347

Wenn Kennenlernen und Beziehungen nur belasten

Gast_Bonn


Ich glaube nicht, dass es am Internet oder einem Werteverfall oder Oberflächlichkeit liegt.
Ich glaube, die Menschen finden weniger und nur für kürzere Zeit zueinander, weil Männer ihre Bedeutung und ihre zwingende Funktion verloren haben.

Deion nennt es weibliches Anspruchsdenken. Es ist eher ein es nicht nötig haben.

Meine Mutter konnte noch ohne (Ehe-)Mann weder eine Wohnung anmieten, noch in Ruhe Kinder bekommen und erziehen, noch neben der Zeit für Kinder auch für sich und ihre Kinder finanziell aufkommen. Gleichzeitig hatte sie die Sicherheit, dass sie das auch nicht können muss, wenn sie mal geheiratet hat. Da konnte sie über viele Unarten unseres Vaters hinwegsehen und er hatte einen integralen Platz in ihrem Leben und hat ihn noch. Schließlich ernährt seine Rente sie beide.

In meiner Generation können 40% der Männer keine Familie mehr ernähren, 20% wollen das von vorne herein nicht und die übrigen 30% fallen als Versorger aus, wenn die Ehe nicht mehr glücklich ist. Als Frau allein oder allein mit Kindern zu leben, ist kein gesellschaftliches Todesurteil mehr. Wir können selbständig Wohnungen anmieten und kündigen. Bekommen als Alleinstehende keinen Vormund mehr für die Kinder. Uns stehen jetzt Jobs offen, mit denen wir uns und die Kinder ernähren können. Also kann man sich auch gegen ein Leben mit einem Mann entscheiden, was vorher hier (und andernorts noch immer) nicht möglich war, ohne komplett am Ar*** zu sein.

Daher kommen dann die gefühlten überzogenen Ansprüche. Früher ging es nur darum, irgendeinen halbwegs netten, halbwegs unversehrten, arbeits- und zeugungsfähigen Mann, der nicht trinkt und schlägt, abzubekommen. Das war absolut nötig für ein halbwegs anständiges Leben als Frau und reichte oftmals auch aus. Fragt mal eure Großmütter, nach welchen Kriterien sie ihre Männer ausgesucht haben und wofür sie sie lieben gelernt haben. Diese Sehnsucht, dass eine Frau sich mehrere Dates, Wochen und Monate Zeit nimmt, um die guten Seiten des Mannes zu entdecken und sich für ihn zu entscheiden, gibt es ja auch noch bei Männern in diesem Thread. So hat das eben bei unseren Vätern funktioniert. Und bei uns muss jetzt von Anfang an Neigung da sein, um zu einem Paar zu werden. Und ob ich jemanden in dem Sinn attraktiv finde, weiß ich nach 3 Sekunden, maximal 3 Minuten.

Bei allen, die ich länger date, muss etwas hinzukommen, das mein Leben besser macht als es zuvor war. Das war viele Jahre der Aspekt potentieller Vater und Lebenspartner, mit dem gemeinsame Ziele umgesetzt werden können. Das Versorgerthema spielte bei mir nie eine Rolle, weil ich selbst gut verdiene und nach der Gesetzesänderung ja auch keine Versorgungssicherheit post-Scheidung mehr besteht, wenn man seinen Job zugunsten des Mannes reduziert oder gar aufgibt. Da wäre ich ja irre, wenn ich mich auf einen Partner oder Ehemann verließe, was meine Finanzen angeht.

Dass ihr Potential als Vater eines ihrer größten Pfunde auf dem Datingmarkt sind, verkennen viele Männer meiner Generation. Sie bestehen geradezu darauf, nur um ihrer selbst Willen geheiratet zu werden und sich bzgl. Kinder nicht festlegen zu müssen. Groooßer Fehler. Allein deshalb bleiben so viele Männer Dauersingle. Ist so, als würde ich mir als Frau bewusst schlimme Klamotten anziehen und die Haare abrasieren, damit ich um meiner selbst Willen geliebt werde. Hehres Ziel - aber völlig an der Realität vorbei.

Jetzt mit über 40 spielt die Vaterfähigkeit der Männer überhaupt keine Rolle mehr. Sie müssten also auf andere Art mein Leben bereichern. Und da wird's echt dünn.

