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Warum stört mich die Heimlichkeit ihrer neuen Liebe

M

Michi1970
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Ich dachte, ich komme mit der aktuellen Situation alleine klar, aber irgendwie nagt doch etwas in mir und ich würde gerne Eure Erfahrungen einholen. Meine Ehefrau und ich sind seit 25 Jahren ein Paar und seit 15 Jahren verheiratet, wir haben zwei noch schulpflichtige Kinder. Wir waren gegenseitig unsere grosse Liebe, hatten eine tolle Zeit mit vielen Erlebnissen, tollen Reisen, tiefen Gesprächen, viel gegenseitigem Vertrauen und auch etwas "high life", da ich beruflich (in einem eher nüchternen Teil tätig) häufig mit "Szenemenschen" und "Promis" sowie Unternehmensführern zu tun hatte und wir an viele Partys von geschäftlichen Kontakten mit eingeladen waren, an welchen wir die Menschen "bekannt aus Film und Funk" persönlich treffen konnten, was eine gute Abwechslung zum Alltag war. Zudem musste ich mich ebenfalls beruflich öfters in der so genannten "C-Ebene" von Unternehmen bewegen und kannte so einen guten Teil des DAX persönlich und wir waren auch dort ab und eingeladen. Kinder zu haben war toll, hat unser gemeinsames gesellschaftliches Leben, vor allem nach dem zweiten Kind faktisch auf Null reduziert. Der Glamour aus unserem Leben war definitiv weg. Nach der Corona Zeit, in welcher wir viel zu nahe zusammengesperrt waren, hatten wir uns fast gleichzeitig entschlossen, unsere eigenen Unternehmen zu gründen und beruflich das zu tun, was uns Spass macht. Aber der Kampf um die Etablierung unserer jeweiligen Unternehmensidee und teilweise fehlende Aufträge setzten nicht nur je uns zu, sondern offenbar auch unserer Beziehung, welche sich in diesem Stress merklich abkühlte. Von ziemlich gutem Einkommen und einem hohen objektiven Status waren wir nun teilweise auf 0 Einkommen und mussten unseren Status wieder neu aufbauen.

Wir wollten zwar immer etwas gegen die Flaute in unserer Liebe unternehmen, haben darüber gesprochen, aber dann hatte uns schon wieder der Alltag eingeholt und wir beide hofften, dass das schon irgendwie halten wird, da unsere Liebe ja mal so unermesslich gross gewesen ist. Hat es offenbar nicht. Vor ca. 1 1/2 Monaten hat mir meine Gattin gesagt, dass sie sich von mir trennen möchte, da wir es irgendwie nicht mehr zueinander geschafft haben und uns trennen sollten, solange wir es gut miteinander haben, da wir ja auch für unsere Kinder als Eltern gemeinsam da sein möchten und ihnen den Glaube an die Liebe nicht nehmen möchten. Sie möchte auch, dass wir als Familie weiterhin zusammen leben (was wir auch tun, da unsere häusliche Situation eher grosszügig ist und jeder seinen Bereich hat), aber einfach jeder von uns wieder frei sei. Diesem Vorschlag konnte und kann ich mich zu 100% anschliessen, ich liebe unsere Kinder und ich schätze meine Frau als Person nach wie vor sehr hoch. Sie hatte mir am Tag der "Trennung" auch gesagt, nun sei ich frei, eine neue Partnerin zu haben. Ich habe ihr daraufhin gesagt, dass dies aktuell wohl meine tiefste Priorität sei, da ich zuerst ganz vieles anderes auf den Weg bringen möchte und momentan - wie auch in der Vergangenheit - nicht offen für etwas "neues" sei, die sehr gute Erinnerung an unsere gute gemeinsame Zeit für mich auch sehr schön sei und ich diese Erinnerung auch nicht übertönen möchte. Daraufhin hat sie mir gestanden, dass sie seit mehreren Monaten einen neuen Partner habe, diesen liebe und er auch einer der Gründe sei, warum sie mir heute die Trennung vorgeschlagen habe. Ich habe kein Problem damit, dass sie einen neuen Partner hat, wir waren schon ziemlich lange kein Liebespaar mehr und sexuell fühlte ich mich auch seit langem nicht mehr zu ihr hingezogen, obwohl sie objektiv gesehen sehr hübsch ist, doch was mich irgendwie stresst ist, dass sie mir diese neue Liebesbeziehung über Monate verheimlicht hatte, irgendwelche Vorwände fand, um nicht zu Hause zu sein (ich hinterfragte sie nie, habe sie nie kontrolliert und bin ohnehin kein possessiver oder eifersüchtiger oder aufbrausender Mensch), währenddem ich zu den Kindern schaute (das mache ich sehr gerne) und sie in ihrem Leben unterstützt hatte, weil ich schon spürte, dass sie ab zu etwas Abstand vom gesamten Familienalltag brauchte und sie z.B. diverse Zusatzausbildungen besuchte, auf mehrtätigen Seminaren war, etc.

