Zitat von Leopoldine1511: Warum bitte dauert das so lange... 2 - 3 Jahre, wenn ich mir die Berichte der langjährigen Beziehungen durchlese
es gibt kein festes Zeitfenster für. Es dauert eben solang, wie es eben dauert.
Wie man selbst mit Trennungen umgeht, wie man sich davon erholt, wie der weitere Umgang gestaltet wird. Ob man voll Neid zum Ex blickt, weil der hat, was mir "fehlt". Weil sie "erntet", was ich gesät.
Wenn ich zurück blicke, kann ich sagen, wir waren nicht mehr gut zusammen. Es musste irgendwann zum Cut kommen. Es war nicht die Tatsache an sich, sondern der Ablauf, der mir den Boden wegzog.
Und ich mich fragte, was hat sie, warum usw.
Aber genau betrachtet, man wird betriebsblind, man nimmt weder wahr, was man an Abwertung erfährt, noch was man an Abwertung übergibt. Man lebt zusammen, aber man lebt nicht miteinander. Jeder lebte irgendwie für sich. Alte eingefahrene Ehen wider zu beleben, kann nur funktionieren, wenn es zum einen auffällt und zu anderen, wenn beide Partner daran arbeiten wollen.
Und daran scheitert es oft, weil wenn der eine daran arbeiten will, der andere das nicht so erkennt und umgekehrt.
Man könnte jetzt sagen, früher war alles besser. War es das? Man blieb, weil es keine Wahl gab. Man erduldete, wenn der "Partner" sich außer Haus vergnügte, man hielt durch, trotz vieler böser Worte, die man sich gegenseitig an den Kopf warf.
War deswegen, die Ehe besser? Das Leben, das man blind führte?
Egal, ob er dies oder das ist oder ob er einfach nur nicht mehr so leben wollte. Er brachte den Stein ins Rollen. Dieser Stein tut irgendwie weh, weil er dort drückt, wo man schon lange nicht mehr hingesehen hat.
Wir haben unsere Anteile, so oder so. Man kann eine junge frische Liebe nicht mit der gewachsenen und teils verstaubten kombinieren. Und wenn man sich in der einen so lebendig fühlt und in der anderen, wie eingemauert, dann kann man nachvollziehen, warum der Stein ins Rollen kam.
Man kann ihm verzeihen, das er nicht mehr eingemauert sein wollte, man kann sich verzeihen, das man diese Mauern nicht als Schutzwall hochzog, sondern um eine Insel unter Haifischen zu sein. Ein "Wir gegen den Rest". Man kann es als Chance wahrnehmen, das man noch einmal das Glück hat, sich für die nächsten Jahre weiter zu entwickeln, gerade jetzt, wo die Kinder aus dem Haus und man noch nicht zu alt um die Welt neu zu erobern.
Wenn man loslässt, was einen irgendwie bremst. Wenn man freigibt, was einem nicht gehört. Wenn man sich selbst erst wieder kennenlernen muss, darf, kann - dann Freude erfährt, wie viel intus ist, was ich all die Jahre nicht mehr sehen konnte, wollte, wusste - dann der Punkt überwunden, wo man ihm grollt, das er Schwung nahm.
Weil, oft ist der Schwung, den er nahm, für den, der bliebt, viel intensiver, belebender und befreiender.
Lass Dich nicht entmutigen. Lerne Dich neu kennen, du bist jung genug um noch den Mt. Everest zu bezwingen.