whynot60
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Und wer bestimmt darüber, was Süchte sind?
Ich etwa bin vollkommen musiksüchtig, aber nicht lebenssüchtig, und so aus dem Halfter heraus, würde ich echt nicht wissen, warum ich das beenden sollte. Ich bin ja da eher das Gegenteil. Noch mehr Sucht, bis zum Zerbersten. Abgekupfert, zugegeben, von der hinsterbenden Goethemär, mehr Licht.
Aber, abgesehen davon, frage ich mich ernsthaft, worin denn nun dieses Glück besteht, Glückseligkeiten, die als Süchte am Markt sind, hinter sich zu lassen?
Irgendeine Art von Freude müssen sie ja einmal hervorgerufen haben, um überhaupt Süchte werden zu können.
Nicht zu reden von der ganz allgemeinen Lebensssucht, die ja sogar noch ohne jede Glückseligkeiten auskommt, ohne Hang zum vorteilhaften Genießerischem.
Selbstkasteiung als Wurzel und noch Quadratwurzel des Glücks? Mag sein.
Allerdings ich, wenn ich es sagen darf, bin noch in einer ganz anderen Generation aufgewachsen, in der die Fülle, nicht die Länge das Wesentliche war. Voll weggedröhnt aus diesem unerquicklichen, jedenfalls gurkensauren Leben. Und es nun um ein paar Jährchen verlängern, therotisch zumindest?
Was genau, es würde mich echt mal interessieren, gewinnt man daraus? Also ganz unsüchtig ein paar ungewisse Jährchen zu gewinnen? Vielleicht anstatt aus dem Vollem und Übervollem zu schöpfen? Ist das die deutsche Gründlichkeit? Oder doch nur die Chimäre im weißen Schnee?
Ich frage nur.