Ich dachte, ich komme mit der aktuellen Situation alleine klar, aber irgendwie nagt doch etwas in mir und ich würde gerne Eure Erfahrungen einholen. Meine Ehefrau und ich sind seit 25 Jahren ein Paar und seit 15 Jahren verheiratet, wir haben zwei noch schulpflichtige Kinder. Wir waren gegenseitig unsere grosse Liebe, hatten eine tolle Zeit mit vielen Erlebnissen, tollen Reisen, tiefen Gesprächen, viel gegenseitigem Vertrauen und auch etwas "high life", da ich beruflich (in einem eher nüchternen Teil tätig) häufig mit "Szenemenschen" und "Promis" sowie Unternehmensführern zu tun hatte und wir an viele Partys von geschäftlichen Kontakten mit eingeladen waren, an welchen wir die Menschen "bekannt aus Film und Funk" persönlich treffen konnten, was eine gute Abwechslung zum Alltag war. Zudem musste ich mich ebenfalls beruflich öfters in der so genannten "C-Ebene" von Unternehmen bewegen und kannte so einen guten Teil des DAX persönlich und wir waren auch dort ab und eingeladen. Kinder zu haben war toll, hat unser gemeinsames gesellschaftliches Leben, vor allem nach dem zweiten Kind faktisch auf Null reduziert. Der Glamour aus unserem Leben war definitiv weg. Nach der Corona Zeit, in welcher wir viel zu nahe zusammengesperrt waren, hatten wir uns fast gleichzeitig entschlossen, unsere eigenen Unternehmen zu gründen und beruflich das zu tun, was uns Spass macht. Aber der Kampf um die Etablierung unserer jeweiligen Unternehmensidee und teilweise fehlende Aufträge setzten nicht nur je uns zu, sondern offenbar auch unserer Beziehung, welche sich in diesem Stress merklich abkühlte. Von ziemlich gutem Einkommen und einem hohen objektiven Status waren wir nun teilweise auf 0 Einkommen und mussten unseren Status wieder neu aufbauen.
Wir wollten zwar immer etwas gegen die Flaute in unserer Liebe unternehmen, haben darüber gesprochen, aber dann hatte uns schon wieder der Alltag eingeholt und wir beide hofften, dass das schon irgendwie halten wird, da unsere Liebe ja mal so unermesslich gross gewesen ist. Hat es offenbar nicht. Vor ca. 1 1/2 Monaten hat mir meine Gattin gesagt, dass sie sich von mir trennen möchte, da wir es irgendwie nicht mehr zueinander geschafft haben und uns trennen sollten, solange wir es gut miteinander haben, da wir ja auch für unsere Kinder als Eltern gemeinsam da sein möchten und ihnen den Glaube an die Liebe nicht nehmen möchten. Sie möchte auch, dass wir als Familie weiterhin zusammen leben (was wir auch tun, da unsere häusliche Situation eher grosszügig ist und jeder seinen Bereich hat), aber einfach jeder von uns wieder frei sei. Diesem Vorschlag konnte und kann ich mich zu 100% anschliessen, ich liebe unsere Kinder und ich schätze meine Frau als Person nach wie vor sehr hoch. Sie hatte mir am Tag der "Trennung" auch gesagt, nun sei ich frei, eine neue Partnerin zu haben. Ich habe ihr daraufhin gesagt, dass dies aktuell wohl meine tiefste Priorität sei, da ich zuerst ganz vieles anderes auf den Weg bringen möchte und momentan - wie auch in der Vergangenheit - nicht offen für etwas "neues" sei, die sehr gute Erinnerung an unsere gute gemeinsame Zeit für mich auch sehr schön sei und ich diese Erinnerung auch nicht übertönen möchte. Daraufhin hat sie mir gestanden, dass sie seit mehreren Monaten einen neuen Partner habe, diesen liebe und er auch einer der Gründe sei, warum sie mir heute die Trennung vorgeschlagen habe. Ich habe kein Problem damit, dass sie einen neuen Partner hat, wir waren schon ziemlich lange kein Liebespaar mehr und sexuell fühlte ich mich auch seit langem nicht mehr zu ihr hingezogen, obwohl sie objektiv gesehen sehr hübsch ist, doch was mich irgendwie stresst ist, dass sie mir diese neue Liebesbeziehung über Monate verheimlicht hatte, irgendwelche Vorwände fand, um nicht zu Hause zu sein (ich hinterfragte sie nie, habe sie nie kontrolliert und bin ohnehin kein possessiver oder eifersüchtiger oder aufbrausender Mensch), währenddem ich zu den Kindern schaute (das mache ich sehr gerne) und sie in ihrem Leben unterstützt hatte, weil ich schon spürte, dass sie ab zu etwas Abstand vom gesamten Familienalltag brauchte und sie z.B. diverse Zusatzausbildungen besuchte, auf mehrtätigen Seminaren war, etc.
Mich beschäftigt diese Heimlichkeit des Beginns ihres neuen Lebens. Ich hatte vor ca. 3 Jahren auch schon mal eine Frau kennengelernt, welche mich beindruckt hatte und ich habe meiner Frau von ihr erzählt, aber sie konnte auch sicher sein, dass ich ihr auch davon zuerst erzählen würde, wenn mehr daraus werden könnte, was es nicht geworden ist, da wir nichts miteinander hatten und einfach gute Freunde blieben. Ihr mangelndes Vertrauen in mich, dass ich mit ihrer Situation wohl nicht hätte umgehen können, wenn sie mir schon zu Beginn ihrer Bekanntschaft gesagt hätte, dass es plötzlich jemanden gäbe, welcher ihr sehr gefalle, "beleidigt" mich irgendwie und das ist das einzige was mich an der aktuellen Situation stört. Kann das jemand nachvollziehen und mir Tipps geben, wie ich dieses einzige "negative" Gefühl überwinden kann, da ich nicht möchte, dass zwischen mir und meiner Frau etwas steht, was unsere Beziehung für die weiterhin gemeinsame Erziehung unserer Kinder stören könnte.