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Wenn Kennenlernen und Beziehungen nur belasten

Gast_Bonn


Deion,

ich verstehe Deinen Standpunkt absolut. Genauso wie Du für Dich entschieden hast, unter den aktuellen Bedingungen lieber ohne Frau als mit "so einer" zusammen zu sein, bin ja auch ich im Ergebnis zufriedener allein als mit "so einem".
Siehe auch Statistik zu Single-Haushalten: Wir beide sind in bester Gesellschaft.

Wenn Du schreibst, dass Du mit über 40 keine Kinder mehr zeugen magst, sinkt damit Deine Attraktivität auf Frauen zwischen 25 und 45 eben genauso signifikant, wie meine körperliche Attraktivität auf Männer zwischen 25 und 45 gesunken ist, als ich die 40 übersprungen habe. Das mag man schlimm finden. Ich stelle nur fest, dass es so ist. Um zu erklären, warum Dating und Beziehung für Männer heute schwieriger als früher ist.

Zu Deiner persönlichen Geschichte mit Deiner Frau: Da die wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit für Frauen weggefallen ist, bei dem ersten Mann, mit dem sie im Bett waren, ein Leben lang zu bleiben, können sich Frauen eben trennen und tun das auch. Es gibt also überhaupt keine Garantie auf lebenslange Beziehung mehr. Die gäbe es nur, wenn Frauen wieder als Geschiedene geächtet würden und finanziell am Boden lägen.
Meine Aussage zur Bindungskraft gemeinsamer Kinder zeigt sich an Deinem Leben doch ganz exemplarisch. Was denkst Du denn, wann sich Deine Frau von Dir getrennt hätte, wenn ihr keine(!) Kinder gehabt hättet?
Aus meinen Leben kann ich Dir sagen, dass ich beim Vater meiner Kinder schon 3 Jahre früher gegangen wäre und keine x Versuche der Eherettung unternommen hätte, wenn wir keine gemeinsamen Kinder gehabt hätten.

Welche Verhaltensweisen erwartest Du denn von den "normal gebliebenen Frauen"?

Und was an meiner Einstellung ist in Deinen Augen selbst überschätzend, selbst verherrlichen und übertrieben?
Alles, wofür ich stehe ist, dass ich für keinen Aspekt meines Lebens einen einzelnen Mann als Partner dringend an meiner Seite brauche. Es geht derzeit ohne viel besser als zuvor mit. Und dass deshalb die Last einer grottigen Beziehung von mir nicht mit dem gleichen Langmut und der gleichen Schicksalsergebenheit hingenommen und ertragen wird, wie meine Vorfahren das aus finanziellem und gesellschaftlichem Zwang heraus müssten. Das ist Freiheit, die ich sehr zu schätzen weiß und für die ich sehr dankbar bin, dass unsere Mütter sie für uns erkämpft haben und wir daher glücklichere und bessere Leben führen dürfen als sie. Da wird nichts überschätzt oder selbstherrlich gefeiert oder übertrieben. Und liebesfähig sind die Frauen meiner Generation in meinen Augen auch noch. Nur nicht mehr so leidenfähig wie die Frauengenerationen vor ihnen. Und da muss ein Mann eben kein Schwein mehr sein, um verlassen zu werden. Es reicht, wenn er als dauerhafte Last, schlechte Laune verbreitet oder Eigenbrötler wahrgenommen wird. Denn so jemanden hätte man nicht geheiratet - wieso sollte man also mit ihm verheiratet bleiben.

Ich sage nicht, dass Du etwas in der Art warst. Es gibt auch unter Frauen fiese Egozentriker und Opportunisten, die Männer in Notlagen fallen lassen. Im Freundeskreis sehe ich hingegen in der Mehrzahl Trennungen von Frauen, die schon Jahre in der Beziehung unzufrieden waren, was alle sehen konnten. Nur deren Gatten sind dann völlig überrascht, wenn die Frau "plötzlich und aus heiterem Himmel" alles hinschmeißt. Und fangen dann(!) an, ihre Beziehung zu reflektieren.

Liebevoll bedeutet für mich, mich so um einen Partner zu kümmern, als könnte er jederzeit gehen.

