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Meine Tochter liebte sich selbst so sehr, dass sie keine Dro. nehmen wollte und deshalb riskierte ausgeschlossen zu werden. Sie hat ihren Preis gezahlt.
Nein Goldy. Sie hätte sich selbst nie verletzt, wäre sie über der ganzen Sache gestanden und hätte sich geliebt. Von dem Irrglauben musst du weg. Es liegt weder an roten Locken, krummen Nasen oder der Ablehnung von Dro., dass Kinder über Kinder herfallen. Das ist zu oberflächlich gedacht und verkennt das Problem. Denn es gibt Millionen von Kids, die rote Haare, Brillen, dicke Körper haben, keine Dro. nehmen und NICHT gemobbt werden.
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x 1#136
K
Karili Gast
Zitat von Offspring78:
Aber dein Beispiel zeigt doch klar auf, dass absolut falsch reagiert wurde. Die erste soziale Gruppe um das Mädel wurde also quasi durch äussere Kontrolle gezwungen, das Mädel zu akzeptieren. Wo ist da eine "gute" Gemeinschaft entstanden? Man hätte vielmehr das Mädel ...
Auch hier: Nicht ganz. In der Grundschule gab es einen großen Fokus auf Gemeinschaft und soziales Verhalten. Da wurde umgehend Hänselei aufgegriffen und besprochen - dazu gab es z.B. Schulpaten, ältere Schüler, die einen jüngeren Schüler zum Paten haben und Ansprechpartner waren. Das hat bewirkt, dass sich die älteren bereits für die Werte der Schule eingesetzt haben und unter den Schülern der Ton herrschte, dass Ausgrenzen schlechtes Verhalten ist. Die Tochter meiner Freundin hat so die Sticheleien auch immer gut abwehren können. Sie konnte mit allen reden und wurde gehört. Alle anderen Schüler übrigens auch, denn natürlich war das Mädchen ja auch nicht ein 24/7 Engel...die hat ihren Teil der Werteerziehung auch mitbekommen
Au der nächsten Schule gab es jedoch einen riesigen Leistungsdruck und eine Gruppe von Eltern, die sich und ihre Kinder als Elite sahen. Eine Mutter aus dieser Gruppe sagte z.B laut auf dem Schulhof zu ihrer Tochter: Wenn du so einen häßlichen Mob auf dem Kopf hättest, wären deine Haare schon lange gefärbt! Dabei hat sie auf die Tochter meiner Freundin gezeigt...So, und was ist das für Kinder, die bereits sehr wettbewerbsorientiert aufwachsen etwas anderes als der Aufruf zum Tanz? Kinder und Jugendliche benötigen starke Menschen, die den ahmen setzen. Heidi Klum hat Kasia und den anderen Teilnehmern bei GNTM auch immer mal wieder den Marsch gegeigt, wenn die Sprüche gegeneinander zu hart waren. Und das ist richtig.
Die Tochter meiner Freundin ist heute übrigens eine bildhübsche 17jährige. Und ich wette, dass wäre der garstigen Mutter aus der Schule damals auch nicht recht und sie würde blöd kommentieren.
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#137
A
Was sagt ihr zu Kasia Lenhardt?
x 3
G
Goldy Gast
Zitat von Offspring78:
Nein Goldy. Sie hätte sich selbst nie verletzt, wäre sie über der ganzen Sache gestanden und hätte sich geliebt. .
Ja, das stimmt, da hast du recht.
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#138
O
Offspring78 Mitglied
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Bildhübsch Karili, doch innerlich noch immer zutiefst unsicher, nehme ich an. Das ist eben die Gefahr. Womit wir wieder bei Kasia wären. Wenn einer sie dann plötzlich nicht hübsch findet, sie gar verlässt, lästert... steht das Mädel DANN drüber?
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x 1#139
K
Karili Gast
@offspring
Das ist richtig. Sie ist sehr wählerisch mit neuen Freunden und nicht die erste, die Gruppenaktivitäten sofort zustimmt. Aber auch das kann sich ändern.
In der Gruppe der Influencer, in der Kassa sich bewegt hat, gab es offenbar wenig persönliche Entwicklung in Form von Ausbildung, formalem Lernen etc. Das Umfeld scheint auf Emotionen zu basieren und hübschen Bildern, die wiederum Emotionen auslösen. Wen man mal kurz guckt, welche Bilder und Kommentare ihre Mit-Influencer zu ihrem Tod veröffentlichen, scheinen fast alle Fotos zu veröffentlichen, die sie auch selbst zeigen. Die suggerieren, dass es eine sehr, sehr enge Bindung gegeben hat. Besonders tiefsinnig und überlegt sind die Kommentare auch nicht. Eine Influencerin schrieb:"Ich hätte mich gerne von dir verabschiedet." ...Das passt als Kommentar eher zum Tod einer schwerkranken Person. Bei Suiziden hätte ein Kommentar wie :"Ich wünschte, ich hätte etwas für dich tun können" wahrscheinlich eher ausgedrückt, was die Schreiberin sagen wollte. Deshalb kann man wohl davon ausgehen, dass wenig bewusst, sondern impulsiv reagiert wird.