Da viele Männer es gewohnt sind, in ihren Plänen unterstützt zu werden, statt die Partnerin auch selbst in eigenen und gemeinsamen Plänen zu unterstützen, gibt es auch in dem Bereich keinen Grund, sich mit einem Mann als Paar zusammen zu tun.

Bleibt also nur Neigung und Nähe. Die bekommt man von Männern aber auch ganz ohne sich danach Geschichten von ihrem bösen Chef anhören zu müssen, sie pflegen und bekochen zu müssen. Männer gehen mit 6 sehr freigiebig um und sind emotional am aufmerksamsten und am kooperativsten, wenn sie sich in der Friendzone befinden oder sich Hoffnung auf eine Partnerschaft machen. Sobald sie in einer sind, nimmt das Engagement stark ab. Das spricht ebenfalls gegen eine Partnerschaft und für ein paar gute platonische männliche Freunde und eine Handvoll (andere) Männer, die abends kommen vor dem Frühstück wieder gehen.

Ich habe nichts gegen Männer und verbringe gerne Zeit mit ihnen. In einer Paarbeziehung zahle ich jedoch nur drauf, da eben keine zwingende Funktion bzw. Erfüllung einer wichtigen Funktion durch den männlichen Partner mehr gegeben ist, die mir irgendwas im Leben leichter oder schöner machen würde.

Ich fahre einfach besser, habe mehr Lebensfreude, Spaß, Zeit, erfüllte Träume und Geld, wenn ich Männer nur noch als Freunde oder Liebhaber in mein Leben lasse und nicht mehr als Partner.

Würden die Männer in diesem Thread mich aus Versehen treffen oder daten, würde ich sie frustrieren, weil ich überzogene Ansprüche an einen Partner hätte, sie als Liebhaber innerhalb von Sekunden auswählen oder ablehnen würde und sie nicht für ihre inneren Werte als Mann lieben, sondern in die Friendzone einsortieren würde.

Das mag für Männer, die nach einer klassischen Partnerschaft (sie kümmert sich stets um mich, nimmt mich wie ich bin, meckert nicht, baut mich auf, liebt mich vorbehaltlos, hat keine festgelegten Erwartungen) mit modernen Freiheiten (Kinder, Versorgung und Beziehung sind optional) suchen, frustrierend sein.

Ein Mann an meiner Seite ist aber jetzt eben weder Lebensnotwendigkeit (wie bei Oma und Mama), noch ein Garant dafür, dass ich mich um bestimmte Aspekte des Lebens (wie Beruf, Einkommen, Rente und Auto) nicht mehr zu kümmern brauche und Kinder eine Selbstverständlichkeit sind (wie noch bei Oma und Mama).

Und -ganz ehrlich- ich hatte noch nie so viel Spaß und Liebe und Freundschaft und finanzielle Sicherheit und Möglichkeiten und harmonisches, Kraft spendendes Familienleben wie jetzt, da dies ohne einen einzigen Mann und statt dessen mit vielen männlichen und weiblichen Menschen stattfindet.

Die Frauen um mich herum mit klassischer Ein-Mann-Ehe und Kindern müssen sich immer me-time und stundenweise Auszeiten herausnehmen, um eigene Hobbies und Interessen nicht völlig von den Bedürfnissen von Mann und Kindern begraben zu sehen. Die fragen mich, wie ich das denn alles schaffe und wann ich Zeit für mich hätte. Da kann ich nur erwidern, dass die Kinder gar nicht das Aufwändigste in einer Familie sind und ich jetzt mit ihnen mehr Zeit für mich habe als mit Ehemann. Insofern ist, seit die Einzelpartnermänner in meinem Alltag nicht mehr stattfinden, 24 Stunden am Tag me-time. Ich muss mich nicht mehr gegen jemanden im eigenen Haus abgrenzen und durchsetzen, sondern kann Gemeinsamkeiten mit einer Vielzahl von Menschen genießen, ohne dass dort Monopol- oder Anspruchsdenken entsteht oder es auf eine Leistungseinbahnstraße hinausläuft.

Es würde mich sehr wundern, wenn ich all das nochmal für einen einzelnen Mann aufgeben würde. Der müsste ja Superman sein.

Ohne es ausdrücklich zu wollen oder zu deklarieren, stehe ich also dem klassischen Betiehungs- und Partnermarkt wohl auch nicht mehr zur Verfügung oder bin eine von den beschädigten, zu viel verlangenden Frauen. Dabei will ich nur nicht mehr meine Lebensqualität einbüßen.