Und wenn ich dazu keine Lust habe, ist es vielleicht besser, es ganz zu lassen. Oder die ganz hartgesottene Zweckbeziehung zu führen, in der ganz klar ist, wer wie vom anderen profitiert (beliebt z.B. "Jugend gegen Geld" oder "Upgrade des Status und Lebensstils gegen Hausarbeiten und Rückenfreihalten" oder auch "Erfüllung des Kinderwunsches gegen semitolle Beziehung")

Ich respektiere Deine Fazit und verstehe Deine Verärgerung, dass die Themen Partnersuche und Beziehung/Ehe/Familie für Deine Generation so viel schwerer geworden ist als noch für Deinen Vater und Opa. Ich versuche nur zu erklären, welche sachlichen Umstände und Gedankengänge dahinter stecken, dass das so ist. Nicht umsonst gibt es eine ganze Männerrechtebewegung, die sich mit viel Wut auf genau diese Umstände und Gedankengänge stürzt und gerne das Leben ihrer Väter zurück hätte, in dem ein Gehalt ausreichte und die Frau blieb und die Kinder immer bei ihnen waren, ohne als große Last oder Kosten empfunden zu werden, in dem das Ernähren der Familie noch Stolz und Lebensinhalt eines Mannes sein konnte und auch Schwächen nicht unmittelbar mit dem Ende des gewohnten Lebensumfelds (Verlust von Familie und/oder Job) einhergingen.

Es ist anstrengender geworden - für alle.
Aber für 50% von uns eben auch viel besser.

02.07.2018 20:30 • x 7 #46


Deion


Hallo allerseits!

Puh, endlich komme ich mal dazu, ins Internet zu surfen, habe momentan leider viel Arbeit und muss teilweise in wechselnden Schichten ran, Uff, erst mal durchpusten und dann geht´s los.

Vielen Dank für Eure tollen Beiträge!

Ich gehe mal auf ein paar Passagen ein:

Zitat von Gast_Bonn:
Meine Aussage zur Bindungskraft gemeinsamer Kinder zeigt sich an Deinem Leben doch ganz exemplarisch. Was denkst Du denn, wann sich Deine Frau von Dir getrennt hätte, wenn ihr keine(!) Kinder gehabt hättet?


Kurze Korrektur: Meine Ex brachte Kinder mit in die Ehe, die ich quasi mit aufzog. Kaum war das letzte Kind aus dem Haus und in trockenen Tüchern, verliebte sie sich anderweitig.

Zitat von Gast_Bonn:
Zu Deiner persönlichen Geschichte mit Deiner Frau: Da die wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit für Frauen weggefallen ist, bei dem ersten Mann, mit dem sie im Bett waren, ein Leben lang zu bleiben, können sich Frauen eben trennen und tun das auch


Würde ich in meinem Fall ebenfalls widersprechen, meine Ex wandte sich einem vermögenden Mann zu. Dazu deutlich älter und schon arg betagt! Meine Ex kaufte nicht oft was, aber wenn, dann ließ sie sich nicht lumpen. . . . .

Zitat von Gast_Bonn:
Da wird nichts überschätzt oder selbstherrlich gefeiert oder übertrieben. Und liebesfähig sind die Frauen meiner Generation in meinen Augen auch noch. Nur nicht mehr so leidenfähig wie die Frauengenerationen vor ihnen. Und da muss ein Mann eben kein Schwein mehr sein, um verlassen zu werden. Es reicht, wenn er als dauerhafte Last, schlechte Laune verbreitet oder Eigenbrötler wahrgenommen wird. Denn so jemanden hätte man nicht geheiratet - wieso sollte man also mit ihm verheiratet bleiben.


Hilfe, der Mann nörgelt, die Frau will weg - oder wie? Was wollt ihr Frauen eigentlich? Egal, wie ein Mann es versucht, er bekommt ja doch nur Tritte in den Hintern. Echt jetzt, so geht´s nicht, meine Damen. Ne ne. Es mag ja schon ein paar Spezis auf beiden Geschlechterseiten geben, aber pauschal Männer dahingehend zu betiteln - ich weiß nicht . . . .

Man muss auch nicht alles schwarz sehen, leider bin ich mit der derzeitigen Entwicklung absolut nicht einverstanden. Wehe, ich höre noch mal, dass irgendeine Frau alleine ist und bleibt, weil Männer nicht wollen. Die wollen schon, aber keine Frauen mit solch schwerfälligen An- und Einsichten.

Die Begründung mit den Kindern find ich witzig, weil es früher ja oft Frauen gab, die gar keine wollten, sondern den Fokus lieber auf Karriere legen wollten. Und nun sind solche Frauen plötzlich diejenigen, die ein Mann befriedigen soll in ihren Wünschen etc.

Jow, sicher, was darf´s als nächstes sein?

Ich habe prinzipiell keine anspruchtsvollen Frauen oder ähnliches gesucht, trotzdem fiel ich immer auf die Nase. Irgendwann geht der härteste Rapper auf dem Strohhalm - und stürzt ab.

Na ja, ist ja auch wurscht, wie Du schon sagtest: Sie hatten ihre Möglichkeiten und wollte lieber alleine bleiben. Das wird bei mir auch so bleiben.

