Zitat von E-Claire:Also Influencer als Ausbildungsberuf gibt es sicher in anderer Form, es gibt ja auch die Pop-Akademie, die Popstars ausbilden soll.
Ich denke nicht, dass sich so etwas durchsetzen wird. In erster Linie wird dort Einheitsbrei produziert, weil es von Menschen, die einen recht festgelegten Geschmack haben, benotet wird.
Das Internet wird aber auch gern von Künstlern genutzt, die nicht Mainstream genug sind und deswegen keinen klassischen Vertrag bekommen haben.
Und damit kommen wir zum nächsten Problem. Wer heute noch was verkaufen will, kommt um die Präsenz in den sozialen Medien nicht drum herum. Ob es nun die nachhaltige Seife aus Gänseblümchen ist oder auch ein Roman ist, man braucht so seine Kanäle, um Aufmerksamkeit zu generieren.
Viele beginnen ihre Influencer-Karriere nicht einmal mit dem Ziel, ein Star zu werden. Nicht wenige wollten nur ihr Hobby vorstellen oder ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Nur wie es so ist, man schielt dann doch nach mehr Reichweite, man gibt sich schließlich auch viel Mühe damit.
Man macht sich mit Marketingtechniken und SEO vertraut. Dadurch kommt man früher oder später zum
Affiliate-Marketing und Product Placement. Gibt genügend Plattformen, wo sich Hersteller und Influencer finden können. Da kann man ein nettes Zubrot verdienen.
Ab da wird der Mensch gierig. Noch mehr Reichweite bringt noch mehr Angebote. Irgendwann wird das Zubrot zum echten Verdienst.
Spätestens dann werden auch Manager, Verlage oder Labels auf die aufmerksam, die vorher müde abgewunken haben.
Vor denen, sollte man sich in Acht nehmen. Das sind richtige Schmierlappen. ...Übrigens haben Pocher, Wendler und die Laura alle den gleichen Manager.... gehabt. Kaum wurde ihm das Pflaster um Wendler zu heiß, hat die Ratte das sinkende Schiff verlassen und die Sache im Internet breit getreten, um selbst mit weißer Weste davon zu kommen. ...dafür hat er auch Laura geopfert. ...Die es ohne Wendler und Manager eh nicht schaffen würde.
...Influencer wie Gronkh hätten beinahe all ihr Geld an so ne Type verloren. Das sind Haie.
RTL steht übrigens im Verdacht, Laura eine halbe Millionen für ein Baby vom Wendler geboten zu haben.
Mami-Bloggerinnen produzieren im Akkord Babys nach, weil größere Kinder nicht genug Aufmerksamkeit bringen und sonst die Sponsoren abspringen.
Größere Kinder können immer noch als putzige Bewerber für Spielzeug herhalten. Ich muss nicht erwähnen, wie viele Kinder von Influencern mehr oder weniger Marketing-Sk.laven sind.
Es geht einfach um sehr viel Geld.
Ich beispielsweise habe vor 16 Jahren als Bloggerin angefangen, weil ich Spaß am Schreiben hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, übers Internet mein Geld zu verdienen.
Allerdings hatte ich ziemlich schnell, nach nicht mal 1 1/2 Jahren auf 1 Millionen Klicks gebracht. Das war damals verdammt viel. Bands, wie Hammerfall haben nicht einmal die Hälfte geschafft.
Kurz danach wurden die Privatsender aufmerksam und ich später einen üblen Burn-Out.
Danach habe ich es kleiner aufgezogen. Mich als Kunstfigur nicht zu erkennen gegeben. Ich wollte nur Schriftstellerin sein, allerdings braucht man dazu, dank Internet, nicht unbedingt einen Verlag, deren Verträge auch immer härter werden.
Also bin ich nun als Schriftstellerin auch Influencerin. Außerdem war ich jahrelang im Online-Marketing tätig und habe dementsprechend Kanäle, die nicht Kunst. sondern reine Marketing-Plattformen sind.
Das kann man nun verdammen, aber für mich ist das ein normaler Beruf geworden. Ich habe auch Spaß daran, ohne mich selbst zu präsentieren.
Das ist nun mal ein Marketing Beruf, nur eben nicht für die klassischen Medien.
Und viele haben einen Werdegang, wie ich.
Die hätten sich nie zum Influencer ausbilden lassen. Es ging anfangs um etwas ganz anderes.
Wichtiger wäre es, in den Schulen Medienkompetenz zu unterrichten. Ist schön, wenn die Ulligen Goethe kennen, der macht sie aber auch nicht für das moderne Leben fit.
Und eins ist sicher, wir können nicht wieder offline gehen, sonst sind wir nicht mehr marktfähig.
Es hat ja auch sein gutes, dass jeder das Internet für sich nutzen kann, nicht irgendwelche Privilegierten.
Und ein Fach, wie Medienkompetenz, würde nicht nur neue Influencer vor den Gefahren warnen, sondern auch den User sensibilisieren, was er mit Kommentaren anrichten kann.
Übrigens kann man Cybermobbing live und in Farbe, vor großem Publikum und absolut gesellschaftsfähig miterleben. Die Mobber verdienen sich sogar nicht selten eine goldene Nase an ihrem treiben. Obwohl ich mir fast sicher bin, dass es sich zu mindest zeitweise um eine abgekarterte, gefakte Sache gehandelt hat.
Über diese Art der Unterhaltung regt sich kaum jemand auf, weil es sich bei den Opfer nicht um eine hübsche, junge Frau, sondern einen unattraktiven, schwergewichtigen, ehemaligen Sonderschüler handelt, der durch die pausenlosen Angriffe mittlerweile zu einem mürrischen, paranoiden und sehr unsympathischen Sonderling geworden ist. Jeder, selbst wer mit einem ASMR (!)-Kanal groß rauskommen will, beteiligt sich erst einmal an dem Bashing und wird dafür beklatscht.
Die Rede ist vom sogenannten Drachengame um den Drachenlord Rainer Winkler.
...Der dringend ein Unterrichtsfach, wie Medienkompetenz gebraucht hätte. Ganz dringend!