Hallo zusammen !
Nach zwei erstaunlich stabilen Tagen, an denen sich gute Freunde um mich kümmerten, muß ich heute S.O.S. funken. Ein furchtbar trauriges Gefühl überrollte mich nach dem Aufwachen. Es ist grausam, jeden Morgen feststellen zu müssen, daß der Alptraum kein Ende findet. Bin wieder versucht, schwach zu werden, und meiner (Ex)Freundin meine ganze Gefühlswelt offenzulegen. Würde am liebsten einen Brief schreiben.
Da ich ein sehr ehrlicher Mensch bin, denke ich immerzu: Warum soll ich ihr denn nicht sagen können, wie traurig ich bin, wie sehr ich sie vermisse, daß ich ihren Beistand mehr denn je bräuchte und nichts lieber täte, als gleiches für sie zu tun? (Immer dieses sich zusammenreißen müssen.) Ich weiß, ich weiß, weil sie vermutlich nur noch wenig Interesse dafür empfindet bzw. wenn überhaupt, mich als einen starken Freund und nicht als Jammerlappen zurückhaben will (Mein Gott, ich bilde mir schon wieder ein, daß sie sich nur mal vorübergehend von mir getrennt hat).
Es ist verdammt schwer, die von ihr angebotene Hilfe (vorbeikommen, jederzeit anrufen etc.) auszuschlagen. Es tut so weh... Schon drei Tage keinen Kontakt mehr. Aber auch im Moment versuche ich dennoch die Vernunft siegen zu lassen. Ein gestriges zufälliges Treffen mit ihrem Bruder (da will man bei einem Spaziergang im Wald die ganzen Probleme hinter sich lassen, und dann das...) war für meine Gemütslage nicht sehr hilfreich. Wir verstehen uns sehr gut. Ein Grund mehr das Ganze zu bedauern. Er hat das Thema dankenswerterweise im Großen und Ganzen ausgespart. Auch wenn er nicht den Eindruck machte, daß sie derzeit über eine Rückkehr nachdenkt. Andeutungen Fehlanzeige.
Auf jeden Fall merkte ich, wie sehr mir doch auch ihre Familie fehlt. Und wenn mir dieses Treffen schon Bauchschmerzen bereitet, wird mir ein solches mit meiner Ex gar nicht gut bekommen. Denn zum Masochisten bin auch ich noch nicht geworden (vgl. Mirjam,Dom). Ich weiß aber nicht, wie lange ich noch so rational bleiben kann. Der Tod meiner Mutter vor ein paar Tagen, den ich wohl noch gar nicht richtig realisiert habe, hat die Sehnsucht nach meiner Ex weiter explodieren lassen. Überall Brandherde und trügerische Hoffnung. Wirklich sehr diffizil ein Licht im Tunnel zu erkennen.
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@Guido:
„Ich glaube wir zwei könnten uns gut die Hand reichen!!" Den Eindruck habe ich allerdings auch, wenn ich Deine Geschichte lese.
„Die gleiche Frau, die mir immer gesagt hat, daß ich ihr Leben bin und alles so schön ist, wie nie zuvor, die auch von der Zukunft, Heiraten, Kinder und ähnlichem geredet hat - genau die entschließt sich in kürzester Zeit alles aufzugeben." Meine Worte.
„Alles andere würde sich ergeben und wüßten nur der Wind und die Zeit." Fehlt nur noch, daß sie einem raten: Frag das Meer....
„Sie sagt immer zu mir: Halt den Kopf hoch, gib Dich nicht auf!" Bei mir hieß das dann: Laß Dich nicht hängen! Oder. Dir bleibt auch nichts erspart.
„Ich weiß, daß ich Dir mit meiner Geschichte nicht helfen kann, ich kann Dir nur zeigen, daß es scheinbar doch sehr viele solche Fälle gibt." Klar. Im Ergebnis wenig ermutigend. Dennoch interessant, Parallelen bei Leidensgefährten zu erkennen. Danke dafür. Halt mich auf dem Laufenden.
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@steven_66
Auch Deine Story ist ein Trauerspiel sondergleichen (19 Jahre..).
„ich glaube frauen denken über probleme mit dem partner lieber alleine nach um ihn dann vor vollendete tatsachen zu stellen."
Da muß ich fairerweise sagen, daß die Männer in dieser Beziehung bestimmt auch kein Ruhmesblatt abgeben. Zumindest in meiner Beziehung hat meine Ex durchaus versucht, manche Probleme anzusprechen. Und ich habe wiederum versucht, entsprechend darauf zu reagieren (wohl nicht sehr erfolgreich).
Allerdings kann ich Deine These insofern unterschreiben, als daß auch ich gegen Ende nicht mehr eingeweiht wurde. Vor der Trennung hatte es glaube ich bestimmt vier Monate kein Problemgespräch gegeben, so daß ich davon ausging, daß sie glücklich war.
Und wenn ich jetzt wieder näher drüber nachdenke, könnte ich vor Wut schreien. Warum diese einsamen Entschlüsse. Wenn sie merken, es geht ernsthaft den Bach runter, warum wird man dann nicht einbezogen? Es gibt so viele Möglichkeiten der Problemlösung. Tonnenweise Partnerschaftsbücher, die man gemeinsam lesen könnte, Paartherapien usw. Aber nein.
Wir können uns nur gegenseitig „Alles Gute" wünschen.
Sad-Rob, der seinem Namen alle Ehre macht