Zitat von 6rama9: Der Grund ist so gut wie immer egoistischer Genuss schöner Gefühle.
Das werde ich nie verstehen.
Was genau spricht gegen den "egoistischen Genuss schöner Gefühle"?
Diese Gefühle sind ja nicht umsonst schön.
Viel verdächtiger scheint mir da doch diese Selbstverleugung - oder ist die dann Altruismus? Oder nicht vielmehr der sicherste Weg in die Verbitterung? Und was kann ein verbitterter, frustierter, verdorrter Mensch einem Partner noch geben?
Man kann diese Psychologie ja auch mal umgekehrt sehen: Also jemand verspürt zumindest dann und wann gewaltige Anziehungsreize, geht diesen aber aufgrund von unegoistsichen Versteinerungsselbstsabotagen nicht nach. Meinst Du tatsächlich, das wäre dann ein Partner, mit dem zusammen es Glück regnet?
Ich verstehe das echt nicht und habe es auch nie verstanden. Was hat man von dieser Treue, wenn sie nichts als Frust und unschöne Gefühle einbringt? Daran verdorren beiden, und wenn das ein sinnvolles Lebensziel sein soll, dann ist, nach meinem Empfinden, bei diesem kulturverseuchten Menschen wohl so einiges gründlich schiefgegangen.
Für mich jedenfalls liegt der Sinn des Lebens nicht darin, es zu vermeiden mit aller Gewalt. (Und das sage ich als durchaus "treuer" Mensch in jeder Hinsicht. Allerdings liegt das bei mir an meiner Natur und nicht an irgendwelchen Konventionen.)
Das Leben sollte doch zugleich Fest und Erfahrung sein und nicht ein verstecktes Dahinvegetieren in Hand- und Fussfesseln.
Auch frage ich mich, wenn es gelingt, den Partner zu nötigen, treu zu sein (in diesem sexuellen Sinne) - was man davon haben sollte? Am Ende gar auch irgendein egoistisches Macht- und Triumphgefühl?
Anders gesagt: Was hat man eigentlich davon, wenn man den Partner gleichsam gewaltsam in der eigenen mickrigen Suppe harpuniert gefangen hält? Das soll glücklich machen?