Zitat von Arnika: Ich spreche über Erfahrungen. Ich habe zB nebenbei meinen Afghanen beraten, wie er es mit gecancelten Flügen schafft in den Iran zu kommen, um dort den Vater einer Verwandte zu überzeugen bzw bestechen, die er weder schön noch nett findet, aber dessen Vater findet, dass er jetzt jemanden zum Kochen und Putzen braucht, aber sie darf für diese Dienstleistungen einer Ehefrau eben herkommen. "Muslimische Liebe, ein Geschäft."
Zitat von Arnika: Wovon du redest, sind die sog. "Einzelfälle" Aber die findest du wenn dann v.a. aus der Türkei, die immerhin zur Hälfte zu Europa gehören, in der 3. Generation. Und selbst da ist es äußerst selten, dass aus anderen Gründen geheiratet wird.
Zitat von Arnika: Also hört doch endlich auf, euch Kulturen anders zu reden als sie sind, nur weil sie eurem westlichen Weltbild nicht gefallen. Ich finde das unmöglich! Das hat genau null mit Multi-Kulti zu tun, sondern rein mit einem eurozentrischen Weltbild eines Post-Kolonialismus.
Zitat von Arnika: Die Realität schaut so aus: Da gehst du kurz hin als Mann, der Vater lotet ab, wer die beste Partie aus dem Sammelsurium der Bewerber ist, sie hat maximal ein Veto-Recht. Er war als Deutscher die beste Partie, zumindest mit Erfüllung der Vertragsklausel, dass er zum Islam konvertiert. Ende. Und sie ist nicht gefühlskalt, das war ja auch nie Part of the Deal, die erfüllt ihren Vertrag als treusorgende muslimische Ehefrau seit 40 Jahren. Das er die Wirklichkeit nicht begriffen hat, ist sicher für ihn ein Problem, aber sie hat genau nichts falsch gemacht.
Zitat von Arnika: Nicht ich bediene hier Klischees, du gibst hier umgekehrt das Klischee der ignoranten Europäerin mit Vogel-Strauß-Taktik zum Besten. Und ich würde euch jetzt ernsthaft mal bitten, euch dem Ehe-Verständnis anderer Kulturen zu öffnen. Gerader solcher, die einen immer größeren Teil von D ausmacht. Ihr redet sonst immer mehr an der Wirklichkeit vorbei und sägt dem Forum den Ast ab, auf dem er sitzt.
@Arnika
Danke für deine Ausführungen. Du sprichst wichtige Punkte an kulturelle Unterschiede im Eheverständnis sind real, und es ist sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, besonders die Betroffenen selbst.
Gleichzeitig halte ich es für wichtig, differenziert zu bleiben. Die Dynamiken rund um Ehe, Religion und Rollenbilder sind
nicht in allen muslimisch geprägten Ländern gleich. Einen afghanischen oder iranischen Kontext mit Marokko gleichzusetzen, greift zu kurz sowohl historisch, gesellschaftlich als auch rechtlich und tatsächlich weiß ich wovon ich schreibe: beruflich und privat bedingt.
Was mich stört, ist nicht deine Kritik an einem eurozentrischen Blick sondern die Absolutheit, mit der du komplexe Lebensrealitäten beschreibst. Und das meine ich nicht als Vorwurf lediglich als Denkansatz.
Wenn wir voneinander lernen wollen, braucht es Offenheit auf beiden Seiten. Und auch die Bereitschaft zu sehen, dass „Vertragsehe“ für manche Frauen / Männer eine bewusste Entscheidung sein kann, dies kann für andere aber auch eine Form von fehlender Selbstbestimmung darstellen, über die man ebenfalls sprechen darf.
Pauschalisierungen, egal aus welcher Richtung, helfen nicht weiter. Es geht nicht darum, Kulturen schönzureden oder abzuwerten, sondern darum, individuelle Lebensrealitäten ernst zu nehmen. @ollis Realität entspricht nicht meiner! Übrigens ich habe in keiner meiner Beiträge gegen die EF geschrieben sondern immer zu einem Gespräch gebeten: die Lösung liegt bei den beiden, die diese Ehe führen. Weder ihre Familie noch hier das Forum kann zur Paarebene führen. Die Verantwortung liegt bei ihm und ihr!
Netten Gruß