Streit gibt, wenn es mal schwierig wird. Natürlich hat man nach 20 Jahren Ehe kein Kribbeln mehr im Bauch, aber diese Vorstellung für immer so "verknallt" zu sein, ist vollkommener Schwachsinn. Liebe ist so gesehen eine tiefe, innige Freundschaft verbunden mit Zärtlichkeit und Leidenschaft, aber letzteres allein, ist nicht mehr als eine kurze hormongesteuerte Phase.
Ich bin erst 18 und vielleicht klingt das alles ein wenig altklug für mein Alter, aber das ist nunmal Liebe für mich.
