Zitat von spotty:Ich meinte das so auch in etwa, kann mich nicht so gut erklären. Nur dumm und aufgebretzelt rumstehen und darauf warten, dass ein Mann sie erspäht, dass bringt heutzutage kaum einer Frau was und ist eben typisch oldschool.
Ich glaube nicht, dass das "Oldschool" ist. Gerade die Frauen der 50er und 60er hatten gerne Bedarf sich eher unters Volk zu mischen. Ich denke auch, dass das eher etwas mit "lazyness" zu tun hat. Faul sein und hoffen, da möge doch was kommen. Diverse stehen ja auch nur deshalb rum, weil sie glauben sie verpassen was, wenn sie allein sind. Andere weil sie zwar gern in der Stadt sind, aber dennoch ihre Ruhe per se möchten.
Zitat:Das kann natürlich eine Begründung sein.
Sicher ist es das. Alles was man weiß, ist leicht.
Zitat:So habe ich das noch nie gesehen. Aber das ist ein interessanter Punkt.
Sehr gut.
Zitat:Also das sehe ich ein wenig anders, weil Heiraten und Familie gründen und das ganze Prozedere in heutigen Tagen doch gar nicht mehr so weit verbreitet ist. Viele sorgen sich doch eher um ihre persönlichen Präferenzen, als das sie einem tageslichttauglichen und vorzeigbaren Lebenswandel haben. Die eigenen Bedürfnisse stehe deutlich über Familiengründung und so.
Ja, genau das schreibe ich doch. Du wiederholst exakt das was ich schrieb. Heiraten oder arrangierte Sachen (auch aus Mangel an Möglichkeiten) sind heutzutage weniger geworden, ABER das heißt ja nicht, dass Frauen deshalb weniger auf männliche Qualitäten stehen. Das ist halt ein Irrglaube. Das ist nämlich dieser Irrglaube, der von einem kleinen Bereich von Frauen, die sich verbal sehr lautstark äußern, über Jahre hinweg proklamiert wurde. Es ändert aber nichts daran, dass die Präferenzen sich deshalb tatsächlich ändern - lediglich der moralische Zeigefinger geht da höher.
Als medienpädagogisches Beispiel reduktiv erklärt:
Die 1990er Jahre offenbarten ein kurios geartetes Sub-Genre des Sozialfernsehens namens "Talkshow". Das ging mal los mit Leuten wie Jürgen Fliege, dann zu Hans Meiser bis wir neben Arabella, Vera, Ilona bei Knakllköppen wie Ricky und Geißen landeten. Die Themen waren zuerst Menschen, die in der Tat irgendwas zu erzählen hatten. Das waren z.B. schwere Familienschicksale, die überwunden wurden, Umgang mit Krankheiten oder anderen Verlusten, aber auch teils interessante Geschichten von Globetrottern. Irgendwann kam jemand auf die Idee daraus ein aktuelles tägliches Format zu machen. Und dann wurde - wie es im Fernsehen üblich ist - die Schwarz-/Weiß-Maschinerie betätigt mit diversen Argumentationsfeldern und bewusst gestreuten Polarisierungen, die eine Meinung vertreten sollten. Allerdings wurde das nicht neutral behandelt, sondern es gab vorgefertigte Meinungen zu den Themen, meint also: Wenn es um Einstellungen ging, die gerade im sozialen Diskurs aufkamen, wurde u.a. von RTL, Sat.1 oder Pro7 da bewusst hingesteuert, indem ein Publikum via Einblendung zu Themen entweder applaudiert oder seinen Einspruch kundtut.
Damit dann also offenbar Präferenzen, die der Programmdirektor oder die Macher der Show als konform und richtig empfanden, wurden in dem Falle hochtsilisiert, während gegenteilige Meinung mit abwertenden Kommentaren bedacht waren. Erinnert irgendwie an das Internet heutzutage, nicht wahr? Und dadurch wurde medial eine Meinung gebildet, die dann eben durch die TV-Stationen vertreten wurde, bis letztlich der Umschwung kam, allerdings wurden so natürlich Weichen gestellt, v.a. bei den Menschen, die hauptsächlich konsumieren und wenig reflektieren.
Um es auf den ganz einfachen Nenner herunter zu brechen und es an einem Beispiel klar zu machen:
Ein Mann spricht in der Talkshow darüber, dass er große Brüste bei Frauen möge. Dies führt zu Buh-Rufen, weil es sofort in eine "oberflächliche Präferenz" geschickt wird. Währenddessen darf eine weitere Talkshow-Besucherin neben ihm natürlich äußern, dass sie auf den knackigen Hintern eines Mannes steht. Hier also klares Ausspielen von Parteien: Mann gegen Frau - im Zusammenspiel mit "Mann, als oberflächlicher Hinterwäldler" und "Frau, als selbstbewusste Go-Girl-Attitüde". Das war übrigens mit etlichen Themen so, dazu gesellte sich, dass man danach meist Extremfälle vorstellte, in denen die abgelehnte Meinung besonders "hinterwäldlerisch" dargestellt wurde. NUR... es ändert ja nichts an Deiner Präferenz. Dir wird suggeriert: "Du darfst keine großen Brüste mögen, weil Du dann ja ein böser, oberflächlicher Mann bist", aber wie sollst Du da Dein se*uelles Muster beispielsweise umstellen? Das passiert nicht so einfach. Schon gar nicht durch erhobenen Zeigefinger... ergo: Letztlich wurden damit nur Personen in eine Ecke gestellt, die ihre persönlichen Präferenzen laut diesen Shows nicht ausleben dürfen/durften. Dazugehörige Frauen übrigens meist auch.
Und wenn Du als Frau da gesessen hast, mit der Einstellung, Du stehst eben auf nen Macho oder sonst was, dann wurdest auch Du in dem Fall direkt spöttisch und verachtend angeguckt. Aber auch hier: Das eine sagen, weil es soziale Bindung mit sich bringt, aber das andere in Wirklichkeit wollen, geht halt nicht zusammen. Und einen so starken Charakter zu haben, da mal "eben drüber zu stehen", na ja, den haben viele nunmal leider nicht.