Zitat von NurBen:Ja das mit der offenen Kommunikation ist leider im Dating nicht so einfach.
Schließlich will man sich von der besten Seite zeigen und das beißt sich dann gerne mit der "offenen Kommunikation".
Eine offene Kommunikation nimmt auch immer die Spannung und den Reiz aus dem Kennenlernen.
Ungewissheiten wie "Was denkt er/sie von mir?" oder "Hat er/sie auch mehr Interesse an mir?" sind ein notwendiges Übel.
Mit offener Kommunikation meine ich nicht, dass man ab dem ersten Date den anderen mit viel zu privaten Informationen überfordert, das würde mich auch abschrecken.
Aber sowas, dass man gerne Nähe mag, mit Lügen nicht klarkommt oder tatsächlich nur nach einer festen Beziehung sucht sind für mich lediglich Informationen. Die preis zu geben, wenn es sich im Gespräch ergibt, finde ich absolut ok und erzeugt bei mir keinen Druck.
Ich gehe dann nicht automatisch davon aus, dass der Mann das mit mir möchte und gleich beim ersten Date alles festzurren will.
Wenn der andere sich dadurch gleich unter Druck gesetzt fühlt ist das nicht mein Problem.
Ich finde es auch nicht abschreckend wenn mir ein Mann sagt, dass er Nähe mag, solange das nicht bedeutet, dass er mich lovebombt ohne mich zu kennen.
Für mich heißt das, wenn er in einer Beziehung ist, dann ist er so. Ob es aber dazu kommt, steht noch absolut in den Sternen.
Für mich erzeugen Spielchen auch keinerlei Attraktion, das turnt mich vollkommen ab. Anziehung entsteht bei mir nicht durch Unsicherheit, sondern dadurch, dass ich einen Mann interessant finde. Um soweit zu kommen braucht es Gespräche, gemeinsame Unternehmungen.
Solange man eine andere Person nicht als seelischen Mülleimer benutzt, sich aber auch nichts gefallen lässt und seine Grenzen kennt, kann man sehr viel von sich preis geben. Springt dann jemand ab, dann ist es doch richtig so und es wurden keine Gefühle verletzt.
Würde ich mich online zB als Nichtraucherin verkaufen, insgeheim hoffen, dass ich bis ich dann mal einen an der Angel habe mein Nichtraucherprogramm durchgezogen habe und er nach 3 Monaten feststellt, dass ich in Stresssituationen doch die ein oder andere rauche (und das merkt ein Nichtraucher, auch wenn du geduscht und dir ne halbe Stunde die Zähne geputzt hast) fühlt er sich zu recht veräppelt.
Klar verzeihen Menschen, die sich verliebt haben sehr viel. Darauf bauen die meisten ja auch.
Du weißt nicht wie oft ich mir hab anhören müssen "ja, am Anfang habe ich dir nicht die ganze Wahrheit erzählt, aber.... jetzt sind wir doch zusammen und alles ist gut".
Das sehe ich halt nicht so. Ich muss nicht jede Leiche im Keller von Anfang an wissen, bestimmte harte facts, die eine mögliche Beziehung betreffen, aber schon.
Die meisten Beziehungen scheitern an fehlendem Vertrauen. Man kann sehr viel verzeihen, wenn diese Basis stimmt. Aber dazu gehört eben auch, dass man die innere Stärke besitzt sich so zu zeigen wie man ist und in der Lage ist unangenehme Themen auf den Tisch zu bringen und zu klären. Was übrigens auch ganz ohne Dramen geht, wenn beide Kritik nicht damit gleich setzen, dass sie ein schlechter Mensch oder Versager sind.