Zitat von elisabeth123:Sicherlich bilde ich mir eine Meinung, lasse mir dafür aber sehr viel Zeit. Ein erster oder oberflächlicher Eindruck verleitet mich wirklich nicht zu Gedankengängen wie "schlechte Eltern" oder so. Vielmehr hat mir meine Berufserfahrung gezeigt, dass nahezu alle Eltern nur das Beste für ihr Kind wollen, aufgrund äußerer Umstände etc. sich jedoch schwer tun. Da hoffe ich dann meinen Teil dazu beizutragen und in meinen beschränkten Möglichkeiten zu helfen.
Meine berufliche Erfahrung hat mir gezeigt, dass es meist gar nicht an den äußeren Umständen liegt, sondern zu 90% an den Personen selbst. So viele Eltern, die Hilfe an allen Ecken und Enden bekommen und dennoch IMMER wieder in ihre Muster zurück fallen. Das kommt so häufig vor, das ich mich manchmal echt frage: "Ist das jetzt der Standard?" Aber dann rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis, dass es nur 18% der Gesamtpersonen hier ist und demnach 82 % entweder klarkommen oder eben nicht so verdaddelt sind. Wobei da vielleicht. auch ne Dunkelziffer noch mit reinspielt, die sich einfach nicht meldet. Aber Dunkelziffern sind halt totale Spekulation und damit verhandle ich nicht.
Zitat:Ich weiß, dass das ein Thema ist, dass dir gar nicht gefällt: aber ich bin Christ.
Als Christ sind für mich erst mal alle Menschen gleich viel wert und zu respektieren, egal ob ich sie jetzt verstehen kann oder nicht, egal welche Verfehlungen sie begangen haben.
Ich versuche mich mit Verurteilungen zurück zu halten, denn je nach Situation, ist jeder unter uns zu ganz schlimmen Dingen fähig und jeder hat Dreck am Stecken.
Dazu musst Du nicht Christ sein. Das geht auch mit normalem Menschenverstand bzw. Empathie und Verstand.
Zitat:Das Richtige zu tun ist jeden Tag eine neue Herausforderung und jeden Tag scheitere ich daran, weil ich genauso wenig wie alle anderen, perfekt bin.
Du scheiterst jeden Tag das Richtige zu tun? Dann, sorry to say, machst Du etwas falsch.
Zitat:Davon ausgehend, dass wir alle niemals durchgehend und in jeder Lebenslage moralisch richtig handeln können, obwohl wir es eigentlich möchten, ergibt sich dann auch das Verständnis für die TE. Ich wäge dann eben ab ob es nicht eine Möglichkeit gibt eine Lösung zu finden mit der beide irgendwie leben können (die TE und der Partner) ohne dabei von einem der zwei zu große Opfer zu verlangen.
Ist es denn ein großes Opfer sich jemanden zu suchen, für den sie wirklich etwas empfindet? Das ist doch kein Opfer. Das ist für alle Beteiligten das Sinnvollste, v.a. für sie und auch das Kind später.
Zitat:Und deswegen meine Meinung: aufgrund der schwierigen Situation halte ich es für vertretbar, dass sich die TE von ihrem Mann - auch ohne offen darüber zu sprechen - schwängern lässt. So wie sie in ihren Postings rüberkommt glaube ich nicht, dass sie ihren Mann finanziell oder sonstwie ausnutzen möchte. Sie hofft ja auch, wenn ich es richtig interpretiere, dass sich die Beziehung vielleicht wieder verbessert. Eine böswillige Absicht kann ich dahinter nicht erkennen.
Das Kinder eine Beziehung retten, ist ein Aberglaube. Und wenn es ihr finanziell schlecht geht, dann wird sie auf ihn zugehen. Das kannst Du aber glauben. Es ist auch nicht witzig, einen Ehemann nicht in eine solche Entscheidung mit einzubeziehen. Es ist immerhin auch sein Erbgut, das da verteilt wird. Gruselig ist das.
Ich habe einen Freund, der im Jahr 2000 mit einer Frau S. hatte - verhütet wohlgemerkt. Das Kond. ist gerissen. Er meinte dann noch zu mir: "Ricky, was auch immer Du tust, nimm niemals Kond. der Marke "BillyBoy". " Sie waren sich einig, dass sie die "Pille danach" nimmt. Das hat sie dann aber schlichtweg nicht getan. Und schwupps, war er Vater... und dann? Welches Gesetz gibt es denn dagegen? Richtig. Gar keins. Klar, er liebt seine Tochter, zahlt auch für sie etc. pp., aber er hatte es sich bei Weitem anders vorgestellt, weil er damals erst 20 Jahre alt war und noch gar nichts auf die Beine gestellt hat. Er hatte echt viel zu entbehren in seinem Leben, weil er urplötzlich das Geld aufbringen musste. Sowas ist einfach nur egoistisch. Gesetzlich gibt es da allerdings keine Verantwortung zu tragen. Ist das nicht schön? Zwängt ein Mann einer Frau das auf, geht er ins Gefängnis. Ist ein Ungleichgewicht, n'est pas?