Zitat von Alysa: In meinen Augen habe ich ihr Verhalten auf eine andere Art und Weise gespiegelt
Und das hat was gebracht?
Du bist immer noch viel zu sehr bei ihr anstatt bei dir.
Darf ich dir das anhand meiner eigenen Erfahrungen erklären?
Weißte, mein Ex hätte mich letztes Jahr in null komma nix juristisch aus dem Verkehr ziehen können. Rückblickend betrachtet, völlig zu Recht. Aber zu dem Zeitpunkt war ich so in meinem Schmerz und meiner Wut gefangen, dass ich dachte: "Selber Schuld. Er hat es nicht anders verdient, so wie er mich behandelt hat, so wie er mich verletzt hat. Geschieht ihm nur recht."
Ich habe mein eigenes Fehlverhalten damit gerechtfertigt, dass er mir ja auch weh getan hat.
Mit viel Abstand und therapeutischer Hilfe habe ich erkannt, dass es mein eigenes Fehlverhalten eben nicht rechtfertigt und zudem auch nicht hilfreich für mich war. Es hat mich unnötig lange an ihn gebunden und verhindert, dass ich überhaupt anfangen konnte, zu heilen.
Erst als ich angefangen habe zu verstehen, warum das, was er mir "angetan" hat, mich so verletzt hat, dass ich mich drei Mal @rschiger als er verhalten habe, wurde es besser. Es mag menschlich verständlich sein, den anderen negativ zu spiegeln, um ihm zu zeigen: Mit mir nicht. Es ist nur sinnlos. Ich glaube, es ist wichtig, dass du erkennst und akzeptierst, dass du den anderen nicht ändern kannst, wenn er das selber nicht will. Und schon gar nicht, indem du vor seiner Tür stehst, obwohl derjenige klar signalsisiert und äußert, dass er keinen Kontakt wünscht.
Zitat von Alysa: Irgendwann war es soweit, dass ich mich an meine mobbingerfahrungen aus der Kindheit erinnert habe
Genau das!
Deine "Ex" ist aber nicht der Mobber. Demjenigen, dem du jetzt Grenzen setzen willst, ist die falsche Person. Das "musst" du verstehen. Deine Ex ist der Auslöser für deine Gefühle, aber nicht der Grund.
Hilfreicher als dem anderen sein Verhalten zu spiegeln, ist zu verstehen, warum man so auf sein Verhalten reagiert und daran zu arbeiten, in Zukunft anders darauf zu reagieren. Du drehst dich ansonsten nur im Kreis.
Und sein eigenes Fehlverhalten ohne wenn und aber zu akzeptieren, bedeutet nicht, dass man ein schlechter Mensch ist, sondern nur, dass man wie jeder andere auch Fehler macht. Solange du dich an der Einstellung festhältst, dass eigenes schlechtes Verhalten fremdes schlechtes Verhalten rechtfertigt, wirst du immer wieder in solch eine Situation geraten.
Man kann auch Grenzen setzen, indem man nicht auf schlechtes Verhalten reagiert, sondern sich umdreht und den anderen lässt. Und dann lebst du dein Leben weiter. Eigentlich ganz einfach.