Wenn ein Mann nicht Außergewöhnliches (Charme, Körper, Lebensfreude) bietet oder eine Frau (emotional oder finanziell) gar nicht für sich selbst und ihre Familie sorgen kann, ziehen nach wie vor nur die früheren Alleinstellungsmerkmale (nachhaltiger Versorgungswillen und -fähigkeit, Kinderwunsch). Oder eben mit sich selbst zufrieden sein, allein leben und Frauen als Freunde und Liebhaberinnen gut behandeln.

01.07.2018 11:02 • x 18 #31


aquarius2

aquarius2


6084
6
6765
Zitat von Deion:
Ich hatte mal ein Date mit einer Dame, werde ich nie vergessen: Wir saßen in einr Lounge oder wie sich sowas nennt, nippten an unseren Getränken und unterhielten uns. D.h. ich unterhielt sie, sie, die Dame, blickte immer wieder auf ihr Handy, bis mir so nach ca. 10 Minuten der Kragen platzte und ich sie fragte, ob sie sich mit mir hier zwecks Kennenlernen treffen wollte oder ob ich nur zu ihrem Entertainment da war. Sie erschrak, da kam dann von ihr:

Zitat von Deion:
Sorry, ich check gerade meine Liste, mir fiel schon nach 3 Minuten (!) auf, dass ich nicht auf Dich stehe. Habe mich getäuscht und schaue nur nach, wen ich als nächstes kontaktiere. . . . .


Das höre ich des öfteren von Leuten, die per App daten, lese mal das Buch von Michael Nast Generation beziehungsunfähig... Die Leute sind gar nicht mehr in der Lage normale Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, weil sie dabei sind. es zu verlernen. Auch der nächste den sie datet ist sicher nicht der glückliche auserwählte Mr Perfekt

Zitat von Deion:
Tja, nicht schlecht für eine Frau Anfang 40, die, wie ich dachte, sehr freundlich und kommunikativ ist und Interesse an mir (wie ich an ihr) hätte. Da war der Flirtfaktor sofort erforen, ich zahlte umgehend die Getränke und ging heim.


Da bist du nicht der einzige Mann, dem es so geht. Hast du sie gefragt, wie es denn kommen konnte, dass sie bereit war dich zu daten und schon nach 3 Minuten durchgerasselt bist... Könnte dir ja helfen bei den nächsten Dates.

Zitat von Deion:
Dieses war nur eine der unendlich vielen lustigen, traurigen und heftigen Stories, alle behaftet mit Stress und Egozentrik, dass ein Dagobert Duck in seinem Geldspeicher da schon total entspannt rüberkommt, wenn er in den Comics immer einem Taler hinterher sprang.


Da könnte ich dir auch einige Stories aus den 90ies erzählen die gute alte Kontaktanzeige, oder eben die einzigen Internetdates, nicht über Datingapps, sondern über Lokalisten oder andere Plattformen die nicht in erster Linie zur Beziehungsanbahmnung dienten. Da habe ich auch den ein oder anderen Mann kennengelernt, echt jeder Psychologe hätte die nächsten 3 Jahre keine Kapazität, wenn die denn nun Hilfe angenommen hätten...

Zitat von trauer37:
Ich finde heutzutage das Kennenlernen auch schwieriger als früher.
Ich bin der Meinung, das Internet hat es eher schwieriger gemacht.

Zitat von trauer37:
Erst einmal ist jeder austauschbar geworden. Man schreibt sich vielleicht eine Zeitlang, weiß aber nicht, ob der andere nicht noch nebenher mit anderen schreibt. (Wahrscheinlich wird es so sein.) Ist der andere nicht so perfekt, wie erhofft, macht ja nichts, im Internet sind ja noch genügend andere.


Genauso wie ein Supermarkt, es gibt 25 verschiedene Fruchtjoghurts, wer kauft schon zweimal hintereinander das gleiche Shampoo oder Duschgel? Manche haben gleich 5 verschiedene angebrochen, die sie nach Lust und Laune benutzen. Auch Kleidung haben wir viel zu viel im Schrank, wie viele Sachen haben wir schon ewig nicht mehr angehabt?

Zitat von leilani1801:
Immer wieder auf´s neue geblendet, hintergangen und belogen zu werden macht auch den positivsten Menschen irgendwann mürbe.


Oder man lernt die Leute schnell zu durchschauen, achtet auf Körpersprache etc.