Mich beschäftigt diese Heimlichkeit des Beginns ihres neuen Lebens. Ich hatte vor ca. 3 Jahren auch schon mal eine Frau kennengelernt, welche mich beindruckt hatte und ich habe meiner Frau von ihr erzählt, aber sie konnte auch sicher sein, dass ich ihr auch davon zuerst erzählen würde, wenn mehr daraus werden könnte, was es nicht geworden ist, da wir nichts miteinander hatten und einfach gute Freunde blieben. Ihr mangelndes Vertrauen in mich, dass ich mit ihrer Situation wohl nicht hätte umgehen können, wenn sie mir schon zu Beginn ihrer Bekanntschaft gesagt hätte, dass es plötzlich jemanden gäbe, welcher ihr sehr gefalle, "beleidigt" mich irgendwie und das ist das einzige was mich an der aktuellen Situation stört. Kann das jemand nachvollziehen und mir Tipps geben, wie ich dieses einzige "negative" Gefühl überwinden kann, da ich nicht möchte, dass zwischen mir und meiner Frau etwas steht, was unsere Beziehung für die weiterhin gemeinsame Erziehung unserer Kinder stören könnte.

x 1 #1


Worrior
@Michi1970
Klar, das nagt aber letztendlich war der Neue nur der Auslöser, nicht die Ursache.
Für mich persönlich wäre die Sache eh gelaufen wenn da schon vor der Trennung ein anderer Mann im Spiel war.
Um ein Revival würde ich mir da keinen Kopf mehr machen, die Tür wäre bei mir zu.
Das sieht aber halt jeder anders.
Dankbarkeit für die Zeit wo es geklappt hat und dass es keine dramahafte Trennung gab.
Den Blick nach vorne auf das "Danach", gute Elternebene.
Kontakt nur wenn von Nöten, respektvoll, freundlich aber emotionslos.
Das dauert natürlich, das muss sich auch innerlich festigen.

x 2 #2


A


Warum stört mich die Heimlichkeit ihrer neuen Liebe

x 3


CanisaWuff
@Michi1970 ich würde mich ausgenutzt fühlen und wäre natürlich enttäuscht.

Sie wartet mit der Beichte und der Trennung bis der Neue komplett sicher ist.

Kein schöner Zug und das ist vermutlich der Punkt, der am meisten verletzt, dass der Mensch von dem Du nur das Beste gedacht hast, dann doch nicht ehrlich war.

x 4 #3


DieSeherin
hallo @Michi1970 irgendwie kann ich deine gedanken richtig gut nachvollziehen... da schafft ihr es, euch neu aufzustellen, offen über das verschwinden der paar-liebe zu sprechen, alles cool zu besprechen... und dann kommt doch ein vertrauensbruch!

ich bin mir allerdings bei all deinen erzählungen nicht so ganz sicher, ob dieses negative gefühl, genau dieser einen "lüge" gegenüber, nicht doch eine "stellvertreter-sache" ist und du das brauchst? dass es nicht zu cool und sachlich abläuft, sondern gefälligst irgend etwas unrund laufen muss, weil sonst eine trennung ja dann doch irgendwie schwachsinn gewesen wäre?

x 1 #4


A
Zitat von Michi1970:
Ihr mangelndes Vertrauen in mich

Das verstehe ich. Aber vermutlich war es auch eher "Angst"?

Hast du ihr das schon mal alles so gesagt`? Das würde ich tun.

Rückgängig machen kann man das nicht mehr. Aber Vertrauen und Klarheit muss für die Zukunft fixiert werden.

x 2 #5


Sonnenschein85
Ich verstehe dich. So etwas kränkt einen, auch wenn man keine Beziehung mehr möchte. Selbst wenn man frisch getrennt ist kann man den anderen noch verletzen. So war es bei mir auch. Ich hatte eine längere Beziehung und er hatte eine knappe Woche danach schon eine Neue. Und ich war sehr traurig darüber, weil ich es auch etwas respektlos fand. Also ich meine klar, er war Single, aber irgendwie tut es weh, wenn man so schnell ausgetauscht wird. Ich denke, bei dir wird das auch so sein, eine Mischung aus verletztem Ego und die Enttäuschung über ihre Heimlichkeiten.

