Zitat von SebastianVoss: Ob ich vielleicht zu viel erwarte oder einfach zu bequem geworden bin.
Nein, du erwartest nicht zu viel, aber JA ihr seid beide zu bequem geworden. Ihr seid füreinander zu selbstverständlich geworden, dass ihr euch gegenseitig nicht mehr die Achtsamkeit und Wertschätzung entgegen bringt dir ihr einst hattet und euch wohl beide sehr wünscht. Da ist euch im Chaos des Alltags das Interesse aneinander verloren gegangen.
Zitat von SebastianVoss: Ich bin seit Jahren verheiratet, aber die Leidenschaft, die Nähe – alles, was uns einst ausgemacht hat – scheint verschwunden zu sein. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt oder an ihr, aber ich vermisse es, gesehen zu werden. Diese kleinen Momente, in denen jemand deine Haut berührt und du dich wieder lebendig fühlst.
Das passiert sehr viel häufiger uns bewusst ist. So im Alltag über die Jahre unter all dem Organisatorischem vergessen wir auf die Lebendigkeit/Qualität in der Paarebene zu achten und zu investieren.
Der Punkt an dem du jetzt steht ist erstmal nicht schön, vermutlich sehr frustrierend und ernüchternd. In einer Beziehung zu vereinsamen ist kein tolles Gefühl. Mach dir bewusst, dass dieser Zustand an dem Du und eure Beziehung sich im JETZT befinden das Ergebnis eures Zutuns/Nicht-Handelns in der Vergangenheit ist.
Soo und so blöd das vlt. Auch klingen mag, aber trotz allem stehst du an einem verdammt guten Punkt.
Der Punkt ist: Du bist dir darüber im klaren, dass du in der Beziehung wie sie aktuell läuft nicht glücklich bist.
Du kannst die Ursachen für die Unzufriedenheit/das Gefühl der Einsamkeit zu einem großen Teil klar und deutlich nennen. Beispiel: Dir fehlt die emotionale Verbundenheit zu deiner Partnerin.
Für den Zustand seid ihr beide gleichermaßen verantwortlich und es ist schön, dass zumindest einem von euch beiden (also dir) auffällt das eure Paarebene bzw. Liebesbeziehung eine dicke Staubschicht aufweist, die dringend mal eurer Aufmerksamkeit bedarf und entstaubt werden muss.
Jetzt ist der Moment aktiv zu werden. Such das Gespräch mit deiner Frau. Ich kann mir gut vorstellen, dass es deiner Frau in manchen Dingen ganz genauso geht wie dir. Sei ehrlich und direkt, aber ohne Vorwürfe. Schilder ihr deine Gedanken und Gefühle (die hast du in dem Text super zusammengefasst), frag sie ob es ihr vlt. genauso geht, teile ihr mit dass du möchtest das ihr gemeinsam nach Lösungen sucht um langfristig eine positive Veränderung zu bewirken.
Du kannst es natürlich ablehnen ein ehrliches Gespräch mit deiner Frau zu führen. Damit nimmst du Ihr und letztlich auch euch die Chance dem ganzen entgegenzuwirken und die Beziehung wieder in die richtige Richtung zu lenken. Von nichts kommt halt auch nichts und sie hat momentan eben keine Ahnung wie es in dir aussieht.
Du kannst dich dafür entscheiden selbst die Veränderung zu sein, also das du alleine beginnst bestimmte Dinge zu verändern Bsp. Aufmerksamer bist, mehr Zärtlichkeit initiierst, etc. Das doofe daran ist, dass das auch schnell mal frustrierend sein kann. Denn wenn nur du allein weißt in welche Richtung das Schiff gesteuert werden soll und der andere halt nicht so handelt wie du es erwartest oder wünscht, dann wirft man recht schnell das Handtuch. Dann redet man sich selbst ein alles versucht und getan zu haben, aber es ist alles hoffnungslos. Während der andere Part gar nicht versteht was da eigentlich vor sich geht oder das hier gerade Beziehungsrettungsversuche laufen.
Also selbst die Veränderung zu sein, statt zu erwarten das der andere alles wieder richtet und frischen Pepp in die Beziehung bringt ist zwar richtig, aber bitte auch immer den Partner/die Partnerin mit ins Boot holen.