Zitat von E-Claire: Das wiederum ist aber kein Ergebnis der brave new world, sondern war dann schon immer so.
Dem stimme ich zu. Allerdings macht es das Internet deutlich leichter, eine Plattform zur eigenen Präsentation zu finden. Bei den klassischen Medien ist es schwerer. Meist erntet man doch irritierte Blicke, wenn man in ein Fernsehstudio marschiert und den Nachrichtensprecher vom Hocker schubst, um eine Cover Version von Lady Gagas Bad Romance zu trällern.
...Allerdings hätte man dann WIRKLICH Aufmerksamkeit!
Zitat von E-Claire:Daß auch diese neue Welt inzwischen sehr (extremen) marktwirtschaftlichen Prinzipien folgt, müsste doch aber den meisten klar sein. Oder geht meine Annahme da fehl?
Es ist ihnen durchaus bewusst. Nur in welchen Ausmaßen und wie sehr es einen persönlich betrifft, da haben manche doch etwas naive Vorstellungen.
Sie machen sich nicht einmal deutlich, dass ihre Helden im Internet den Energy Drink nicht zu sich nimmt, weil er ihm schmeckt, sondern weil die Hersteller Gamer und Online Süchtige als Zielgruppe herausgefiltert haben.
Zitat von E-Claire:Ob nun im Einzelfall ein Kind vertraglich festgelegt wurde oder den jeweiligen Darstellern nur suggeriert wird, daß dies eine interessierte Storyline ist, damit ihre Figuren (!) weiter erzählt werden,
Ich weiß nicht, ob man noch von Einzelfällen sprechen kann. RTL und die anderen Privatsendern stehen mit ihren Trash Formaten und hochgezüchteten Superblondinen in direkter Konkurrenz zu den Influencerinnen, die es als Challenge ansehen, wie tief der Ausschnitt sein darf, bevor der Bannhammer kommt.
Hochzeit-Stories und Baby.Booms stehen ganz hoch im Trend. also werden Ehen per Vertrag geschlossen (was durchaus schon häufiger vorkommt, so auch bei Wendler und vermutlich auch Katzenberger, allerdings auch bei Influencerinnen). Das Baby auf Bestellung ist dann wirklich nur noch eine Frage des Preises.
Zitat von E-Claire:Und während sich unserer Großmüttern vielleicht noch der Illusion hingeben konnten, daß der gute Gerhard Höllerich einfach nur nicht die richtige Frau fand, wenden wir alle doch inzwischen die Mechanismen an, die gleichzeitig ach so sehr angeprangert werden.
Bei unseren Großmüttern gab es nicht soviel Konkurrenz unter den Medien. Beispiel Journalismus. Das Aufkommen von Nachrichten-Bloggern hat ganze Verlagshäuser lahm gelegt. Es gab sogar Fälle, da haben Journalisten selbst Verbrechen gefaked oder gar begangen, um als erster vor Ort darüber berichten zu können. Durch die nicht abreißen wollende Flut an Konkurrenz ist der Druck auf alle Beteiligten riesig. die Spirale "Besser, schneller, höher, weiter" dreht sich deutlich schneller. Wenn man da nicht nachliefern kann, kann das schon die Existenz in Schutt und Asche legen. Verrückte, menschenverachtende Ideen und Verträge dürfen da nicht wundern. Der Mensch hat sich selbst zur Ware gemacht. eine täglich austauschbare Ressource.
Zitat von E-Claire:So gut wie jeder Teenager kann mit 1000 Filtern umgehen, aber gleichzeitig glaubt so gut wie jeder Teenager, daß alles, was dieser/diese bei Insta sehen, die "wirkliche" Welt abbildet?,
Sie wollen es glauben. Sie bekommen vorgegaukelt, dass ihnen die ganze Welt zu Füßen liegt, wenn sie nur schön genug sind. Das gab es auch schon früher, aber nicht in dieser Dauerbeschallung. Und die Stars hatten viel Glück, nach Hollywood zu kommen. Das hat Lieschen Müller nicht geschafft. Aber jetzt hat jeder junge Mensch eben das Gefühl, Lieschen Müller könnte es eben doch schaffen, dank Internet und der Darstellung, dass jeder Influencer ein persönlicher Bekannter und Freund ist. Und so machen sich diese jungen Menschen gegenseitig Konkurrenz, die auch immer schneller immer größer wird. ...Wie will man herausstechen? Man muss noch schöner werden.
Wenn das nicht mehr geht, schleppt man halt seine kleine Tochter mit in den Beauty-Salon. Der Schönheitswahn beginnt nun bereits in der Krabbelgruppe, siehe Beispiel Katzenberger.
