Zitat von frischgeföhnt:Zitat von Blanca:Im Grunde trennt man sich doch eh: Ob man es formal vorher schon tut, oder ob man sich auf die Affaire einläßt und damit bewußt den Ehe-Supergau riskiert, falls es auffliegt. Und das tut es definitiv häufiger, als daß es im AKW dazu kommt.
Eine Affaire gleicht dem Umzug ins innere Exil. Da wird heimlich eine Parallelwelt geschaffen, neben der Hauptbeziehung - wie ein zweites Leben, und sei es noch so winzig. Eine Welt, in der Intimitäten geteilt werden, die eigentlich letzterer vorbehalten sind, sofern sie nicht als "offen" vereinbart war.
Das ändert die Hauptbeziehung für immer, wenn es auffliegt. Auch wenn man sich wieder zusammenraufen sollte: So wie sie vorher war, wird sie nie wieder. Da muß man komplett neu durchstarten, von einem anderen Level aus - sofern man es schafft, diese Kurve gemeinsam noch zu kriegen.
So gesehen ist es wie eine Trennung von der Hauptbeziehung, wie sie bisher war.
Hier wird aber doch allgemein die These vertreten.
Affären sind ohne Emotionen oder tiefere Verbundenheit. Spaßbeziehungen. Ein dummer Kavaliersdelikt eines hilflosen EP.
Ob Affairen tatsächlich mit oder ohne Emotionen sind, sei dahingestellt: Solange einer von beiden partout
nicht bereit ist, sich fest zu
binden und offen zum anderen zu
bekennen, sind sie das, was sie sind und keine ernstzunehmenden Festbeziehungen, geschweige denn, daß sie einer Ehe gleichsetzbar wären.
Natürlich ist das Auffliegen einer Affaire der Supergau für eine Beziehung, in der zuvor klar
vereinbart war, daß man einander nicht nur emotional, sondern auch s.uell treu bleibt. Der Supergau basiert doch
nicht nur auf dem Externalisieren von eigentlich der Hauptbeziehung vorbehaltenen Intimitäten, sondern der
hinterfotzigen Heimlichkeit, mit der das geschieht und die keinen Zweifel daran läßt,
wie bewußt dem Fremdgänger ist, daß seine Eskapade der Hauptbeziehung definitiv
nicht recht wäre, wenn sie davon wüßte.
Einen Lebensbund wie die Ehe geht man auch und vor allem deshalb ein, weil man glaubt, einen Partner gefunden zu haben, auf den man sich in allen Lebenslagen
verlassen kann.
Deutlicher als mit einer Affaire
kann man ein Ehepartner
diese Annahme eigentlich nur noch
widerlegen, indem er die Scheidung einreicht, nachdem er vorher noch rasch alle Geldkonten abgeräumt und sich in einen Staat abgesetzt hat, der mit Deutschland keinerlei Rechtshilfeabkommen unterhält, während er den "Partner" auf einem - selbstverständlich gemeinsam abgebürgten - Schuldenberg zurückläßt. Vielleicht noch ein kleiner Aids-Virus aus dem letzten Besuch bei der Affaire als Sahnehäubchen obenauf, aber damit hat sich's auch schon.
Zitat:Mit der sofortigen Beendigung der Affäre bei Auffliegen wird dies doch bekräftigt.
Zitat:Rasch wird alles wieder geordnet und therapiert.
Mag im Einzelfall so sein, läuft aber sicher nicht immer so glimpflich ab.
Zitat:Warum sollte es also ein Supergau sein?
Weil zumindest scharfsinnige Betrogene sich fragen werden, ob jemand, der sie schon in Sachen Sex kackfrech über Monate und Jahre massiv betrogen hat, es eines Tages nicht auch in Sachen Existenz mal tun könnte. Eine Empfehlung für gemeinsame Firmengründung oder gar das Zeugen von Kindern miteinander ist so ein Doppelleben jedenfalls sicher nicht.
Zitat:Hinzu kommt AP sind unzureichend. Nicht alltagstauglich. Einfach nichts was man tatsächlich haben möchte.
Mag sein, aber zugleich sind sie ein lebender Spiegel dafür, daß die Hauptbeziehung offenbar nicht ganz so zuverlässig funktioniert, wie bislang angenommen - also vom Betrogenen, meine ich; der Betrüger hat sich ja durchaus kommod eingerichtet.
Zitat:Weil wäre es so hätte man es getan.
Im Grunde hatte man die Affäre gerade WEIL man den EP liebt..
Lese ich da eine Prise Zynismus heraus?
Zitat:So habe ich jetzt all diese Ausführungen verstanden.
Warum? Willst Du es unbedingt so verstehen, oder verstehst Du es wirklich nur so?