Das scheint mir aber genau das Problem. Werte haben, Bildung haben, um das auszudrücken was man tatsächlich sagen möchte. Ein vielschichtiges Umfeld mit vielen Sichtweisen zu haben, gelernt zu haben, wie man sich rational aus einer emotionalen Situation löst. Doch, Influencer sollte ein Ausbildungsberuf werden.
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x 1#140
O
Offspring78 Mitglied
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Ja, man kann in der Ausbildung natürlich noch nachreifen, das kann man immer. Jedoch wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, die Anforderungen komplexer, die Hindernisse höher, die Mitmenschen genervter davon.
Grundschulzeiten wären da für mich schon der ideale Zeitrahmen, um geeignete Strategien zu entwickeln, im sozialen Dschungel zurecht zu kommen. On-und Offline!
Ich denke, Kasia hatte ihre Strategie auch dort schon entwickelt. Aber es war eine dysfunktionale. Und sie hat sie trotzdem bis zum Exzess betrieben und keine andere sehen können. Bis sie völlig verzweifelt aufgab. Ein Ausbilder hätte da sicher noch eingreifen können. Aber das geht nur durch Vorbild sein, wie gesagt. Nimmt die Person das nicht an, hat niemand den Hauch einer Chance. Und auch das war fürchte ich bei Kasia der Fall. Denn auf der Welt sind so viele Vorbilder, warum wählt sich das Mädel gerade die Glitzer Model Welt? Auch das hat sicher mit ihrer dysfunktionalen Strategie aus Grundschulzeiten zu tun. Evtl hatte sie auch rote Haare? Und gelernt: mein Schutz vor Mobbing kann nur sein, diese zu färben. Schönheitswahn als Schutzpanzer? Seeehr gefährlich. Kann sich drastisch gegen dich wenden sowas.
Ich bin mir also sehr unsicher, in wie weit man Kasia hätte noch erreichen können. Sie hätte, als sie ganz unten war, nicht den Weg der völligen Selbstzerstörung gehen MÜSSEN. Dies hätte SIE selber aber erkennen müssen. Vorbilder dafür EXISTIEREN, wie gesagt. Aber du kannst keinen dazu zwingen, dass sein Vorbild ein unabhängiger Kämpfer ist und keiner, der sich aufgibt. Wie vermessen ist das überhaupt? Einen Menschen retten zu wollen? Wir können kein einziges Staubkorn erschaffen, wir sollten uns mal nicht so wichtig nehmen und glauben, wir könnten verhindern, was mit anderen Menschen geschieht. Ob sie leben oder sterben. Diese Macht haben wir nicht.
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x 1#141
K
Karili Gast
Doch, genau diese Macht haben wir, Wenn ich zeige ich mache nicht mit, dann kommen andere, die das so sehen oft auf meine Seite. Wir sind starke Menschen. Und müssen das für uns und andere sein. Es gibt dazu ein altes Gedicht von Bonhoeffer
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x 1#142
O
Offspring78 Mitglied
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Sie kommen nicht "oft" auf deine Seite. Wer war denn auf Bonhoeffers Seite? Wer auf der Seite seines grossen Vorbildes? Es waren immer wenige. Und 2021 Jahre später sind es noch immer wenige. Am Verhältnis hat sich nichts geändert. Und selbst wenn es sogar 50% wären, die du erreichen kannst, musst du noch irgendwie mit den anderen 50% umgehen. Denn die nehmen den leichten Weg und schlachten dich eiskalt ab (psychisch und viel zu oft auch physisch). Das ist real und dagegen bist du machtlos. Ausser du willst stattdessen selber wiederum die abschlachten/bekämpfen? Was dich ad absurdum führen würde. Sinnlos in diesen Kampf einzusteigen. Genauso könntest du versuchen, die Drehung der Erde anzuhalten. Ich mag Jesus, Bonhoeffer und Konsorten nicht besonders. Es ergibt keinen Sinn, sich freiwillig abschlachten zu lassen. Es widerspricht dem Leben selbst. Ein psychisch gesunder Mensch wird diesen Weg kaum gehen.
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#143
K
Karili Gast
Das Leben bleibt nicht bestehen, wenn die Masse destruktiv ist. Dann stirbt das Leben. Es gibt Studien darüber, was mit der Empathiefähigkeit passiert, wenn Menschen in Regimen leben. Die sinkt über Generationen stetig und ist irgendwann nicht mehr vorhanden. Wer wegsieht wenn jemand anderem Unrecht geschieht, der reagiert nicht anders als jemand, der einen Autounfall mit Verletzten sieht und vorbeifährt. "Nicht meine Brause! Soll sich wer anderes darum kümmern". Es sind letztlich nicht die Hater und Mobber, die das eigentliche Problem sind, sondern die, die sie gewähren lassen.
