Zitat von Juliane333:Außerdem fand er das ja alles lächerlich, da sich alles bei WhatsApp abspielt.
Wenn es wirklich derart lächerlich wäre wie er tut könnte er easy drauf verzichten. Woll?
Zitat von Juliane333:Er spricht von Liebe mitunter und das ist doch wohl keineswegs lächerlich.
Ich hab allerdings den Eindruck, dass er sich da in etwas verrannt hat. Sie macht nicht den Eindruck, als fühle sie dasselbe.
Er scheint mehr ihr seelischer Mülleimer zu sein, das aber für ... was auch immer ihrerseits zu halten.
Ich hab noch das "was zum Teufel hast Du erzählt.." im Ohr. Scheinbar ist sie etwas erschrocken über die Heftigkeit der Reaktionen der Partner. Und sieht in ihrem Austausch nichts, was ein derartiges Alarmieren des Partners rechtfertigt.
Das hat bloss er nicht verstanden, was sie geschrieben hat.
Zitat von Juliane333:ob er irgendwie krank ist?
Liebeskrank. Er hat sich komplett in diesen Zustand hineingesteigert. Ist mir mal bei jemandem begegnet.
Hat sich für mich damals gruselig angefühlt. Ein Mensch, der sich mir gegenüber gibt, als sei er innen mit einer süßlich klebrigen Flüssigkeit gefüllt. Marshmallow Mann aus "Ghostbusters". Immer übergefühlig hinter mir hergedackelt. Ein erwachsener Mann. Mitten im Beruf. Ich war Studentin.
Das kitzelt das Ego ungemein, wenn einen jemand derart aufs Podest stellt.
Andererseits glaubt man ihm kein Wort. Zuviel. Zu süß. Zuviel Schmäh.
Gruselig.
Analogie: dieser Mann fuhr mit seiner Frau in Urlaub, provozierte dann (weil er das nicht mehr aushalten konnte) einen Streit mit ihr (man kennt einander ja) und ließ sich rauswerfen.
Bei den beiden waren aber scheinbar noch andere Dinge im Ungleichgewicht. Die haben sich dann scheiden lassen.
Also: ja, Liebeskrankheit gibt es. Die kann bis zu heftigen körperlichen Symptomen führen. Und zu Stressreaktionen. Weil das System merkt, dass was nicht rund läuft.
Auch war er wie.... weggebeamt. Anderer Planet. Mit pinken Gagafanten.
Bei dem Menschen, der mir begegnet war kam später raus, dass ich eine große körperliche Ähnlichkeit mit einer Frau aus seiner Vergangenheit hatte. Seine erste große Liebe. Mit der die Beziehung schlecht endete.
Zitat von Juliane333:In seinen Therapien wurde das auch immer wieder thematisiert, dass er zu schnell auf andere einsteigt und deren Emotionen aufnimmt (so ist er groß geworden und das hat ihn immer belastet und auch geschädigt als Kind).
Das wird er auch hier getan haben. Und das, was er in der Funktion als Seelenmülleimer geschluckt hat, hat irgendwie den starken Wunsch in ihm ausgelöst, ihre Welt zu retten, wie es aussieht.
Dass sie dabei recht verachtungsvoll rüberkommt bisweilen "die Kinder vom Hals halten" "treue Seele (aka gutmütiger Volltrottel)", und dass sie sicher auch insgeheim für ihn irgendwelche abwertenden Worte finden würde (so ein Lieber = "Du bist so ein guter Freund, aber Olaf von nebenan ist so....hach....". Kleine Schwester von ka.ka) das hat er nirgendwo auf dem Schirm.
Er macht sich zum Horst.
Zitat von Juliane333:trotzdem dabei ein schlechtes Gewissen habe, so als ob ich übertreibe.
Neee... nicht DU überstreibst! ER übertreibt.
Zitat von Juliane333:und riskiert unser Erreichtes wofür eigentlich?
Das genau sieht er eben nicht. Weder, dass er alles riskiert.
Noch, dass "le jeu n'en vaut pas la chandelle" es sich für ihn in keiner Weise "lohnt".
Es hat keinerlei greifbare Realität, was er da betreibt. Er macht sich heftig einseitig was vor.
Zitat von Juliane333:Im nächsten Moment könnte ich ihm die Augen auskratzen und wie eine Furie rumschreien...
Da wenig bis nix von dem was Du sonst tust, bei ihm ankommt.... was hast Du zu verlieren, wenn Du das einmal verbal rauslässt?
Nix. Er kennt Dich so nicht. Ich denke, dass eine Reaktion von Dir, die er Dir nicht zutraut, die ihm unbekannt ist, ihn vielleicht aus dem Schlafschafmodus rausholen kann.
Viele sagen:"Gib Dir die Blöße nicht, zeig Dich nicht." Ich sag: wenn mich jemand mit dusseligen Aktionen wirklich wütend macht, dann bekommt er das ab, was er auslöst.
Meine Mutter ist aufgrund runtergeschluckter nie ausgelebter negativer Emotionen und "sei ein braves Mädchen, das gehört sich nicht. Ein Mädchen muss immer lieb und nett sein." an Krebs erkrankt. Und letzten Endes verstorben.
Es ist vielleicht ungewöhnlich. Aber es macht eine Art der Konfliktbewältigumg möglich, die unter Umständen durch rationales Reden in schwierigeren Situationen nicht möglich gewesen wäre.
Das Gegenüber sieht, wo das hingeht, was es tut. Direkte Konsequenz seibes Handelns.
Zorn muss raus. Überdruckventil. Ist er draußen kann man dann für sich selber sehen, welches andere Gefühl darunter liegt. Zorn schützt. Und er verbirgt meist tiefere Gefühle wie Verlustangst, Schmerz, Scham.
Erst wenn das Mantelgefühl abnimmt kann man tiefer schauen. Und im Konflikt dem anderen zeigen, was unter allem drunter liegt.
Dass er Dich sehr verletzt und ängstigt und dein ganzes Leben auf den Kopf stellt, Dich an allem was ihr aufgebaut habt, zweifeln lässt mit seinem Quatsch, das hat er scheinbar noch nicht verstanden.
Zitat von Juliane333:Überlege auch ob ich vielleicht alleine eine Art Beratung einholen kann?
Klar kannst Du. Eine Freundin von mir aus Bayern geht regelmäßig zu einer Beratung zur Caritas. Jetzt nicht wegen sozialen Dingen, sondern weil ihr manchmal die Seele arg quer hängt und sie jemanden braucht, der sie unterstützt, ernst nimmt und ihr zuhört ohne zu urteilen. Tut ihr gut.
Da kann man kurzfristig Hilfe bekommen, denke ich.