Einfach nur traurig und bedauerlich.

04.07.2018 15:07 • #47


solonely


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@ Deion
Ich habe beim Lesen ein deja vu - Udi bist Du es?

04.07.2018 17:52 • x 4 #48


Thebookna

Thebookna


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Mir geht es momentan so ähnlich. Ich war ein Jahr lang in einer On-Off Beziehung und war ziemlich besessen von meinem Ex, was ich aber leider erst im Nachhinein wirklich begriffen habe. Die Trennung war unglaublich schwer, aber mittlerweile (5 Monate später) geht es mir wieder super. Klar, ich denke manchmal noch an ihn, aber da wars. War meine erste große Liebe.
Zum eigentlichen Thema: Ich war in letzter Zeit auf paar Dates. Habe mich auch mit jemanden zweimal getroffen, weil es vielversprechend aussah. Klar, Gefühle können sich nicht so schnell entwickeln, aber irgendwie.. Empfinde ich Dates & Beziehungen momentan eher als Last, als nervige Belastung. Als hätte ich keine Zeit in meinem Leben für sowas.
Auf der anderen Seite wäre es auch nett jemanden an meiner Seite zu haben.
Also entweder ich bin doch noch nicht so von meinem Ex hinweg wie gedacht, oder ich hab einfach momentan keine Lust auf Beziehung.
Wobei ich anmerken muss, dass ich erst 19 (fast 20) bin. Da kann noch vieles kommen und ich stecke nicht mal annähernd den Kopf in den Sand. Eine Beziehung hat mir erstmal gereicht. Jetzt kümmere ich mich lieber um meine Weiterbildungen (möchte auf die Berufsoberschule gehen und mein Abitur nachholen) und darum, dass ich Geld verdiene.

10.07.2018 20:31 • x 1 #49


aquarius2

aquarius2


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Mensch, du bist noch so jung, tu was für deine berufliche Entwicklung und die Liebe kommt sowieso.

10.07.2018 20:33 • x 1 #50


Thebookna

Thebookna


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Zitat von aquarius2:
Mensch, du bist noch so jung, tu was für deine berufliche Entwicklung und die Liebe kommt sowieso.


Wahrscheinlich hast du recht. Im Endeffekt bin ich ganz froh, dass das ganze so geendet hat. Wäre ich noch mit meinem Ex zusammen, würde ich mir absolut keine Gedanken um meine Weiterbildung machen. Da wäre ich eher damit beschäftigt, mir Gedanken zu machen, wie ich ihn am besten halten kann *kopfschüttel*

10.07.2018 20:35 • x 1 #51


Deion


Manchmal ist es einfach besser, sich vom anderen Geschlecht fernzuhalten und sich nur um sein eigenes Leben zu kümmern. Seither geht´s bei mir sehr gut voran. Wer braucht schon Beziehungen und Partnerschaften? Vor allem, bei den heutigen Massstäben? Ich nicht.

14.07.2018 19:39 • x 2 #52


honka


Vor allem Partnerschaften mit ihren Erwartungen und Vorstellungen sind meist nicht zu erfüllen. Viele leben eine virtuelle Partnerschaft. Der Gedankenaustausch erfolgt über die Technik. Das mündliche Gespräch geht oft verloren. Dabei ist es doch die Gestik, Mimik und der Ton was ein Gespräch ausmacht. Passt der jeweilige Partner nicht mehr, wird über die Technik ein neuer gesucht oder er stand schon bereit. Fazit!
In der heutigen Zeit eine Partnerschaft zu leben, ist sehr schwierig. Nach Beendigung einer Partnerschaft landen viele in eine Therapie.

15.07.2018 08:06 • x 2 #53


Deion


Zitat von honka:
In der heutigen Zeit eine Partnerschaft zu leben, ist sehr schwierig. Nach Beendigung einer Partnerschaft landen viele in eine Therapie.


. oder sind total im Eimer. Nein danke, nie wieder. Die Welt und die Menschen müssen sich immens ändern. So macht es keinen Sinn, da ist Scheitern und Ärger vorprogrammiert.

15.07.2018 21:10 • x 1 #54


solonely


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Auch wenn die meisten User hier leidvolle Beziehungserfahrungen gemacht haben, finde ich es nicht angemessen, alle Menschen und die ganze Welt zu verteufeln.
Natürlich kann man auch in der heutigen Zeit eine Beziehung auf Augenhöhe führen. Das funktioniert aber nicht wenn man selbst eine negative Einstellung hat

15.07.2018 21:22 • x 3 #55


Deion


Zitat von solonely:
Auch wenn die meisten User hier leidvolle Beziehungserfahrungen gemacht haben, finde ich es nicht angemessen, alle Menschen und die ganze Welt zu verteufeln.


