Zitat von Tin_: Warum musst du perfekt sein und funktionieren?
Was WÄRE so schlimm daran, wenn andere Menschen dich nicht als perfekt funktionierend wahrnehmen?
Was würde passieren, wenn sie es tun, wenn der Fokus stark auf dich gerichtet wäre?
Für WEN willst du performen?
Warum gestehst du dir keine "Schwächen" zu und was sind für dich "Schwächen"?
Was bringt es dir genau, wenn du funktionierst und perfekt bist?
Dein Beitrag ist hilfreich, vielen Dank!
Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen und habe einen spanischen Hintergrund (Vaterseite). Dort wird Gastfreundlichkeit und Besuch ganz groß geschrieben. Mit 14 musste ich schon perfekt servieren und bedienen können, und dies vor großen Runden. Es kam eine blöde Bemerkung, warum ich denn so zittere. Da war ich 14. Seitdem habe ich gefühlt einen Knacks. Diese Aussage kam dann fortlaufend immer mal wieder und der Druck stieg. Ich konnte es schlichtweg einfach nicht mehr.
Bis heute gibt es diese großen Familienveranstaltungen, und sie sind für mich schlimm. Ich kriege seitdem nichtmal mehr hin, mir selber ein Glas Wasser zu servieren ohne Angst zu haben. Der Druck perfekt sein zu wollen und auf Schwächen angesprochen worden zu sein, macht(e) mich kaputt.
Es hätte auch keine Möglichkeit gegeben aus dieser Situation zu fliehen. Das hätte mein Vater niemals zugelassen.
Zitat von Tin_: Nicht die negativen Dinge zu sehr Gewichten und die positiven vergessen.
Dies ist wohl mein größter Fehler und erklärt warum ich nach einem Erfolgserlebnis sofort wieder Down bin, weil ich mir die "nicht so gut gelaufenen Situationen" vor Augen halte statt die erfolgreichen.
Zitat von Tin_: Übrigens finde ich es toll, dass du nicht aufgibst und in die Konfrontation gehst. Saustark! Ich weiss wie brachial hart das ist,
Ja das ist es! Es ist ein Zustand, den man keinem wünscht. Ich werde mich aber nicht geschlagen geben. Ich mache immer weiter. Ich will nicht zulassen, dass meine Angst die komplette Kontrolle übernimmt.
Zitat von Tin_: Es war eine Lektion, die ich wohl lernen musste und heute bin ich dankbar, dass ich sie verstanden habe.
Ich denke, dass du da vollkommen recht hast. Ich bin der festen Überzeugung, dass in jeder schlechten Sache, auch etwas Gutes steckt. Gerade im Moment erkenne ich es noch nicht. Das wird wohl mit der Zeit kommen. Jedoch hätte ich auch nicht so weiterleben können, wie ich es vorher tat. Die Ängste waren bereits da, nur haben sie aktuell ihren Höhepunkt erreicht. Ich will komplett angstfrei sein.