Zitat von Sam1234:ich sehe mich weder in einer Opferrolle, noch hat er irgendetwas getan, was mich berechtigen würde, ihn in irgendwelche Schranken zu weisen. Im Grunde hat er nichts Amoralisches gemacht.
Sein Verhalten geht übers Professionelle hinaus ins Private hinein:
Zitat von Sam1234:Seit wir uns das erste mal gesehen haben hat er sich fast jeden Tag unter einem Vorwand bei mir gemeldet und sich auch öfter an meinem Standort einteilen lassen.
Zitat von Sam1234:Er ruft z.B. an und sagt, dass er kein Arbeitsthema hat zum anrufen, sondern mich einfach sprechen will, erzählt im Detail was ich einem bestimmten Tag anhatte oder sagt z.B., ich soll ihn nicht so angucken (nur Beispiele). Er hat mich auch gefragt, ob er auf einen Kaffee auf meinen Standort vorbeikommen soll (ca. 2 h für die Hin- und Rückfahrt).
Natürlich gibt es Kollegen, die sich auch privat miteinander vernetzen; nach wie vor entstehen am Arbeitsplatz nicht nur Lieb-, sondern auch Freundschaften. Allerdings geschieht das bei verheirateten Kollegen normalerweise entweder über Gruppen, oder sie treffen sich mit der kompletten Familie des anderen.
Deine Situation ist mir nicht völlig fremd: Vor Jahren hatte ich beispielsweise regelmässig mit einem Kollegen zu tun, wo sich irgendwann auch Gespräche über den professionellen Anlaß hinaus ergaben. Nach und nach erzählte er mir, daß er mit seiner Frau und sechs Kindern auf einem Bauerhof lebt; irgendwann lud er mich auf ein Wochenende dorthin ein. Seine Familie war sehr sympathisch; ich denke heute noch gern an diese beiden Tage zurück. In weiterer Folge habe ich allerdings nicht nur die Firma gewechselt, sondern bin auch ins Ausland übersiedelt und leider ließ er den Email-Verkehr dann einschlafen. Erst Jahre später erfuhr ich, daß seine Frau verstorben ist. Ich vermute, sie war zu der Zeit schon erkrankt und daß er deshalb keine Energie in den Emailverkehr mit einer Bekannten stecken konnte, wollte oder beides, die sich räumlich eh sehr weit entfernt hatte inzwischen.
Was ich damit sagen will: Natürlich kann es auch so gehen. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt Schmetterlinge im Bauch, wenn ich an ihn dachte. Der Kontakt wurde privater, ja - aber flirty war er nie, auch von seiner Seite her nicht.
Zitat von Sam1234:Wie kann ich denn herausfinden was er beabsichtigt und was dahintersteckt?
Was steckt denn bei Dir selbst dahinter?
Wie soll der Kontakt denn
aussehen, wenn er aus Deiner Sicht optimal verliefe:
Kannst Du Dir eine platonische Freundschaft mit diesem Mann vorstellen und wenn ja, wie würdet Ihr sie
gestalten? Siehst Du Dich denn irgendwann in ein paar Jahren als alte Freundin der Familie, die ein- oder zweimal im Jahr zu Besuch kommt und die umgekehrt auch ein- oder zweimal jährlich besucht wird? Oder siehst Du Dich viertel- bis halbjährlich allein einen Kaffee mit diesem Mann trinken gehen?
Anders gefragt:
Wohin soll der Kontakt sich denn
entwickeln - bis er an die Grenze dessen stößt, was seiner Familie vorbehalten ist und bleiben sollte und wie
realistisch schätzt Du anläßlich dessen, was Du schon jetzt beobachtest die Chance ein, daß er
das dann auch tun wird?