Zitat von Grace_99:Was ich mich ernsthaft frage: Was bringt einem eine Affaire etwas? Nicht jetzt das Drumherum, sondern einem selbst.
Ich bin jemand, der nicht teilt. Würde meinen Partner nie teilen und mich auch nicht zur 2. Frau degradieren lassen. Ich bin präsent in einer Beziehung, habe Ansprüche an eben diese und wenn da jemand ist, der vergeben ist - bin ich automatisch nicht die Nr. 1. Wäre so gar nichts für mich, never ever.
Also: Warum sich freiwillig auf Platz 2 degradieren lassen? Männlein wie Weiblein? Wie blöd ist das denn?
Und jetzt bitte nicht "Jaaaaaa, die Gefühle". Die kommen ja nicht in dem Moment wo ich XY kennenlerne, also erfahre wer er/sie ist, ob vergeben, Kinder etc. pp. Da kann man doch sagen "Nett, aber nö, bin keine Nr. 2". Und aus die Maus.
Daher kann ich Affairen nur bedingt (ehrlich gesagt gar nicht) verstehen. Den Stress macht man sich doch selbst.
Aus Sicht einer freien Frau (denn ein paar Unterschiede zu einer selbst vergebenden Frau bestehen da schon):
1. Man ist sehr eigenständig und zufrieden mit seinem Leben. (Eigentlich) Nicht auf der Suche nach einem Mann und somit im Handeln völlig ungezwungen und in keinerlei Erwartungshaltung.
2. Oft weiß man, dass der Mann unglücklich ist oder man bekommt das vermittelt und fast immer sagt der Mann auch, dass er sich trennen wird, weil alles keinen Sinn mehr macht. Die freie Frau gibt dem Mann (wie jedem Menschen, den man im Laufe seines Lebens kennenlernt) einen gewissen "Vertrauensvorsprung". Was eigentlich gut ist, da man mit ständigem Misstrauen nicht offen ist für andere Menschen. (Die Frage, ob man sich als Zweitfrau hergibt stellt sich hier (noch) überhaupt nicht).
3. Da man noch dazu völlig unverkrampft in die Situation geht (er muss ja nicht der Mann der Träume sein), lernt man sich zwanglos/unbeschwert kennen. Die freie Frau hat so gesehen ja nichts zu verlieren (steht ja mit beiden Beinen im Leben). Dass einem das wichtigste was man hat, das Herz, gebrochen wird, vermutet man nicht, da er sich ja aus seiner unglücklichen Beziehung trennen wird (den guten Glauben hat Frau, weil man selbst auch schon Beziehungen beendet hat, wenn sie nicht mehr funktionierten ... und beim Mann ist es einfach komplizierter, da er ja Haus und Kind hat ... hier hat man Verstandnis). Man verliebt sich ... verbringt viel Zeit miteinander (wenn man es so erlebt, dass man sich eben nicht nur 2 mal im Monat im Hotelzimmer trifft). Trifft sich oft sogar täglich (Arbeit). Viel mehr Zeit und Nähe also, als so manche Fernbeziehung ...
4. Warum sollte man es nicht gemeinsam versuchen ... schließlich wird er sich ja trennen. Jetzt kommt der Schlüsselpunkt! Die freie Frau wird fordern, drängen (das berühmte "unbequem" werden). Je nach Verständnis für den Mann mal mehr mal weniger drängend.
Sollte der Mann (aus welchen Gründen nun auch immer: Feigheit, Verlust des Lebensbundes, Aufgabe der Komfortzone ...) nun ein hin und her veranstalten, dann kippt die Stimmung endgültig. Man leidet, da man eine Erwartungshaltung aufgebaut hat (schließlich wurde ja immer viel versprochen). Die Frau nimmt sich plötzlich als "Affäre" (Zweitfrau) wahr, obwohl sie wahrscheinlich nie ein zeitliches Vergnügen wollte. Sie hat sich in den Mann verliebt (das kann bei dem Mann auch selbst ganz oft der Fall sein) und leidet nun wie jede Liebende, die sich "betrogen" vorkommt (um ihre Lebenszeit, ihre Liebe, schließlich war was anderes "abgesprochen" oder suggeriert worden).
Noch dazu, wenn ihr "Fassade" nicht wichtig ist, wenn sie nicht nachvollziehen kann, warum man plötzlich Sicherheit oder materielle Dinge der "Liebe" vorzieht (sollte man dem Mann die viel besagten Worte annähernd glauben dürfen).
Das "klassische Ende" hat einige Möglichkeiten:
1. Die Frau (Affäre, obwohl sie nie eine solche sein wollte) trennt sich, weil sie es nicht mehr ertragen kann (meine Geschichte).
2. Die Affäre fliegt auf ... mit meist dem Ausgang, dass wieder nichts passiert. Der Mann ist und war noch nie zu irgendwas im Stande ... also abwarten und Situation beruhigen, damit anschließend
3. die Paartherapie folgt, da man ja nicht einfach alles hinschmeißen kann und das "Leben" gerettet werden muss. Hier spielt die Geliebte nur mehr insofern eine Rolle, als dass sie vom Mann weiterhin hingehalten wird, da ja evtl. die Partnerin ihn doch noch rausschmeißt oder aber die "Affäre" nach Unterbrechung weitergeführt werden könnte. Sozusagen zweiter Anlauf, aus der (unglücklichen) Beziehung rauszukommen oder eben Urlaub davon zu haben oder
4. Die Partnerin/Ehefrau erkennt, dass es eh alles keinen Sinn mehr macht und geht ... was der Mann manchmal (je nachdem wie gut oder schlecht die Beziehung tatsächlich war) erhofft, dann wäre er wieder nicht aktiv geworden und auch nicht der Böse, der alles hingeworfen hat ... noch dazu für eine andere Frau.
Oft beendet die "Geliebte" die "Affäre" ... sie hat den Anspruch auf ein Leben mit "Liebe" und das Augenmerk auf die "romantischen Gefühle" (All das hat sie ja meist mit dem Mann gelebt: Intensive Gespräche, Nähe, Leidenschaft(licher) Sex, Intimität). Das andere hat sie sich in ihrem Leben ja schon selbst geschaffen (materielle Sicherheit, Beruf, Karriere).