Hi Excelsior
Ich habe mich auf „Sincerites“ Wunsch mal in dein Thema eingelesen und mir kamen einige Gedanken, auch wenn sie hier vielleicht nicht neu sind.
Der erste ist die Tatsache, dass deine Frau durch ihr Verhalten und ihre Aussagen dir gegenüber FAKTEN geschaffen hat, die du akzeptieren könntest. Du könntest ihr sagen, dass du respektierst, wenn sie ihre eigenen Wege gehen möchte und ihr keine Steine in den Weg legst, wenn sie ausziehen möchte. Ihr Wunsch, dass du ausziehst, ist unangemessen, denn sie ist es ja, die die Veränderung will. Für ihren Sohn muss sie dann mitplanen und das wäre auch gut so, denn es scheint aus vielen Äußerungen so, dass du ihr bisher zu viele Wünsche von den Lippen abgelesen hast und sie dadurch verlernt haben könnte, eine gewünschte Veränderung auch selber in die Hand zu nehmen. Wenn sie nicht ausziehen will, wäre es an dir, ihr klarzumachen, unter welchen Voraussetzungen du gerne mit ihr weiter in der gemeinsamen Wohnung lebst. Dann aber auf Augenhöhe und nicht mehr im Bestreben, alles zu tun, damit sie wunschlos ist. So funktioniert eine Liebesbeziehung nun mal nicht. Und wenn es keine Liebesbeziehung mehr ist, wäre eine Trennung für beide die bessere Lösung. Denn dann sind beide frei darin, auch eine neue Beziehung beginnen zu können.
Der zweite Gedanke kam mir bereits bei den ersten Zeilen und er wurde bei vielem bestätigt, das du danach noch geschrieben hast. Für mich deutet alles darauf hin, dass ein anderer Mensch für sie eine wichtigere Rolle spielt. Ob das Frau oder Mann ist, kann ich nicht erkennen. Es sieht so aus, als habe sie durch diesen anderen Menschen eine Form von Zuneigung, Wertschätzung und Anerkennung erfahren, die sie von dir schon lange nicht mehr empfunden hat – auch wenn du dich noch so sehr bemüht hast. Solche Erfahrungen lösen bestimmte Hormone aus, die sie nur dann empfindet, wenn sie dem nachkommt und diesen Menschen häufiger trifft. Um in der These zu bleiben (die natürlich auch falsch sein kann), wehrt sich ihr Verstand dagegen, dem nachzukommen, die Beziehung mit dir zu beenden und alles auf eine neue Karte zu setzen. Ihr Kopf will das nicht, ihr Herz schreit aber danach, etwas grundlegend zu verändern.
Ich bin zu 90% davon überzeugt, dass ein anderer Mensch da eine Schlüsselrolle spielt, bzw. das Verhalten dieses anderen Menschen ihr gegenüber. Es hat ihr klar gemacht, was du ihr nicht (mehr) geben kannst, was sie aber gern hätte. Und nun schlingert sie durch ihr Leben, von dem sie meint, sie müsse es dadurch stabilisieren, dass sie dich für ihre Defizite verantwortlich macht. Denn sie will sich nicht der Tatsache stellen, dass sie selber Verursacherin dieses Dilemmas ist. Sie will offensichtlich keine Verantwortung dafür übernehmen, dass sie in diesen Schlingerkurs geraten ist.
Natürlich weiß ich nicht, ob das zutrifft. Aber alle von dir geschilderten Symptome schreien danach, dass ein anderer Mensch im Spiel ist. Und diese Begegnung hat sie aus dem Gleichgewicht gebracht. Egal ob sie das einsieht oder nicht, sie verhält sich dir gegenüber nicht mehr wie eine Partnerin es in einer Liebesbeziehung tut. Und das hat Konsequenzen, für sie und für dich. Denen solltest du dich stellen, ohne 24 Stunden am Tag mit dem Kopf unter dem Arm herum zu laufen. Akzeptiere, wenn sie dich als störend empfindet und stell ihr frei auszuziehen, wenn es ihr damit besser geht. Aber ich würde an deiner Stelle aufhören, auf all die wirren Forderungen und Einschränkungen einzugehen.
Sie war bisher sehr wichtig für dich, aber der wichtigste Mensch in deinem Leben ist nicht sie oder sonst jemand, sondern DU selber. Das könntest du jetzt mal versuchen umzusetzen. Toleranz bedeutet nicht Selbstaufgabe.