Edelweiß
Gast
Angefangen hat alles vor 5 Jahren und 3 Monaten als ich meine jetzige Ex-Freundin kennengelernt hab. Davor war ich jeweils 2,5 Jahre in zwei Beziehungen mit relativ kurzen Pausen dazwischen. Die erste ging wegen unseres damals noch jungen Alters auseinander (jeder wollte noch etwas mehr erleben) und die zweite weil sie BPS hatte und mich diese fast zerstört hätte (ich hab mich getrennt). Und jetzt stehe ich vor den Trümmern der dritten Beziehung die wie bereits gesagt 5 Jahre und 3 Monate gehalten hat. Sie ist jetzt 26 und ich 30 Jahre alt.
Wir haben uns ganz klassisch über Freunde kennen und lieben gelernt. Es war wirklich harmonisch zwischen uns und wir lagen auf einer Wellenlänge. Wir hatten beide das Gefühl "jetzt ist es endlich der/die richtige". Ich musste dann nach 1 Jahr Beziehung berufsbedingt in eine andere Stadt umziehen (60km von ihr entfernt) und sie wollte eigentlich nachkommen, hätte sich also auch eine neue Arbeitsstelle in dieser Stadt suchen müssen. Aber die Tage vergingen und vergingen, irgendwann hab ich sie dann gefragt was denn nun sei und wie sie das geplant hat. Daraufhin hat sie gesagt, das sie gemerkt hat das die Stadt und die Wohnung doch nichts für sie ist und sie lieber daheim bei ihren Eltern bleiben möchte. Ich hab das akzeptiert und wir haben somit fast 3 Jahre lang eine Art Fernbeziehung geführt. Wir haben uns jeden Mittwoch gesehen und am Wochenende, da ich dann immer zu meinen Eltern gefahren bin.
Nun zum Thema S.
In dieser Hinsicht gab es schon immer eine gewisse Inkompatibilät zwischen uns. Ich bin ein Mensch der gerne und oft S. hat und für sie war das nie ein wichtiges Thema. Sie hat immer gesagt "mir ist das halt einfach nicht so wichtig". Ich hab immer versucht auf sie einzugehen, sie danach gefragt was ihr gefällt und ihr nicht gefällt und mich daran orientiert. An ihrem Verlangen nach S. hat das allerdings nie was geändert. Wir hatten dann jahrelang S. nach Fahrplan. Immer am selben Tag zur selben Zeit. Ich hab oft gefragt ob sie nicht mal etwas neues ausprobieren möchte oder einfach mal spontan aber einmal in der Woche nach Fahrplan hat ihr genügt. Ich hab immer versucht mich damit zu arrangieren aber hin und wieder (meist 1x im Jahr) sind wir deswegen und wegen anderer Kleinigkeiten aneinander geraten und hätten uns schon fast getrennt. Haben uns aber immer wieder versöhnt.
Vor 1 Jahr wann dann der Zeitpunkt für uns gekommen als wir beschlossen haben zusammen zu ziehen. Da die Stadt in der ich gewohnt habe aber für sie nicht in Frage gekommen ist, bin ich wieder zurück in meine Heimatstadt gezogen und hab mir dort einen neuen Job gesucht. Da waren wir immer noch der Meinung den Rest unseres Lebens miteinander zu verbringen. Das hat dann auch etwa ein halbes Jahr lang gut funktioniert bis sich dann vor einem halben Jahr etwas in unserem Leben verändert hat. Ich bin 30 und etwas ruhiger geworden. Sie hat sich mehr in ihren Freundeskreis gestürzt und das dachte ich, wäre ein guter Kompromiss. Ich muss dazu sagen, das ich immer schon das Gefühl hatte das ihr ihre Freunde wichtiger sind. Wenn wir zum Beispiel gemeinsam alle auf einer Party waren und ich wäre gerne nach Hause gefahren weil ich müde war, dann ist sie immer noch da geblieben und hat mich alleine gehen lassen. Ihre Erwartungen an unsere Beziehung haben sich meiner Meinung nach total geändert. Sie sagt das ich mich so verändert hab. Und wir haben immer öfter wegen Kleinigkeiten gestritten. Wer bringt den Müll runter usw. solche kleinen Dinge halt die eigentlich nicht der Rede wert sind. Wenn ich sie gefragt hab warum sie sich so oder so verhält dann hat sich sofort im Gegenzug an den Kopf geworfen warum ich mich dann so oder so verhalte. Das hat sich dann solang aufgeschauckelt bis keiner mehr was gesagt hat und wir uns darauf geeinigt haben das Thema zu beenden. Den Höhepunkt hat das Ganze dann erreicht als ich vor 3 Wochen von einer 2-tägigen Geschäftsreise wieder nach Hause gekommen bin. Sie lag auf der Couch und hat geschlafen, ich bin rein und wollte sie erstmal in Ruhe lassen und kurz essen (war 10 Stunden mit dem Auto unterwegs). Als ich sie dann geweckt habe um sie zu begrüßen, hat sie zu mir gesagt sie hat sich nur schlafend gestellt um zu sehen ob ich gleich zu ihr komm und sie in den Arm nehme. Daraufhin hab ich etwas verärgert reagiert und die Situation ist schlimmer geworden. Haben uns dann den restlichen Abend angeschwiegen. Am nächsten Morgen als sie dann ins Bad kam, hab ich nur ein sehr mieslaunisches "Guten Morgen" gehört. Als ich dann zur Arbeit bin hab ich ihr gesagt sie soll sich doch bitte überlegen ob unsere Beziehung noch das ist was sie eigentlich will. Nunja das hat sie dann auch getan und am Abend zu mir gesagt das sie Zeit zum Nachdenken braucht. Eine Woche lang hab ich gelitten wie ein Hund in der Ungewissheit was jetzt passiert. Am darauffolgenden Wochenende hat sie mir dann gesagt das sie die Beziehung nicht weiter führen will, weil sie kein Vertrauen mehr zu mir hat wegen unseren ständigen Streitereien. Sie hat mittlerweile ihre ganzen Sachen gepackt und ist zu ihren Eltern zurück.
Jetzt sitzt ich hier in unserer gemeinsamen Wohnung und weiß eigentlich nicht weiter. Ich mach mir große Vorwürfe deswegen. Fühl mich total allein und weiß irgendwie mit mir selbst nix anzufangen