Zitat von leilani1801:
Ich muss mir ja schon bis zu einem bestimmten Punkt aussuchen können, wen ich in mein Leben lasse, so dass eine neue Beziehung überhaupt einen positiven Mehrwert für beide Seiten bringt.


Siehst du, jeder wählt irgendwie aus, aber keiner wird gerne in die Nein sparte eingeordnet.

Zitat von leilani1801:
Sprich in meinem Umfeld muss ich funktionieren und gleichzeitig schauen, dass ich mit meinen Kräften haushalte, da diese natürlich nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.


Wie auch bei allen anderen Menschen, wobei jeder sich selbst der nächste ist, ist kein Vorwurf an dich, sondern eine Feststellung. Wir alle haben unser Beuteschema und kein Problem damit Menschen auszusortieren, die dem nicht entsprechen.

Zitat von leilani1801:
Aus diesem Grund weiß ich, dass ich einen Menschen bräuchte der aktuell keine größeren Baustellen in seinem Leben hat, dazu gehören eben auch Arbeitslosigkeit, irgendwelche Scheidungskriege oder bestimmte psychische Erkrankungen.


Das teilst du mit den meisten anderen hier. Nur Leute, die ein geringes Selbstwertgefühlt haben oder eben als Beuteschema, der andere Mensch muss mich brauchen geben sich mit Menschen, die diese Probleme haben überhaupt ab...

Zitat von sonnenplatz:
Hallo, auch ich hab die Erfahrung gemacht, wie schwierig es ist, im realen Leben jemanden kennenzulernen. Bin wegen einer langjährigen Beziehung aus der Heimat weggezogen und nun ein halbes Jahr allein

Zitat von sonnenplatz:
Da bleibt nur das Internet - mit der Konsequenz, viele Interessenten, aber alle weit weg. Auch da hab ich eine seltsame Erfahrung gemacht: nach den ersten Treffen sollte ich möglichst schon nach frei Monaten zu ihm ziehen, er wollte keine Fernbeziehung, was ich auch irgendwie verstehe.

Zitat von sonnenplatz:
Dann auf einmal - Nein, es ist ihm zu verbindlich, er kann das doch nicht.


Tja, genausowas passiert leider viel zu vielen Menschen...

01.07.2018 11:44 • x 3 #32



Wenn Kennenlernen und Beziehungen nur belasten

x 3


honka


Zitat von Gast_Bonn:
Ich glaube nicht, dass es am Internet oder einem Werteverfall oder Oberflächlichkeit liegt. Ich glaube, die Menschen finden weniger und nur für kürzere Zeit zueinander, weil Männer ihre Bedeutung und ihre zwingende Funktion verloren haben. Deion nennt es weibliches Anspruchsdenken. Es ist eher ein es nicht nötig haben. Meine Mutter konnte noch ohne (Ehe-)Mann weder eine Wohnung anmieten, noch in Ruhe Kinder bekommen und erziehen, noch neben der Zeit für Kinder auch für sich und ihre Kinder finanziell aufkommen. Gleichzeitig hatte sie die Sicherheit, dass sie das auch nicht .


In deinem Text steckt viel wahres drin. super geschrieben.

Mir ist damals, als ich noch als ich auf der Suche war stark aufgefallen, das sich die Vorstellungen eines kennen Lernens gewandelt haben. Für mich war das meistens kein kennenlernen, was ich so auf dem Markt erlebte. Aber, okay jeder hat so seine Vorstellung.

Der Mensch der das Internet nutzt wird oft belogen, betrogen und geblendet.
Meistens wird aus dem ersten Kaffeetrinken ein Verhör. Nun mit Whats App geht es noch schneller das man aussortiert wird. Was ich damals immer sehr unhöflich empfand war die anschließende-- Funkstille. Und man konnte machen was man wollte, es gab kein Kontakt mehr. Ich hätte gern gewusst- warum- ob es an mir lag oder ob ich seine Langeweile des Gegenüber nur ausfüllen sollte. Ich werde es nie erfahren. Damals blieb ich auf der Strecke mit meinen Hoffnungen, Sympathie, Freude und später mit einer Enttäuschung.

Heute nach vielen Jahren muss ich mir diesen Stress nicht mehr antun. Ich gehe weiter walken, übe mein Ehrenamt aus, besuche Theater, Kino und freue mich allein in einer Eisdiele zu sitzen. Schau mir die Besucher in einer Eisdiele an die sich gegenüber sitzen und nichts zu sagen haben. Dann fällt mir immer das Gedicht Sachliche Romanze von Erich Kästner ein.