Ich denke, mit der Zeit wird es besser und du wirst es verarbeiten können. Ich finde es im Übrigen gut, dass ihr weiter gemeinsam für die Kinder auf Elternbene da sein möchtet.

x 2 #6


S
@Michi1970
Ich sehe das anders, ihr habt euch getrennt und wohnt noch in so einer Art Wohngemeinschaft zusammen wegen der Kinder.

Ich finde du solltest nicht enttäuscht sein, es ist ihr gutes Recht Dinge die nicht zu erzählen, ihr seid faktisch einfach nicht mehr zusammen.

Schön wenn man sich dann noch gut versteht, aber wenn nicht - C’est la vie!

Überlegt euch lieber, ob ihr euch nicht auch räumlich trennt und sowas wie das Wechselmodelle anstrebt.

#7


Sonnenschein85
Zitat von Schnuddel74:
@Michi1970 Ich sehe das anders, ihr habt euch getrennt und wohnt noch in so einer Art Wohngemeinschaft zusammen wegen der Kinder. Ich finde du ...

Das finde ich persönlich auch besser. Zusammenleben und getrennt sein birgt so viele Schwierigkeiten und Streitpotenzial. Zudem kann man viel besser abschließen bei einer räumlichen Trennung.

x 2 #8


CanisaWuff
Hallo Schnuddel, so wirklich getrennt waren sie nicht.

Zitat von Michi1970:
Sie hatte mir am Tag der "Trennung" auch gesagt, nun sei ich frei


Zitat von Michi1970:
Daraufhin hat sie mir gestanden, dass sie seit mehreren Monaten einen neuen Partner habe, diesen liebe und er auch einer der Gründe sei, warum sie mir heute die Trennung vorgeschlagen habe

x 3 #9


S
@CanisaWuff
Zitat von Michi1970:
Ich hatte vor ca. 3 Jahren auch schon mal eine Frau kennengelernt, welche mich beindruckt hatte und ich habe meiner Frau von ihr erzählt

Klingt mehr nach einer offenen Beziehung, es hat zwar mit ihr nicht geklappt, aber so richtig zusammen mit seiner Frau war auch nicht mehr...
...nun hat sie aber jemanden gefunden und er nicht.

Ich denke so was halbes ist immer schwierig und am Ende bringt es nichts.

x 1 #10


Sonnenschein85
Ja, ich habe das auch so verstanden, dass es sich überschnitten hat. Also mich hätte es auch verletzt. Aber ich denke das legt sich, wenn man sonst mit der Trennung zurecht kommt.

x 2 #11


K
Moin Michi

Menschen entwickeln sich auseinander, wenn sie als Paar zu wenig gemeinsame Ziele oder Projekte haben. Das war bei euch unübersehbar, schon durch die Tatsache, dass ihr getrennte Unternehmen gegründet habt (wenn ich das recht verstanden habe). Intimität war Vergangenheit, aber die freundschaftliche Ebene blieb erhalten. Da war es eine Frage der Zeit, wann einer von euch die Intimität anderswo suchen würde. Soweit alles gut nachvollziehbar.

Um eine so lange gewachsene Beziehung auf eine WG-Ebene zu setzen, braucht es mehr als nur das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Das hattet ihr beide eh schon. Es braucht also einen Kick, ein Vorkommnis, dass diese Entscheidung in einem anderen Licht darstellt. Und das war bei deiner Frau der Umstand, sich zu einem anderen Mann hingezogen zu fühlen. Anfangs reichte es nicht, um die Ehe – die euch beiden wichtig war – dafür zu beenden. Als sie dann aber mit der vollen Hormondosis konfrontiert wurde und dieser andere Mann für sie wichtiger wurde, hat sie dir gegenüber die Trennung angesprochen. Ja, es wäre möglich und sinnvoll gewesen, dabei auch dir gegenüber sofort die neue Beziehung ins Spiel zu bringen, aber das tun sehr viele nicht. Denn die Logik, dass ihr beide eh schon soweit wart euch zu trennen, schien gravierender als der Umstand der neuen Verliebtheit. Es wurde also ein rationaler Grund für wichtiger erachtet als der emotionale. Soweit die nüchterne Betrachtung.

