Zitat von TraurigeUserin: Ja, es hätte etwas passieren können und ja, ich würde es nicht nochmal so machen. ABER wenn man das hier so ließt, könnte man meinen, hinter jedem Busch wartet in Deutschland ein Vergewaltiger auf uns Frauen und wenn uns ein Mann anquatscht müssten wir um unser Leben rennen.
Ich hatte ja auch meine Bedenken geäußert, aber so habe ich das nicht gemeint. Ich sehe nicht in jedem Mann einen potenziellen Vergewaltiger, ich mag Männer und habe auch Dates gehabt. Ich bin nicht ängstlich und auch nicht misstrauisch. Und ich kann klar sagen, was ich will und was ich nicht will.
Aber, ja, ich bin nicht leichtsinnig. Ich habe vor Jahrzehnten als ganz junges Mädchen eine Erfahrung gemacht, die mich sehr geprägt hat:
Ich war 14, mit meinen Eltern und Geschwistern wie jedes Jahr an der Nordsee im Urlaub. Auch wie jedes Jahr hat sich nach kurzer Zeit eine Clique aus Teenies gebildet, wir haben viel zusammen unternommen, zum Beispiel auch abends am Strand sitzen, Feuer machen, die Größeren tranken Alk., ich (noch
😉 ) nicht und andere Mädels aus der Runde auch nicht.
An einem dieser Abende am Strand hat sich plötzlich der Junge neben mir auf mich geschmissen, hat mich in den Sand gedrückt, mir seine Zunge in den Hals und die Hand unters T-Shirt gesteckt. Ich hab mich gewehrt wie verrückt, er war nicht älter als ich, aber ich hatte keine Chance und die Anderen haben gelacht und mir nicht geholfen. Er hat dann irgendwann abgelassen.
Im Gedächtnis geblieben ist mir, dass ich körperlich keine Chance gegen einen Mann habe und dass ich nicht darauf bauen kann, dass andere Menschen mir helfen.
Ich habe deswegen keine Panik vor Männern und unterstelle auch nichts. Und ich flirte auch mal, wenn ich angesprochen werde
😅 Aber ich habe gelernt, Risiken, wenn möglich, auszuschließen.
Vor einiger Zeit bin ich am Bahnhof in meinem Heimatort angekommen, bis zu meiner Wohnung sind es nur wenige 100 Meter zu Fuß. Ich hatte die Fahrt im Bistro verbracht und gelesen. Irgendwann fiel mir ein Typ auf, der mich anstarrte. Ich habe das ignoriert, aber jedes Mal, wenn ich aufschaute, glotze er mich an, ohne jede Regung.
Er ist mit mir am Bahnhof ausgestiegen, dann war er plötzlich weg. Mein Bauch hat gesagt: "lauf nicht im Dunkeln alleine nach Hause". Ich habe dann vor dem Bahnhof einen Taxifahrer angesprochen, die Situation kurz erklärt und mich entschuldigt für die sehr kurze Fahrstrecke. Er hat mich bis vor die Haustür gefahren und gewartet, bis ich im Haus war, Geld wollte er keines.
Das mag Dir strange erscheinen, für mich ist das völlig okay, und ich will Niemandem Vorschriften machen.