01.07.2018 11:45 • x 2 #33


trauer37


2079
2
2131
Zitat von Gast_Bonn:
Ich fahre einfach besser, habe mehr Lebensfreude, Spaß, Zeit, erfüllte Träume und Geld, wenn ich Männer nur noch als Freunde oder Liebhaber in mein Leben lasse und nicht mehr als Partner.


Ist doch aber auch oberflächlich gedacht, und zeigt die Oberflächlichkeit der heutigen Zeit.
Auch du wirst älter, kränker, unansehnlicher mit der Zeit. Glaubst du nicht, dass es dir dann passieren könnte, dass du es schade findest, im Alter alleine sein zu müssen, niemanden zu haben, der dir hilft, der bei dir ist, der dich unterstützt, nur weil in jüngeren Jahren der Spaß im Vordergrund stand?

Sicherlich wird der heutige Lebenswandel sich verändert haben, weil die (meisten) Frauen finanziell selbständiger geworden sind.
Aber ist es tatsächlich vorteilhaft, wenn eine Ehe nichts mehr zählt? Wenn keiner mehr versucht, eine Ehe in einer Krise zu retten, sondern lieber gleich der Scheidungsanwalt konsultiert wird? Wenn jeder sofort austauschbar ist?
Es gibt doch kaum noch richtigen Zusammenhalt. Eine Beziehung wird schnell mal eben per whats app oder sms beendet, noch nicht einmal der Abschied wird fair vonstatten gehen oftmals, obwohl man sich doch mal geliebt hat. Also ich finde die Entwicklung unschön.

01.07.2018 11:53 • x 2 #34


honka


Noch mit meinen verstorbenen Mann hatten wir die Zukunft im Alter geplant.
Bei Zeiten sich ein gutes Altersheim suchen und zum letzten Mal die Koffer packen. Wer sich auf Familie im Alter verlässt ist in meinen Augen verlassen.

01.07.2018 12:09 • x 5 #35


Gast_Bonn


@trauer37:

Die Situationen gab's schon, in denen ich Hilfe brauchte. Krebs in jungen Jahren, Arbeitslosigkeit und auch Überforderung. Da waren es immer die Frauen in Verwandtschaft und Freundinnen, die sich gekümmert und mich gestützt haben. Und etwas weniger auch noch männliche Freunde, die sich mehr erhofften. Der jeweilige Partner war der erste, der sich verpieselt hat, durch Illoyalität glänzte oder selbst viiiel ärmer dran war. Wenn ich alt werde, ist der Ein-Partner-Mann der letzte, der mein Leben in irgend einer Form bereichert. Da sind Freunde (auch männliche) und Verwandte viel wichtiger und verlässlicher.

Und wenn Zeit, Lebensfreude, Möglichkeiten und Träume und finanzielle Absicherung oberflächlich sind, was sind dann für Dich die tiefgründigeren Werte? Selbstaufopferung, nur für andere da sein, nur andere stützen, ohne selbst gelebt zu haben oder etwas für sich dadurch zu gewinnen? Dann bin ich lieber oberflächlich und glücklich als Werteverfechterin und frustriert.

01.07.2018 13:09 • x 4 #36


aquarius2

aquarius2


6084
6
6765
Zitat von honka:
Bei Zeiten sich ein gutes Altersheim suchen und zum letzten Mal die Koffer packen. Wer sich auf Familie im Alter verlässt ist in meinen Augen verlassen.


Manche haben aber nicht die finanziellen Mittel sich ein gutes Heim zu suchen und sind auf ihre Familie angewiesen...

01.07.2018 13:18 • x 2 #37


Deion


@gast_bonn:

Wow, da musste ich erstmal zweimal drüber lesen. War ne Menge Input.

Ich kann Deine Herangehensweise und Deine Denkweise nachvollziehen, aber sie ist auch sehr traurig (für potentielle Männer) und zeigt, warum es immer schwieriger wird, Partnerschaften zu bilden. In Deinem Beitrag, den ich soweit sehr gut und aufschlussreich finde, steckt aber auch die Klinge drin, die ins Herz sticht.