Empathie ist eine ganz starke Kraft in Menschen wie in Tieren. Wer sie leugnet und ein "jeder für sich selbst" Motto fährt, der muss gucken was er menschlich ist und ob. Es gibt keine Entschuldigung für das Wegsehen.. Nie.
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x 1#144
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Offspring78 Mitglied
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Die Hater gewähren lassen, sich um sich selbst kümmern, vor der eigenen Tür kehren, das ist anstrengend, Tag füllend und lobenswert genug für mich. Oft das einzige, zu was man als normaler Mensch Kraft und Zeit hat. Man muss doch kein Held sein, retten, dazwischen gehen, ne du, kann ich nicht, reicht meine Kraft nicht für, geh ich evtl selber mit zu Boden und das Risiko kann ich nicht eingehen. Tut mir leid für dich.
Wenn man nur aufpasst, nicht selber Hater zu sein (oder zu werden) und das auch schafft, ist das Verdienst genug im Leben!
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#145
Lalunia Mitglied
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Es gibt gerade sehr viele Kasia gewidmete Profile auf insta, die ihre private Nachrichten veröffentlichen. Die Leute kämpfen dort für "Gerechtigkeit" und vermuten Verschwörung darin, dass ihre Accounts gelöscht werden und jemand den Jerome decken versucht. So was passiert wenn viele dumme und minderjährige Menschen an solche Informationen ran kommen. Sie denken gar nicht daran, dass Kripo gerade ermittelt und man diese Nachrichten gerade deswegen nicht veröffentlichen darf. Gleiche Situation gab es bei dem Fall Rebecca Reusch. Haufen Möchtegern Detektiven die am Ende der Arbeit von Polizei geschadet haben.
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x 1#146
K
Karili Gast
@offspring
Dann hoffe ich für dich, dasd du niemals das Opfer von Feindseligkeit, Mobbing o Ä. wirst. Und dass du, sollte es doch einmal passieren, du so konsequent bleibst und niemanden um Hilfe bittest. Keine Kollegen, keinen Betriebsrat, keine Freunde. Denn was man selbst nicht bereit ist zu geben, darf man umgekehrt dann auch nicht erbitten.
Leider ist meine Erfahrung aber die, dass die größten Wegseher, sich immer zu den größten und am lautesten heulenden Opfern stilisieren, sobald es mal sie selbst betrifft... Und leider lässt die dann niemand am Wegrand verhungern, sondern die erhalten Hilfe, Hilfe und nochmals Hilfe....und die Wegseher glauben dann auch, dass sie alle Hilfe verdient haben.
Ist wie Querdenken und Coronaleugnen. Erst grosspurig, dann heulen, wenn doch infiziert.
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#147
O
Offspring78 Mitglied
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Natürlich wurde ich schon mit Feindseligkeiten, Angriffen und Mobbing zur Genüge konfrontiert, Karili. Daher habe ich ja eben mich viel damit beschäftigt und bin dann zu meiner heutigen Einstellung gekommen. Ungerührt wegschauen/weggehen ist wesentlich härter und schwieriger als Eingreifen, das kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Trotzdem musste ich erkennen, dass ich auf diese selbstzentrierte Weise im Endeffekt wertvolle Kraft spare. Was mir, wenn meine Rechnung aufgeht, ja dann auch wieder die Möglichkeit gibt, mir selbst zu helfen und hoffentlich der Allgemeinheit nicht zur Last zu fallen.
Meiner Meinung nach ist es der falsche Ansatz eine Person so zu stärken dass sie Mobbing aushalten kann. So was sollte einer Person erst gar nicht zustoßen müssen.
Ich finde die Gesellschaft muss so geformt oder befriedigt werden dass sie es nicht mehr nötig hat über andere zu lachen oder über sie her zu ziehen. Wieso eskaliert das Ganze zunehmend? Wieso müssen Eltern Angst um ihre Kinder haben?
Ich persönlich habe seit Jahren so eine Abneigung Dieter Bohlen gegenüber. Meiner Meinung nach hat er damals den Grundstein dafür gelegt dass Mobbing in den Medien so erfolgreich wurde. Es sind Jugendliche die davon träumen bei DSDS zu Superstars zu werden. Und was ist das Ende vom "Lied"? Dass Papa Dieter den Kindern vorm Fernsehen zeigt wie cool es ist sich über die Kandidaten lustig zu machen, über sie her zu ziehen und ihnen dumme Sprüche zu drücken. Seit 2002. Das sind 19 Jahre in denen ein Erwachsener ein miserables Vorbild ist.
Ganz zu zu schweigen 2000 mit Big Brother. Ich war damals erst 15 und mir fiel auf dass danach die Formate im Fernsehen immer unterirdischer wurden. "Reality TV" hieß es damals und darauf folgen bis heute die verrücktesten TV Formate die bildungsferne Menschen ohne Reflexionsfähigkeit im TV vor führen.