Zitat von Ella111: Während meines Studiums war ich regelmäßig bei ihm und seiner Familie. Sie lieben mich sehr. Die gesamte Familie kennt mich.
O.k., das klingt positiv.
Zitat von Ella111: Während des Studiums ist er dann mit seinem kostenlosen Bahnticket zu meinen Studienort gefahren (es liegt auf der Strecke, die Hälfte zu meinem Heimatort) und wir sind jedes Wochenende von dort aus zusammen zu meinen Heimatort gefahren und haben da die Zeit zusammen genossen.
Wie seid Ihr von Deinem Studienort aus heimgefahren? Per Bahn (also jeder auf eigene Rechnung)? Oder hattest Du ein Auto? Falls letzteres - hat er sich an den Spritkosten beteiligt?
Zitat von Ella111: Er lebt also noch bei seinen Eltern im Haus (hat oben eine Wohnung drin) und ich lebe jetzt nach dem Studium vorerst auch wieder daheim (mein Elternhaus ist sehr groß und ich hab oben eine komplette Wohnung mit Wohnzimmer, Bad, Gästezimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer). Also er kommt gerne zu mir, weil er sich hier wohlfühlt
Anders als viele andere hier kann ich nachvollziehen, daß Ihr lieber daheim wohnt, als Fremde mit exorbitant gestiegenen Mieten reich zu machen. Nachdem Eure Eltern das großzügig von sich aus anbieten, sehe ich darin erst mal kein Problem. In der Tat könnt Ihr so viel zurücklegen - also Du zumindest, er hat ja keinen Job.
Zitat von Ella111: Meine Eltern haben ein Geschäft und dass sie mal in den Urlaub können, übernimmt er des Öfteren sehr zuverlässig das Geschäft. Er hilft, wo er kann.
Das ist alles schön, nett und ein Stück weit auch löblich. Doch an seiner Stelle hätte ich meiner beruflichen Karriere längst die höhere Priorität gegeben und mir dafür auch mehr Freiräume genommen. Denn so fleißig er für beide Familien auch in all seiner Hilfsbereitschaft sein mag: Ihn selbst bringt das nicht wirklich voran im Leben.
Mir scheint eher, all diese Familienarbeit dient als Vorwand, erst viel zu lange studiert und dann noch zwei Jahre keinen Job gefunden zu haben - mitten in einer Zeit, wo Arbeitskräfte Mangelware sind.
Zitat von Ella111: Dazu kommt, dass er sehr christlich ist und wegen mir katholisch geworden ist.
Ein überzeugter (!) Katholik würde die Ehe nicht ablehnen und durch ein Konkubinat ersetzen wollen. Irgendwie hat er da den Katechismus noch nicht ganz verinnerlicht. Aber wenn er die Konfession nur wegen Dir gewechselt hat...
Zitat von Ella111: Ich möchte halt wissen, was ich für ihn bin.
Dann frag ihn das doch mal, Ihr habt doch jetzt bald Zeit, miteinander zu reden. Das würde angesichts Deiner inneren Unruhe momentan auch mehr Sinn machen, als sie mit Gedichten zu verdaddeln.
Zitat von Ella111: Er hatte nur 10 km zu seinem Studienort.
Er hatte es also schön bequem. Und das mit kostenlosem Bahnticket und elterlicher Wohnung, vermutlich auch Verkostung. Wieso wundert mich seine ellenlange Studienzeit nicht?
Zitat von Ella111: Er ist jetzt auch fertig und arbeitet noch nicht, weil er einen Job bei mir sucht.
Er verbringt den ganzen Tag damit, einen Job in Deiner Gegend zu suchen? Seit zwei Jahren schon? Das kann doch nicht erst gemeint sein.
Zitat von Ella111: Er hat sich auch schon nach Bauplätzen in meinem Wohnort umgesehen.
Zitat von Ella111: Mit seiner Mutter sprach er auch über potenzielle Bauplätze hier und zeigte ihr diese bei unserem Spaziergang.
Und hier zeigt sich, was für ein Traumtänzer er ist und wie er auch anderen gegenüber Luftschlösser baut. Aber wer weiß, vielleicht hat er das seiner Mutter auch nur gezeigt, damit sie was locker macht dafür, hm?
Zitat von Ella111: Ach ja, über Einrichtungen, die wir beide toll finden, haben wir auch schon gesprochen.
Wozu? Das ist aktuell doch noch vollkommen müßig.
Zitat von Ella111: Ich hatte nie das Gefühl was verpasst zu haben, sonst hätte ich mich schon längst nach jemand anderen umgesehen.
Mein Freund hätte auch genug Gelegenheit dazu gehabt.
So phlegmatisch wie er sich verhält, würde ich mir da auch wenig Sorgen machen. Eine heimliche Affäre am Heimatort könnte anstrengend werden; so wie Ihr Euer Leben arrangiert habt, ist es für ihn viel gemütlicher.
Zitat von Sonnenblume53: Er "verkriecht" sich vor den Anforderungen der Berufswelt bei seinen Eltern und seiner Oma, in dem er dafür sorgt, keine Zeit für eine reguläre Arbeit zu haben, weil er sich ja kümmern muss.
Sich jahrzehntelang tagtäglich dem Berufsstress zu stellen, ist für meine Begriffe nicht mit einem Ehrenamt oder Familienarbeit vergleichbar (extreme Pflegesituationen mal ausgenommen). Zwar scheint Ellas Freund insofern kein Faulpelz zu sein, als er sowohl bei seiner, als auch für ihre Familie stets brav mit anpackt. Aber das kann und darf keine Ausrede für zwei Jahre Arbeitslosigkeit sein - für einen frisch gebackenen Akademiker schon gleich gar nicht.
Zitat von Ella111: Ich kann ihm aber doch auch nicht das Messer auf die Brust setzen?
Zitat von Ella111: Soll ich sagen: Entweder Hochzeit oder Trennung?
Dazu hatte ich Dir hier bereits etwas geschrieben:
Zitat von Blanca: [...]ihm offene Fragen stellen wie
- was sind eigentlich Deine Lebenspläne?
- wo siehst Du Dich in 5, 10, 30 Jahren?
- wo siehst Du uns bis dahin?
- wovon träumst Du, bzw. worauf würdest Du gerne zurückblicken, wenn Du irgendwann in vielen Jahren mal als alter Mensch auf Dein - oder unser - Leben zurücksiehst?
Zitat von Ella111: das wird er nicht wissen, wie verletzt ich bin.
Dann sag es ihm doch. Oder soll er es etwa riechen?