Tja, back to the basics kann man ja nicht realisieren, dass wäre eventuell ne Lösung. Und das Männer ihr, wie Du sagst, größtes Pfund in der Vaterrolle haben (also auch bei nicht selbst in die Welt gesetzten Kindern, oder?), ist schon harter Tobak. Aber okay. Nur ich glaube, damit wird man keinen Mann überzeugen, dass dieser sich für die betreffende Dame interessiert, wenn er auf die Rolle als Vater reduziert wird. Frauen wollen doch auch nicht als Heimchen vor dem Herde katalogisiert werden, oder?

Zitat:

Da bist du nicht der einzige Mann, dem es so geht. Hast du sie gefragt, wie es denn kommen konnte, dass sie bereit war dich zu daten und schon nach 3 Minuten durchgerasselt bist... Könnte dir ja helfen bei den nächsten Dates.


Habe ich gefragt, aber da kam keine Antwort von ihr. Und da werde ich auch gar nicht erst anfangen zu spekulieren, weil da alles mögliche sein könnte. Bringt ja auch nichts. Ich denke/vermute, ich war wohl mehr ein Ersatzdate oder so, weil von ihr ja kein richtiges Interesse ausging und sie die ganze Zeit in ihr dämliches Handy starrte. Eine Unsitte, wie ich finde, aber okay.

01.07.2018 21:04 • x 2 #38


Gast_Bonn


Guten Morgen Deion,

Back to the basics: Nee, das wird nicht funktionieren. Dafür macht das andere Leben, das Männerleben, das viele Frauen jetzt führen können (gute Ausbildung, guter Job, dann Familie dazu und Hausarbeit wegdelegieren) zu viel Spaß und gibt auch zu viel Bestätigung und Selbstverwirklichung. Das werden sich viele Frauen nicht mehr nehmen lassen. Die meisten Männer sind ja auch nicht bereit, ein solches Leben für eine Alternative herzugeben.

Vaterrolle nicht nur bei selbst gezeugten Kindern: Da hast Du mich falsch verstanden. Das Pfund als Vater bezieht sich allein auf die Möglichkeit, Kinder zu zeugen. Und sich dann als Vater der Kinder auch wesentlich mehr gehen lassen zu können (kann umgekehrt die jeweilige Mutter seiner Kinder ja auch), ohne gleich für einen besseren verlassen zu werden. Kinder binden und lassen nachsichtiger werden. Wer das als Beziehungssuchender Mann zwischen 25 und 45 nicht erkennt, handelt wie eine Frau, die in dem Alter gegenüber Männern ihre körperlichen Vorzüge nicht unterstreicht.

keinen Mann überzeugen: Und da liegt meines Erachtens das Problem der heutigen Zeit. Männer denken noch wie ihre Väter, nämlich dass sie zum Überleben / einem guten Leben der Frau notwendig wären und Frauen sie daher (auch) von sich überzeugen müssten. Und viele Frauen (!)brauchen(!) einen Mann im materiellen, gesellschaftlichen und emotionalen Sinn eben nicht mehr so dringend, sondern können allein bleiben. Und lehnen sich daher bei Dates zurück und wollen ihrerseits vom Mann überzeugt werden, dass dieser ihr Leben bereichert.

Die, die einen Mann von sich überzeugen wollen, haben entweder ein schwaches Selbstwertgefühl, einen Kinderwunsch, können sich finanziell nicht selbst das Leben erarbeiten, das sie führen wollen, oder können nicht allein sein. Wenn Männer also mit diesem Anspruch, überzeugt werden zu wollen, daten, dürfen sie sich später nicht wundern, wenn die Beziehung nur auf Bestätigung der Frau, Kinder, Versorgung oder Klammern hinausläuft.

auf die Rolle als Vater reduzieren:
Das existiert meines Wissens nach gar nicht. Ich habe jedenfalls noch von keiner Frau gehört, die das getan und ihrem Mann nach der Geburt verboten hätte, weiter arbeiten zu gehen oder anderen Beschäftigungen als Kinder, kochen, putzen und Möbelpolitur nachzugehen, während sie ganz selbstverständlich das Familienauto fährt und er die täglichen Einkäufe mit dem Rad erledigt. Wenn Männer von auf die Vaterrolle reduzieren sprechen, weiß ich persönlich also gar nicht, was damit gemeint sein könnte. Und es wundert mich, dass in meiner Generation so viele Männer sind, die die Möglichkeit, eigene Kinder zu haben und damit in ihnen weiterleben, mit ihnen zusammen leben und ihr Wissen und ihre Werte an sie weitergeben zu können, nicht als Geschenk ansehen, sondern bewusst allein und der letzte einer langen Familiensaga sein wollen. Aber das ist für mich okay, da diese Einstellung mein Leben und das anderer Frauen nicht mehr grundlegend einschränkt. Dann haben eben einige Männer Kinder von 2-3 Frauen und andere Männer gar keine. Geht ja auch.