Zitat von E-Claire:und Frauen bluten dann eben einmal pro Monat in blau.
Weißt Du, welche Shopping-App das ist?
Zitat von E-Claire:ob ich bei FB 100 unechte Freunde habe, oder früher Tante Erna, die keiner leiden konnte, und Frau Schmidt aus dem 5 Stock, die fürchterlich tratscht, zu jedem Kaffeekränzchen einladen musste, weil sich das so gehört.
Tante Erna bringt keine Sponsoren, es sei den man hält ne Cam drauf und unterlegt das ganze mit lustigen Kommentaren.
Zitat von E-Claire: aber nur die wenigsten bereit sind, in der eigenen grenzenlosen Empörung (über das vermeintlich schlechte) eben auch eine der Grundlagen zu sehen, die Cyber Mobbing ermöglicht.
Wir sind es. Die User. Wir nutzen die Anonymität um mal Dampf abzulassen bei diesen von den Göttern begünstigten Biestern und senken somit die Hemmschwelle. Wir haben trotz fehlender Bekanntheit jede Menge Trittbrettfahrer. Früher wurden hetzerische Fanpost einfach verschwiegen und dann machte es keinen Spaß.
Zitat von E-Claire:Sicher ist, daß so wie Werbung jahrelang Kinder extrem getarget hat und wir dies nun Stück für Stück unterbinden, wir Kinder im Netz schützen müssen. So wie es gilt Kinder in allen anderen Branchen und eben oft genug vor den eigenen Eltern zu schützen.
Word
Zitat von E-Claire:Aber die Behauptung der Frei-Tod einer jungen Mutter wäre am Cyber-Mobbing gelegen, ist letztlich erst einmal nur das, eine Behauptung.
Das glaube ich nicht. Erinnerst Du Dich an Amanda Todd?
Es gab schon einige dieser Fälle. Und es sind genug, um zu begreifen, dass wir handeln müssen.
Zitat von Goldy:und da hat er mir schon so leid getan.
Er hat sicherlich seinen Teil zu beigetragen. Der Junge ist halt nicht die hellste Kerze auf der Torte und hat eine ganz bescheidene Impulskontrolle. Und manchmal kann er wirklich Dinge raushauen, da bleibt Dir die spucke weg.
Nur rechtfertigt das nicht eine solche Hetze. Und angefangen haben die Hater, denn er hat anfangs nur zu Metal Musik getanzt, der tapsige Bär und diese kommentiert.
Die Kommentare der User haben ihn aufgestachelt. Und die Leute gaben sich immer mehr Mühe, als sie begriffen, wie leicht es beim Drachenlord geht. Der war nicht ohne Grund auf der Sonderschule. Sie nutzten seine Schwächen gezielt aus.
Dummerweise ist es so weit, dass er keinen anderen Job mehr machen kann, als Youtube. Die Hater fallen sofort über einen potentiellen Arbeitgeber her. Und Winkler hat auch begriffen., dass er die Aufmerksamkeit bekommt, aufgrund seines Krieges mit den Hatern. Das ist eine unheilige Symbiose, beide Seiten können nicht mehr ohne den anderen.
Zitat von Goldy:Ich kann noch immer keinen Zusammenhang zum Thema erkennen, daher bleib ich auf dem Gleis der Nixchecker stehen. Ist in dieser Community das Haten besonders schlimm?
Nein, aber selbst Anhänger dieser Szene kennen den Drachenlord. ...Und seine prominenten Hater. Obwohl sie eigentlich Stunk nicht so toll finden, nehmen sie es bei Winkler hin. Und dieser besagte Hater hat seinen Spott immer mit weicher Wisperstimme vorgetragen und sogar zugegeben, dass er mit dieser Szene liebäugelt. Er hätte zu Beginn durch seinen Spott gegen den Oger bereits eine Fanbase gehabt. Und nicht gerade wenig. Der Drache ist ein Clickbait.
Zitat von Goldy:Wenn ich gehässig wäre, würde ich die Vermutung äußern, dass er ein psychisches Problem hat.
Wird er haben. Er ist wohl sehr streng im Sinne der Zeugen Jehovas aufgezogen worden. Dann dieser Kontrast, als ihn irgend ein Knallkopp als Talent ansah (ich sag immer, keine macht den Dr.ogen). Schließlich hatte er einen Vertrag, den er aber nicht erfüllen konnte, weil wirklich alles, wo er mitwirkte krachend gescheitert ist.
Das wird nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sein. Er, das arme, verkannte Genie.