Ysa hatte ja in einem ihrer Posts die Empathie erwähnt.
Empathie scheint in unseren Zeiten ja das zentrale Schlagwort zu sein, das unglaublich wichtig und immer wieder eingefordert wird, gerade in der Pädagogik.
Empathisch mit den Kindern umzugehen, sie individuell zu fördern usw.
Das beißt sich wiederum aber total damit, dass wir in einer absoluten Leistungsgesellschaft leben, die auf das Individuum mit seinen Schwächen wenig Rücksicht nimmt.
Durch diese Kuschelpädagogik, die aktuell propagiert wird, wo den Kindern kaum noch deutliche Grenzen aufgezeigt werden, wo es im Grunde nur noch darum geht den Kindern zu bestätigen wie besonders und einzigartig sie sind, auch nur mit mäßigen Leistungen Schüler das Abitur schaffen, sie dann auch noch die Möglichkeit haben schon in der 5. Klasse ihre Lehrer über Feedbackbogen zu bewerten, wird eine narzisstische Generation herangezogen, was mir etwas Angst macht.
Natürlich ist jeder Mensch einzigartig, aber ich denke ein wichtiger Punkt des Erwachsenwerdens ist sich mit der eigenen Mittelmäßigkeit und Gewöhnlichkeit anzufreunden. Besonders intelligent, strebsam, herausragend sind einfach nur wenige und das ist auch gar nicht schlimm. Trotzdem kann man ein befriedigendes und erfüllendes Leben führen.
Ich war bspw. total froh, wenn meine Tochter mir erzählte, dass sie einen super strengen, ungerechten Lehrer hatte, der wirklich schwere Arbeiten gemacht und hohe Leistungen eingefordert hat.
Warum? Weil gerade das einen auf das wirkliche Leben vorbereitet, wo es halt nicht immer gerecht zugeht und es halt nicht interessiert, warum sie die Hausaufgaben nicht machen konnte. Und man auch wirklich ackern muss, um gute Noten zu erreichen.
Vergleiche ich bspw. die Abiturprüfungen meiner Zeit mit den aktuellen ist eine erhebliche Leistungsminderung festzustellen. Das kommt dann wieder bei den Universitäten an. Freunde von mir die als Dozenten an Hochschulen arbeiten, sind vollkommen entsetzt wie wenig Grundvoraussetzungen die Studenten besitzen. Auch die zunehmende Unselbständigkeit in Kombination mit einer riesigen Anspruchshaltung.
Was ich damit sagen will: Empathie ist nicht das Allheilmittel. Zu viel davon kann den junge Leuten schaden, auch wenn es eigentlich gut gemeint ist.
So... und jetzt wieder zurück zu den Bonobos....