Bei dir kämpfen gerade zwei Ichs miteinander, das rationale und das emotionale Ich. Das rationale ist mit dem Zustand zufrieden, der ja von beiden einvernehmlich herbeigeführt wurde. Das emotionale Ich fühlt sich betrogen. Um die Ratio mit dem limbischen System in Einklang zu bringen, muss nun etwas geschehen, das wir fast alle zu wenig üben. Denn wir sind es gewohnt, dass der Verstand dem Impuls folgt. Der Impuls beauftragt dann den Verstand, dem Impuls einen Weg zu bereiten. Es geht aber auch anders herum. Du kannst deinem Verstand folgen und den Impuls, die Emotion, das Gefühl, dieser Verstandesentscheidung unterordnen. Man sollte das üben, denn Impulsentscheidungen sind oft schädlich und keineswegs die besseren Entscheidungen. Es sind nur die schnelleren Entscheidungen, weil sie von vielen verborgenen und unbekannten Gefühlen und Erfahrungen getriggert und gespeist werden.

Mein Rat wäre also, deiner Verstandesentscheidung zur wichtigeren Instanz zu machen. Es war gut und sinnvoll, wie ihr euch entschieden habt. Es hat viele Vorteile, die du auch benannt hast. Die Nachteile sind weniger wichtig, auch wenn dein Innerstes sich dagegen sträubt, sich gern beleidigt abwenden würde oder gar ein Paket an Vorwürfen gegen deine Frau schnürt. Es würde dich und euch zurückwerfen, wenn du dem nachgibst. Wohl aber darfst du deiner Frau sagen, welchen inneren Kampf du da gerade ausfechten muss. Sie darf das wissen, und eure freundschaftliche Ebene muss dadurch keinen Schaden nehmen. Was geschehen ist, liegt eh in der Vergangenheit und lässt sich nicht mehr ändern. Es lässt sich nur aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

x 2 #12


Worrior

B
Zitat von Michi1970:
Daraufhin hat sie mir gestanden, dass sie seit mehreren Monaten einen neuen Partner habe

Also hat sie dich doch faktisch betrogen, wenn ich richtig schlussfolgere?
Das weiß sie auch selber, denn das hier:
Zitat von Michi1970:
Sie hatte mir am Tag der "Trennung" auch gesagt, nun sei ich frei, eine neue Partnerin zu haben

hat sie dir am Trennungstag mitgeteilt.
Da hat sie dich freigegeben für eine andere, vorher warst du also nicht frei für andere Frauen. Während sie selber sich selbst schon längst für einen anderen Mann freigegeben hat.
Wenn da nichts im Busch wäre, dann würde man das bei einer Trennung ja gar nicht explizit erwähnen, sollte ja logisch sein, dass eine Trennung dich freigibt.

Für mich klingt es ohne ihre darauf folgende Beichte erstmal nach dem Motto: „hoffentlich stimmt er dem zu, sucht sich zeitnah eine neue, dann sind wir quitt.“
Zitat von Michi1970:
Kann das jemand nachvollziehen

Da würde ich mich auch schlecht fühlen.
Ich habe schon verstanden, dass du sowieso keine Anziehung oder Liebesgefühle mehr hattest, daher auch vollkommen ok, wenn du dich gar nicht betrogen fühlst, davon war zumindest nichts gelesen.
Fair war es trotzdem nicht von deiner Frau, während es noch unausgesprochen so dahin plätschert, sich bereits auf einen anderen einzulassen. Monatelang. Ich habe nichts von offener Beziehung oder dahingehender Vereinbarung gelesen und würde mir dabei total doof vorkommen, wenn ich ihr den Rücken freihalte, in dem Glauben, dass ich sie bei beruflichen Fortbildungen unterstütze, welche dann wohl gelogen waren.
Ich denke durch die Einvernehmlichkeit wirst du schneller drüber hinweg kommen, trotzdem war es unsauber von deiner Frau, was nunmal trotz aller Einvernehmlichkeit auch einen bitteren Beigeschmack hat und sich schlecht anfühlt.

x 3 #14


Stella31
Zitat von Worrior:
Ein guter Weg um über sie hinweg zu kommen wäre ein 40Tonner.

🙄
Unqualifizierte Bemerkung. Besonders neue Mitgliedern schreckt sowas doch ab

x 2 #15


A


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