02.07.2018 06:30 • x 6 #39


Deion


Zitat von Gast_Bonn:
Vaterrolle nicht nur bei selbst gezeugten Kindern: Da hast Du mich falsch verstanden. Das Pfund als Vater bezieht sich allein auf die Möglichkeit, Kinder zu zeugen. Und sich dann als Vater der Kinder auch wesentlich mehr gehen lassen zu können (kann umgekehrt die jeweilige Mutter seiner Kinder ja auch), ohne gleich für einen besseren verlassen zu werden. Kinder binden und lassen nachsichtiger werden. Wer das als Beziehungssuchender Mann zwischen 25 und 45 nicht erkennt, handelt wie eine Frau, die in dem Alter gegenüber Männern ihre körperlichen Vorzüge nicht unterstreicht.


Hallo Gast_Bonn: Ich danke Dir für Deine Rückantwort und Deine Meinungsbekundungen zu einzelnen Punkten meinerseits.

Ich habe mir mal bewusst den o.a. Textteil ausgesucht und zitiert, weil er m.E. der Knackpunkt bei Deinen Überlegungen ist. Du sprichst ja den Umstand an, wenn ich das richtig verstehe, dass Männer aufgrund ihrer körperlichen Vorzüge zwischen 25 und 45 wegen der etwaig dann vorhandenen Kinder nicht gleich verlassen oder für einen besseren Mann ausgetauscht werden, weil Frauen bzw. Kinder bind und mehr Nachsicht verursachen.

Nun, da muss ich Dir leider vehement widersprechen. Ich wurde im Alter von 40 von meiner Frau verlassen, trotz dreier Kinder ihrerseits. Der neue Mann hat keinerlei Interesse an ihren Kindern, ist deutlich älter als ich und zudem recht vermögend, was den Ausschlag gab, mich zu verlassen.

Und ich glaube, Du hast mich auch nicht ganz verstanden, vermute ich: Deine Vorzüge der Männer, zeugungsfähig zu sein (das sog. Pfund der Männer) ist doch nur dann relevant, wenn die betreffenden Männer das auch u.U. beabsichtigen. Was ist aber mit den Männern, die das gar nicht wollen? Dazu zähle ich mich auch, denn ich bin jetzt 44, werde bald 45. Gesetzt den Fall, ich würde jetzt theoretisch eine Frau kennenlernen und dann käme es zur Kindszeugung, dann wäre ich, wenn das Kind 18 Jahre alt wird, mindestens 63 oder älter! Das passt überhaupt nicht, das kann ich mir nicht ansatzweise vorstellen. Kinder kriegen/zeugen bis ca. 35 mag ja okay sein, aber später dann doch wohl nicht mehr. Zumindest meine Meinung. Was sollen die Kinder da auch denken, wenn sie gerade volljährig geworden sind: Schaut mal, da kommt der Papa - mit 63! SUPER.

Als ich und mein Bruder gezuegt wurden, war unser Vater 31 bzw. 36. Mein Vater verstarb im Alter von 67 Jahren, kaum 2 Jahre nach Rentenbeginn, da war ich 36 und mein Bruder 31. Daswar schon krass, aber stell Dir mal vor, mein Vater hätte mich mit 45 gezeugt? Dann wäre ich gerade mal 22 und mein Bruder 17 gewesen, wenn ich richtig rechne!

Das geht gar nicht. Bloss, weil Männer auch noch im sehr hohen Alter Kinder zeugen können, sind sie doch deshalb nicht in körperlich besserer Form oder werden nicht so leicht verlassen. Das kann immer passieren, das ist alters- und geschlechtsunabhängig.

Zitat:
Back to the basics: Nee, das wird nicht funktionieren. Dafür macht das andere Leben, das Männerleben, das viele Frauen jetzt führen können (gute Ausbildung, guter Job, dann Familie dazu und Hausarbeit wegdelegieren) zu viel Spaß und gibt auch zu viel Bestätigung und Selbstverwirklichung. Das werden sich viele Frauen nicht mehr nehmen lassen. Die meisten Männer sind ja auch nicht bereit, ein solches Leben für eine Alternative herzugeben


Zitat:
Und viele Frauen (!)brauchen(!) einen Mann im materiellen, gesellschaftlichen und emotionalen Sinn eben nicht mehr so dringend, sondern können allein bleiben. Und lehnen sich daher bei Dates zurück und wollen ihrerseits vom Mann überzeugt werden, dass dieser ihr Leben bereichert.


