Zitat von Tatiana:Er hat seine Version der Dinge erzählt, ich meine. Seine Version dieses Mal war deutlich softer, als die, die er mir am letzten SA gegeben hatte. Letzten SA zu mir: "da war schon immer ein Störgefühl und es passte nie 100% für mich und es sammelten sich red flags an und ich hab immer versucht, die zu beheben, ...
Es könnte Jahre dauern und die haben wir nicht?!
Also ihr seid verheiratet, habt ein Kind, eigentlich ist so ein Kontrukt auf Jahrzehnte ausgerichtet
😜 Es ist bestimmt schmerzhaft, dass es für ihn "nie 100%" gepasst hat. Aber ich finde das muss er
dann auch selbst reflektieren. Denn DAS ist seine volle Verantwortung. Er kannte Dich ja wie Du bist.
Ich habe ehrlich gesagt auch schon Beziehungen mit Männern geführt, wo es nie so wirklich für mich
gepasst hat...wo ich einfach nicht ehrlich mit mir selber war. Aber da mache ich letzten Endes nur mir
einen Vorwurf bzw. sehe dass das MEINE Baustelle war.
Es ist natürlich, dass Du noch hoffst. Trotzdem würde ich an Deiner Stelle mal ganz genau hinfühlen,
ob DU ihn denn und unter welchen Bedingungen?!? (zB er könnte jederzeit wieder hinwerfen?)
zurücknehmen würdest? Du gibts gefühlt jede Macht an ihn ab. Aber Du hast ja auch einen Willen.
Und der kann sich herauskristallisieren, wenn Du über den ersten Schock hinweg bist und sachlich
sehen kannst, was sein Umgang mit Dir gemacht hat. Ich denke aber das kann sehr lange dauern.
Deshalb finde ich gut, dass er gerade mauert. Du läufst sonst Gefahr, Dich ihm sofort wieder auszu-
liefern und über jedes Stöckchen zu springen aus Angst, dass er wieder abhaut.
Ist ja schön, dass er seine Bedürfnisse (Nähe etc) sieht und artikuliert. Und meint man könne
daran arbeiten.
Aber sieht er auch DEINE Bedürfnisse und Gefühle (Überlastung, kleines Kind, kein Elternhaus etc) und
wollte Dir hier entgegenkommen?
Eine Paartherapie und Beziehung ist ja kein Wunschkonzert, wo einer anmeldet, was er bekommen
will oder worauf er Anspruch hat. Es zählt ja ebenfalls DEINE Perspektive, Deine Grenzen und Wünsche.
Es klingt nicht so, als wollte er auch an SICH arbeiten. Und ohne das wollte ich ihn an Deiner Stelle nicht
zurück haben. Denn sowas ist keine Einbahnstrasse. Ausser es ist eine Mutter-Sohn Beziehung
😜 wo die Nabelschnur nur in EINE Richtung nährt.
Da ist es okay, dass einer nährt und einer genährt wird. Was ist mit Deinen Bedürfnissen?
Wo bist Du wichtig? Als Mutter, Vollzeit Erwerbstätige, ohne familiären support?!?
Was brauchst DU ? Interessiert ihn das überhaupt? Oder nur, was er "bekommt"
(stösst mir etwas auf die Formulierung denn es klingt nicht nach Reziprozität und Selbstreflektion)