Zitat von Petit: Ja, mein Narziss hat sehr destruktive Seiten in sich, er hat mir großes Unrecht getan, aber worunter ja viele Angehörige von Narzissten leiden, ist dass sie die einerseits schönen Momente mit dem Narzissten nicht mit den negativen in Einklang bringen können.
Liebe Petit,
und alle, ich klink mich mal "kurz" ein,
ich finde, dass hast Du auf mich zugeschnitten sehr gut formuliert. Das war es, womit ich überwiegend nach der Trennung die größten Schwierigkeiten hatte. Deswegen immer wieder die zweifelnden Gedanken, ist er? ist er nicht? Heute habe ich diese Gedanken nicht mehr. Ich habe
mir etwas geschaffen, was ich "fassen" oder greifen kann, da ich Narzissmus nicht fassen oder be
greifen kann, es auch nicht mehr
für mich als hilfreich empfinde, noch für mich von Bedeutung ist. Er ist in meinen Augen beziehungsunfähig, verlogen, und er strapazierte meine Nerven in vielen Dingen. Allein DAS sind genug Gründe mit denen ich meine Trennung für mich rechtfertige, womit ich wesentlich besser umgehen und somit mit IHM abschließen kann/konnte.
Alles andere hatte mit mir zu tun, wie z.B. warum hab ich mich und meine Wahrnehmung so verleugnet, warum habe ich es zugelassen, dass mich jemand nicht nur verbal angreift und vor Allem: warum bin ich danach geblieben! Ich bin in Form einer Therapie und viel schmerzhafter Selbsterkenntnis auf einem sehr guten Pfad und stelle fest, wie spannend es ist MICH endlich mal unter die Lupe zu nehmen, mich kennenzulernen und meine gesamte Vergangenheit, mit meinem heutigen Wissen und einer anderen Sichtweise über mich, zu beleuchten.
Zitat von Petit:Heute sehe ich es so, dass er eben auch gute Seiten in sich trägt, dass manche Gefühle durchaus echt waren. Ich kann beides nebeneinander stehen lassen, muss ihn nicht verteufeln obwohl ich dennoch genau weiß, dass eine Beziehung zu einem Narzissten unmöglich und immer zerstörerisch ist aber wenn man sich unabhängig gemacht hat vom Narzissten dann kann er einen nicht mehr zerstören.
Ich habe nie herausfinden können, ob seine guten Seiten nur Mittel zum Zweck waren, oder ob es real gefühlte Momente waren. In beiden Fällen, hätte (hat) die Trennung wehgetan. Ich habe mich getrennt, weil ich nicht mehr konnte. Heute ist es so, dass ich nicht mehr will.
Oh, nach der Trennung habe ich ihn sehr verteufelt, auch in der Beziehung. Genauso habe ich mich verteufelt, weil ich geblieben bin. Entgegen ALLER roten Flaggen, die mir vorm Gesicht rumgewedelt wurden. Ich habe Vieles ignoriert und
freiwillig sein Verhalten entschuldigt. Ich habe bei jeder seiner anfangs minimalen Abwertungen unsere "tolle" Anfangszeit
hervorgeholt, und war somit immun gegen die Realität, habe keine Grenze gesetzt und somit den Freifahrtschein für weitere Abwertungen und Machtspielchen gegeben. In der Beziehung erkannte ich DAS nicht, weil ich immer mehr meinen Fokus nur darauf legte auf das nächste Zuckerbrot zu warten. Gab ihm also die Macht über mein Befinden.
Zitat:Ich wollte euch lediglich mitteilen, dass es sehr schmerzhaft ist, einen Menschen zu sehen, der gescheitert ist. Es mag kitschig anmuten aber mir drängte sich ein Bild auf: ein erbitterter Kampf zwischen zwei Männern (ihr kennt das aus Filmen, aus der Literatur). Irgendwann unterliegt einer von beiden, er liegt am Boden und der andere hat nun alles in der Hand, er kann über Leben und Tod entscheiden. In diesem Moment lässt der Stärkere meist vom anderen ab. Warum? Was denkt ihr?
Mir fällt dazu nur diese wunderbare Indianerweisheit ein:
Zitat:Ein Indianerhäuptling erzählt seinem Sohn folgende Geschichte.
"Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen.
Der eine Wolf ist böse.
Er kämpft mit Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.
Der andere Wolf ist gut.
Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit."
Der Sohn frägt: "Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?"
Der Häuptling antwortet ihm: "Der, den du fütterst."
In diesem Sinne, allen schöne Feiertage und viel bunte Ostereier!
Liebe Grüße,
Phoenix