Ja gut, dann sollen sie mal schauen, ob ihnen die Männer immer diesen Gefallen tun werden. Ich ganz sicher nicht . . . . Das hat in meinen Augen auch nichts mehr mit Liebe und Zuneigung zu tun, sondern mit Selbstüberschätzung, Selbstverherrlichung und Übertreibung.

Und auch da muss ich teilweise widersprechen: Als sich meine Frau 2009 selbstständig machte und ich noch regulär in Lohn und Brot war und später zu ihr dazukam, haben wir vereinbart, dass sie mehr arbeitet (war in der Materie drin) und ich eben mich mehr um Haushalt und Kinder kümmere. Hat ja auch prima geklappt - bis das letzte Kind auszog. Dann wurde ich gleich mit ausrangiert. Du siehst, Kinder sind absolut keine halbwegs sichere Garantie für Männer, dass die Frau nicht einen noch mal verlässt. Aber so, wie Frauen ja, wie Du sagst, nicht mal wieder ein wenig Basisarbeit betreiben wollen, so haben einige Männer (mich eingeschlossen) keine Lust mehr, sich auf Frauen einzulassen, die so denken und handeln. Und dann tut es mir leid für die wenigen Frauen, die noch normal geblieben sind und solche Allüren nicht an den Tag legen. Aber sie treffen dann auf gefrustete, teils ausgenommene Männer, die unterm Strich nach Strich und Faden veräppelt werden und sich schon fast widerstandslos zu beugen haben - oder eben leer ausgehen.

Keine gute Entwicklung, wie ich finde. Aber ich bin eh raus, also was soll´s? Die betreffenden Frauen werden es irgendwann merken, was sie da mit verzapft haben (und ja, es gibt auch Männer, die Schwe..ne sind, keine Bange, ich denke nicht, dass alle Frauen so denken und handeln - ich hoffe es zumindest nicht). Aber dann sind sie zu alt, zu unattraktiv und werden alleine bleiben. So wie die Männer zuvor......

Welch ein schönes Leben. Ich sag`ja: Die Suche nach einem/r liebevollen Partner/in ist mir einfach zu viel Stress und Heckmeck. Nein danke.

02.07.2018 17:35 • #40


aquarius2

aquarius2


6084
6
6765
Gerade jetzt kommt auf ARD Alpha eine Sendung zum Thema Liebeskummer, sehenswert!

02.07.2018 17:40 • x 2 #41


Deion


Zitat von aquarius2:
Gerade jetzt kommt auf ARD Alpha eine Sendung zum Thema Liebeskummer, sehenswert!


Gibt´s den Sender auch über Kabel? Finde den nicht ?

02.07.2018 17:43 • x 1 #42


aquarius2

aquarius2


6084
6
6765
Klar gibts den über Kabel, ich gucke es über Kabel. Oder im Internet über Mediathek.

https://www.ardmediathek.de/tv/live?kanal=5868

02.07.2018 17:56 • x 2 #43


Deion


Zitat von aquarius2:
Klar gibts den über Kabel, ich gucke es über Kabel. Oder im Internet über Mediathek.

https://www.ardmediathek.de/tv/live?kanal=5868


Danke Dir, ich hab´s gefunden.

02.07.2018 19:26 • x 1 #44


Grace_99


Auch wenn ich jetzt voll in die Kerbe haue.

Mit Ü40, 2 Kinder, Vollzeit berufstätig und was im Kopf, möchte ich auch jemanden an meiner Seite, der sich nicht als 3. Kind entpuppt, der auch im Leben steht und auch beruflich was macht. Ist ja nun mal nicht so, dass ein Mann nichts als Gegenleistung bekommt.

Ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass Männer mit selbstbewußten Frauen Probleme haben. Wenn man dazu dann noch schlank ist, lange blonde Haare und in eine Ecke gepackt wird, in die ich nicht gehöre, dann gute Nacht. Ist ja nun nicht so, als wenn Männer die einzig armen Wesen auf dem Planeten wären ^^

02.07.2018 20:07 • x 2 #45



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag