Zitat von Emma75:Der klassische 'Marriage Plot' geht aber so, dass sie den wilden Aufreißer zähmen will, aber da schon immer dieser nette 'gute Freund' war, den sie dann am Schluss auch heiratet. Zieht sich von den Frauenromanen des 18. Jahrhunderts, über 'Breakfast at Tiffany's' bis zu den heutigen Rosamunde Pilcher Schmonzetten und wird auch wieder in der etwas moderner gehaltenen, aber nicht weniger konservativen 'Feel Good Literatur' aufgegriffen.
Nicht so ganz
Den Beta-Trend in Liebesromanen gab es in den 90ern mal kurz, der hat sich aber nicht lange gehalten. In den letzten Jahren ist sogar der "Super-Alpha" angesagt (siehe Shades of Grey). Also es reicht ein normaler Alpha schon nicht mehr, der Mann muss neuerdings auch noch wunderschön sein, stinkreich (selbst Millionär reicht inzwischen nicht mehr

), der Protagonistin totaaaal überlegen und auch noch 6uell dominant. Das reicht bis hin zum aktuellen Trend der Dark Romance, wo der Protagonist ein Verbrecher ist (also Schwerverbrecher) und der Protagonistin erstmal Gewalt antut, bevor er sich in sie verliebt.
Aber es gibt Hoffnung, im Moment entsteht angeblich ein Trend zu starken Protagonistinnen laut Buchexperten. Also die Jungfer in Nöten, die vom Helden gerettet werden muss, wird gerade immer unbeliebter (dabei ist sie ein absoluter Klassiker der Liebesromane).
Man kann an Liebesromanen tatsächlich super Trends der aktuellen Gesellschaftsentwicklung in Sachen Beziehung/Liebe ablesen. Zum Thema Shades of Grey hat die israelische Sozialwissenschaftlerin Eva Illouz ein tolles Buch geschrieben, das erklärt, warum das Buch aktuell so beliebt ist. Interessanterweise nur in emanzipierten Kulturen, in den anderen spielte es überhaupt keine Rolle.
Und um noch mal den Bogen zu Deiner Frage zu spannen - ich weiß grad nicht, ob es hier schon erwähnt wurde. Aber Männer bilden tatsächlich weniger Oxytocin als Frauen, weil Testosteron die Oxytocin-Ausschüttung hemmt. Das ergibt auch durchaus Sinn, schließlich soll der Mann jagen, und da wäre zu viel Empathie dem "Opfer" gegenüber ja eher hinderlich.
Männer mit weniger Testosteron bilden auch mehr Oxytocin, genauso wie Frauen mit mehr Testosteron weniger Oxytocin bilden. In den Wechseljahren, also ab Anfang 40, ist das ja bei Frauen der Fall, wenn die Östrogenproduktion zurückgeht. Ich höre zB oft, dass Frauen in dem Alter mit Casual 6 viel besser klarkommen als jüngere Frauen. Während Männer ab 50 meistens schlechter damit klarkommen als jüngere Männer. Hormonell gesehen passen jüngere Männer also besser zu Frauen ab 40

Obendrein gibt es auch noch Unterschiede beim 6 an sich. Es gibt 6, der relativ wenig Oxytocin produziert - interessanterweise die Art von 6, die meistens auch in einschlägigen Filmchen dargestellt wird. Und es gibt 6, der deutlich mehr Oxytocin produziert, bei beiden. Der berühmte "Kuschel6" halt. Männer bilden zB beim Knutschen und Kuscheln deutlich mehr Oxytocin als beim Akt an sich.
Also eine schnelle Nummer irgendwo im Gebüsch, nach der man sich umgehend trennt, wird bei beiden nicht viel Oxytocin produzieren. Stundenlange Kuschelsessions, die mit zärtlichem 6 enden und an die sich noch eine Kuschelphase anschließt mit Übernachtung, wird deutlich mehr Oxytocin produzieren. Vor allem, wenn beide zum Höhepunkt gekommen sind, denn auch bei Frauen wird dabei viel Oxytocin ausgeschüttet (es gibt aber einen nicht gerade kleinen Anteil von Frauen, die beim 6 gar nicht kommen - das hat wiederum auch mit Oxytocin zu tun, denn wenn vor dem 6 viel Oxytocin im Blut kreist, ist die Wahrscheinlichkeit eines Höhepunktes zB deutlich größer. Und in dem Fall wird auch wiederum mehr Oxytocin ausgeschüttet danach, das ist quasi ein Kreislauf). Frauen produzieren übrigens mit Abstand das meiste Oxytocin, wenn an ihren Brustwar zen gesaugt wird. Beim Stillen eben, was man natürlich gut imitieren kann.