Zitat von _Konstantin:mit der Ausgangsfrage der TE dass "Oxytocin nur Frauen unterstellt wird" zu tun haben soll.
Ganz viel! Denn genau darauf wollte ich hinaus - es ging hier nicht vorrangig um Oxytocin, sondern darum, dass hier im Forum (im richtigen Leben erlebe ich das weniger), gewisse Geschlechterklischees als selbstverständliche Tatsachen dargestellt werden.
Übringens von Menschen beiderlei Geschlechts! Da befürchtet eine TE, dass sie 'leicht zu haben' wirkt, wenn sie zu früh mit einem Angebetenen intim wird. Ein anderer spricht von 'Jagdstrategien' usw. Das ist noch kein Se xismus, aber das Festhalten an traditionellen Rollenmustern bereitet den Boden für Schlimmeres.
Ich war deshalb überrascht, weil es oft gerade sehr junge Frauen und Männer sind, die sich dieser Rollenargumente scheinbar völlig selbstverständlich bedienen.
Als Mutter zweier pubertierender Töchter, höre ich auch von ihnen, dass gerade unter jungen Menschen, eine Art 'Rollback' stattfindet. Es gibt wieder mehr Mädchen, die hauptsächlich schön sein wollen und deren größtes Ziel im Leben, ein reicher Mann ist, der ihnen den teuren Friseur und das Fitnessstudio bezahlt. Das können Menschen von mir aus vereinzelt so machen, ich bin aber betroffen, wenn das der Mainstream wird.
Meine Tochter erzählte mir eine Episode, bei der ein gruseliger alpha Junge auf eine kleine Feier kam und offensiv sexi stische und wirklich beleidigende Sprüche machte. Die anwesenden Jungs verhielten sich unterwürfig ihm gegenüber und versuchten sogar mitzuhalten und sich ihrerseits als 'große Stecher' darzustellen. Die Mädchen waren eingeschüchtert, waren alle empört, aber keine traute sich etwas zu sagen, weil sie nicht 'zickig' wirken wollten - dabei waren sie in der Mehrzahl!
Ich denke, wenn den jungen Mädchen nicht das Frauenbild der immer strahlenden Schönheit, die stets entspannt ist und niemals ungehemmt auf den Tisch haut, vorgelebt werden würde, dann wäre eine solche Situation evtl. anders gelaufen.
Ich will einfach, dass die Gesellschaft sensibel bleibt und weiterhin Dinge hinterfragt - vor allem Aussagen wie 'der Mann an sich' oder 'die Frau an sich'. Macht man darauf aufmerksam, ist man schnell die Feministenpolizei (habe mich selbst scherzhaft schon so genannt) und wird im schlimmsten Fall als frustierte Alte abgestempelt, die keinen abbekommt und deshalb alle anderen beschimpft.
Das ist schade, denn eine Gesellschaft, die nicht bestimmte Anforderungen an Personen stellt, nur weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben, ist für alle Menschen schöner und entspannter - nicht nur für Frauen!