Jedem das seine. Ich beziehe mich vornehmlich auf meine Erfahrungen über einen langen Zeitraum und die sind sehr eindeutig - leider.

Zitat von solonely:
Natürlich kann man auch in der heutigen Zeit eine Beziehung auf Augenhöhe führen


Glaube ich eher nicht. Beziehungen haben heute einen Stellenwert wie ein Kaugummi unter der Schuhsohle. Es/Man wird abgekratzt, wenn es stört. Und wenn einer einen Rappel kriegt, dann ist alles im Eimer.

Zitat von solonely:
Das funktioniert aber nicht wenn man selbst eine negative Einstellung hat


Die ist das Ergebnis meiner Erfahrungen. Und sie ist nicht negativ, sondern realistisch. Sorry, muss da widersprechen.

15.07.2018 21:29 • #56


solonely


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Ach Udi.Du drehst Dich da im Kreise. die Sonne wird auch für Dich wieder scheinen, aber man kann das nicht erzwingen

15.07.2018 21:46 • #57


Deion


Zitat von solonely:
Ach Udi.Du drehst Dich da im Kreise. die Sonne wird auch für Dich wieder scheinen, aber man kann das nicht erzwingen


Liebe solonely!

Die Sonne scheint auch so jeden Tag.

Ich will gar nichts erzwingen, ich habe mich lediglich aus dem Zirkus dieses Wahnsinns verabschiedet, weil mMn die Menschen heutzutage in Phantasiewelten leben, in denen immer alle Wünschte und Sehnsüchte automatisch erfüllt werden (müssen) und sie dieses Denken in Beziehungen bzw. Beziehungsansätzen transportieren. Das muss scheitern, ist doch klar.

Nee, lass man, daraus hat sich der meiner einer aka Udi verabschiedet. Der bleibt lieber auf dem Boden der Tatsachen, hat zwei liebe Puschels, die einem das geben, was ich mir mal von Frauen gewünscht habe: Freude, Zuneigung, Vertrauen und Liebe. Mehr wollte ich nie, mehr werde ich nie haben. Das reicht mir auch vollkommen aus. Alles gut.

L.G.

16.07.2018 07:04 • x 1 #58


Jajomoco


Zitat von solonely:
Auch wenn die meisten User hier leidvolle Beziehungserfahrungen gemacht haben, finde ich es nicht angemessen, alle Menschen und die ganze Welt zu verteufeln.
Natürlich kann man auch in der heutigen Zeit eine Beziehung auf Augenhöhe führen. Das funktioniert aber nicht wenn man selbst eine negative Einstellung hat


Da gebe ich dir recht!



Ich bin jetzt knappe 7 Wochen getrennt. Ich hatte eine sehr schöne Ehe unterm Strich gesehen.
Wenn es an der Zeit ist, werde auch ich wieder wen haben der auch die Kinder annimmt. Und ich werde nicht anfangen online-dating zu betreiben. Das halte ich für sehr oberflächlich.

Es gibt sicher bei Männern und Frauen solche schwarzen Schafe, aber ich bin jetzt mal gutgläubig
Derweil genieße ich das Single-Dasein. Ich habe einen kleinen aber sehr feinen Freundeskreis und bin in 2 Vereinen. Das heißt unterm Strich keine Einsamkeit.

16.07.2018 07:18 • x 2 #59


chiby


Ich habe nun nicht alle einzelnen Beiträge gelesen, aber ich bin auch der Meinung, dass es immer schwerer wird einen Partner zu finden. Ich denke mir immer, die "guten" sind bereits alle vergeben und übrig bleibt nur .. naja, eher unbrauchbares material.

Der Gedanke, einfach alleine zu bleiben und die Partnersuche aufzugeben hatte ich schon sehr sehr oft.
Leider bin ich ein Mensch, der nicht gut alleine sein kann. Ich bin - wenn auch nicht immer ganz bewusst - ständig auf der Suche nach einem Partner. Ich sehne mich danach. Und darum bin ich nun auch selbst so so einer "schrägen" Frau geworden, die relativ schnell anfängt zu klammern, sich reinsteigert und stresst. Und ich arbeite sehr sehr hart daran, dass zu ändern und diese Dinge los zu werden. Denn ich leide darunter.

Ich bin seit fast 4 Jahren Single .. und es macht mich fertig. Aber es macht mich noch mehr fertig, mich ständig "so stark zu verlieben" und dann verarscht und enttäuscht zu werden.

16.07.2018 07:27 • x 1 #60




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